Holzschädlinge




Im Dachstuhl unseres Hauses hat sich vor längerer Zeit ein Schädling eingenistet. Das Gebälk ist
über 150 Jahre alt und wird relativ verschont. Die Bohlen wurden teilweise regelrecht durchlöchert,
wobei in einer Bohle ca. 80 etwa 1mm große Löcher sind und in der Bohle direkt nebenan nur 20.
Überall auf dem Dachboden sind frische Haufen von Holzmehl unter Bohrlöchern zu finden.
Kann es sich um Holzwurm handeln? Wie werde ich unseren Schädling am besten los?



Holzwurm



Im Fachhandel gibt es Mittel gegen den Holzwurm.



Fachhandel



Das ist der Holzbock, nicht der Wurm. Der Tip von Wacker ist leider ziemlich larifari. Balken Abbeilen und wenn noch genügend Substanz vorhanden ist, behandeln. GGf. entspr. Holz danebenlegen. Dann mögl.altes Holz nehmen. Mit neuem Bauholz schleppt man heutzutage gern auch neue Schädlinge rein. Irgendwann sterben die Schädlinge auch. Alles nicht so schlimm. Fachleute fragen, die sich auskennen-Fachhandel allein nutzt nix.



Holzschädlinge



moin,
nix issses mit mittel ausm handel . ihr wollt das haus ja noch bewohnen ..
lassen sich bilder einstellen von den Bohlen ?ziemlich sicher sind die bohlen aber zu entfernen und zu entsorgen !Sollte die Konstruktion angegriffen sein : Heissluftbehandlung von "Gebälk" durch Fachbetrieb - dann aber erst neuen Belag etc einbauen , wird gleich mit getrocknet !
Gruß J. Kube



Schädlicher Fachhandel



Nachtrag zum Vorgänger: Es gibt durchaus für den Menschen unschädl. Mittel. Wir haben z.B. gute Erfahrungen mit Thüringer Waid (eine Pflanze, stinkt allerdings noch Monate nach dem Einstreichen nach Kuhmist. Th. Waid gibts hier in der Gegend im ökol. Bauhandel), wenn noch was zu retten ist, wenn also nur das Splintholz befallen ist (Kern aktiv). Anderes Mittel: Frisch gemähtes Heu (noch leicht feucht) bündeln und im Dachstuhl unter den Sparren aufhängen. Gast Stickstoff aus und die Lebewesen werden erstickt. Abdichten. 3-4 Monate hängen lassen. So habens die alten Bauern gemacht mit ihren Scheunen und Dachböden. Solange die Räume benutzt wurden in der ländl. Gegend, war bei rechtzeitig eingeschlagenem Holz eben alles gut. Gruss U.Bautz



Sachverstand



Guten Tag,
einige grundlegende Dinge:
Es muß geklärt werden, ob überhaupt ein aktiver Befall oder ein Altschaden vorliegt. Bei Altschaden nur Maßnahmen wenn Tragfähigkeit gefährdet. =Verstärken oder auswechseln
Es muß geklärt sein welcher Schädling zugeschlagen hat. Der "Holzbock" ist übrigens eine Zecke und kein Holzschädling, gemeint war sicher der Hausbock.
Oft ist bei aktiven Befall der Ersatz von Bauteilen umweltschonend und verhältnismäßig günstig.
Bei tragenden Bauteilen MUß mit einem bauaufsichtlich zugelassenem Bekämpfungsmittel (durch Sachkundigen Anwender) bekämpft werden.
Für den "Privatbereich" an nicht tragenden Teilen sollte man ein Mittel mit RAL-Prüfzeichen verwenden. Diese Mittel sind auf Wirksamkeit, gesundheits- und Umweltgefahren getestet. Bei allen anderen "Wundermitteln" ist soetwas überhaupt nicht unbabhängig geprüft.
mfG.
Ulrich Arnold



Sachverstand



Dass bei nicht ausreichender Tragfähigkeit ausgewechselt werden muss - übrigens nicht nur im "Privatbereich" steht ja ausser Frage - siehe unten. Thüringer Waid ist übrigens kein Wundermittel, sondern eine jahrhundertealte Kulturpflanze, die jetzt wieder angebaut wird und die durchaus auf Wirkung u. Verträglichkeit geprüft wurde; auch wenn sie vielleicht nicht allen Holzschutzfachleuten bekannt sein mag. Der Rest geht sicher ins Philosophische. Beste Grüsse
Bautz



Waid



Thuringer Waid ist mir durchaus bekannt, meines Wissens nach hat es jedoch nicht die Wirksamkeit eines durch alle Prüfnormen gelaufenen Holzschutzmittels. Zu tragennden Teilen nochmal: es muß ein zugelassenes Mittel verwendet werden. Das RAL-Prüfzeichen ist eine gute und vor allem vergleichbare Methode des Nachweises von Holzschutzmitteleigenschaften. Die aussage zur Tragfähigkeit bezieht sich naturlich, wie auch aus der Formulierung zu erkennen nicht nur auf den Privatbereich. Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold



Thuringer Waid



An den Dachbalken sind mir kaum Fraßlöcher aufgefallen. Könnte das mit dem Alter zu tun haben
(weit über 100 Jahre)? Demnach müssen wir ein paar zerfressene Bohlen austauschen.
Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um den Hausbock. Dieser hinterläßt meines Wissens
Ausfluglöcher von fast 5 mm Durchmesser. Hier sind die Löcher aber nur 1 - 2 mm groß.
Vor einem Umbau des Dachstuhl vor 5 Jahren wurde uns geraten, dem Holzwurm mit Bohrsalz
beizukommen. Dies würde ihn zwar nicht töten, aber einen Neubefall verhindern. Stimmt das?



Borsalz



Guten Tag,
bei der beschriebenen Ausfluglochgröße haben Sie richtig kombiniert, es kann sich nicht um den Hausbock handeln. Anobien sind wahrscheinlicher.
Ich verweise noch einmal auf meine erste Antwort. Zu Borsalz kann ich Ihnen folgendes in aller schnelle mitteilen:
Borsalz wirkt in ausreichender Dosierung nicht nur vorbeugend, sondern auch bekämpfend gegen "Holzwürmer". Da das Salz nicht weit in den Holzquerschnitt eindringt, und so meist erst relativ spät (beim Ausfliegen der Vollinsekten) aufgenommen wird, können noch Insekten ausfliegen und bereits vorhandene Larven eine Zeit lang weiterfressen. Langfristig (ca. 1 Jahr) wird der Befall bei bestimmungsgemäßer Anwendung eines zugelassenen oder eines RAL Präparates absterben. Bor hat keine Gasphase und ist deshalb als recht unschädlich für Nutzer einer behandelten Konstruktion zu bewerten.
Das einfachste ist der Austausch der Bohlen und weitere Beobachtung ob noch "jemand" nagt.
mfG.
Ulrich Arnold