Wer baut neues Haus aus alten Steinen?

25.08.2013 Neuzugang



Hallo,
wir haben einen alten Fachwerkresthof besichtigt, der zum Verkauf steht. Nach der Besichtigung mit einem Sachverständigen war uns klar, dass die Substanz so viele Mängel aufweist, dass eine Sanierung Unsummen verschlingen würde. Da die Lage allerdings so wunderschön ist, überlegen wir nun, den Resthof möglichst günstig zu erwerben, um dann, nach einem Abriss, ein für uns erschwingliches kleines Haus mit den alten Steinen und einem Grün- oder Pfannendach bauen zu lassen. Vorausgesetzt natürlich, das Bauamt gibt grünes Licht. Was wir nicht wissen, ist, wer baut so etwas, an wen kann man sich wenden, der so etwas komplett und nach Absprache mit unseren Vorstellungen baut, ohne dass es uns das letzte Hemd kostet? Für Anregungen und Tipps wären wir sehr dankbar.



Die Idee wird wahrscheinlich...



... allein aufgrund der Vorgaben durch die EnEv (Energieeinsparverordnung) nicht oder nur mit hohem Aufwand umsetzbar sein. Auch wenn das Haus aus "Recycling"-Material errichtet wird, gilt es als Neubau...
Ansonsten ist Ansprechpartner für einen Hausbau nach eigenen Vorstellung in der Regel ein Architekt, bzw. eine Architektin.

MfG,
Sebastian Hausleithner



Neu/Alt-Bau



Bevor Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, lassen Sie am besten erst einmal einen Architekten vorplanen und rechnen.

Ich denke, das Sie mit schmalem Budget hier nichts bewirken könne: der Abriss wird eine fünfstellige Summe beanspruchen, ist wahrscheinlich bauantragspflichtig. Das Gebäude steht wahrscheinlich im Außenbereich (?), verliert durch den Abriss den Bestandsschutz und darf dann nicht mehr neu aufgebaut werden.

Das alte Material zu trennen, zu säubern und für einen Neubau aufzubereiten, ist enorm zeit- und damit kostenaufwendig. Wenn´s Bruchsteine sind, ist das Vermauern quasi nur mit Gold zu bezahlen, wenn Sie überhaupt einen alten Maurermeister finden, der Ihnen Bruchsteinmauern errichtet. Der Statiker wird seine Probleme damit haben, sie nachzuweisen.

Sie müssen, wie bereits im vorangegangenen Beitrag angesprochen, die EnEv berücksichtigen, weil es ein kompletter Neubau ist. Und da ist ein Bruchsteinmauerwerk das denkbar üngünstigste Ausgangsmaterial, das dann noch aufwendig innen oder außen gedämmt werden muß.

Gehen Sie mal, inkl. Baunebenkosten für Architekt, Statiker, Vermesser, Bodengutachter, behördliche Gebühren, Finanzierungskosten, Baustelleneinrichtung, von mindestens brutto € 1.300 bis € 1.500,-/m2 BGF (Bruttogeschossfläche) für einen Neubau aus.

Da muss das letzte Hemd, das im Rheinland bekanntlich keine Taschen hat, aber recht wertvoll sein.



alte Steine - neues Haus



Vielleicht stellen Sie mal ein Bild vom Bestand ein, dann ist es besser zu beurteilen. Das im Bild dargestellt Haus wurde auch mit alten Steinen gebaut und auch nach EnEV. Geht also schon. Die alten Steine kann man auch selber sauber machen. Das weiß ich aus Erfahrung, weil ich das selber schon gemacht habe. Also nicht gleich entmutigen lassen....



Danke, Herr Haass,



nun wandern meine Mundwinkel wieder aufwärts. :-) Also, es ist mir klar, dass es als Neubau anzusehen ist. Dem Abriss dürfte lt. LBO nichts im Wege stehen; um Außenbereich handelt es sich nicht, sondern um eine Dorflage im Landschaftsschutzgebiet. Die Steine sind grundsätzlich absolut in Ordnung, gesäubert werden müssten sie dann allerdings.
Die 1300,-- bis 1500 € brutto von Ihnen, Herrn Pickartz, beziehen sich wahrscheinlich nur auf den Rohbau ohne Elektro / Sanitär etc.?
Ich werde mich mprgen erst einmal beim Bauamt konkret über einen möglichen Abriss und anschließenden Neubau informieren. Vielleicht kann ich dann Näheres berichten. Vielen Dank für´s Erste!