Wärmeschutz / Dämmung im Fachwerk: Natursteine und Lehm raus - Steinwolle rein und OSB Platten drauf

21.01.2016 thomba



Guten Tag.
Leider ist mein ursprünglicher Threawd geschlossen, da zu lange inaktiv.
Der Link dazu: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/fachwerkwand-mit-natursteinen-und-lehm-fuellung-und-kalk-zement-fassade-daemmung-von-aussen-242526.html
...hier wurde u.a. schon ein Dämmstoff in den Gefachen vorgeschlagen.
Genau dies würde ich nun wieder aufgreifen.
Es geht nur um eine Wand (Westen), da hier Grenzbebauung.
Auf die südliche Fassade kann außen ein Vollwärmeschutz drauf.
Im Norden steht der Anbau und kann auch außen gedämmt werden.
Östliche Seite steht am Nachbarhaus (Doppelhaushälfte).

Zurück zu meinem Problem: Die westliche Wand.
Ca. 6 x 2,5 Meter Vollgeschoss, darüber bereits das DG.
Fenster sind hier keine vorhanden.
Aufbau: Außen Kalkzementputz, ca. 2-3cm.
Putzträgersystem
Holz-Fachwerk mit Naturstein ausgefüllt, dazwischen Lehm
Innen wurde der Kalkzementputz bereits entfernt.

Mein laienhaftes Denken schwebt vor:
Natursteine und Außenputz raus, sodass das Facherk Holz brach liegt.
Innen OSB Platten drauf schrauben
Ins Gefache 150mm (so stark wie das Holz) Steinwolle rein.
Innen auf die OSB Platten die Dampfsperre (oder Dampfbremse??) vom Boden (OSB Platten auf Holzbalken) hochziehen und an der Wand bis unter die Decke verlängern.
Darauf dann innen Gipskartonplatten.

Wäre dies so denkbar?
Was würde außen drauf kommen?
Wie weit sollte die Dampfbremse/-sperre "hochgezogen" werden?



Putzträger ?



Was genau ist das Putzträgersystem ? Hinterlüftet oder nicht ? Daten für die Dampfdiffusion ? Schlagregen ? Gerade Westen ist zumindest bei uns die Wetterseite...

Als Dämmstoff würde ich Holzflex oder Zellulose vorschlagen. Im Gegensatz zu Steinwolle kapillar leitfähig.

OSB mit abgeklebten Fugen kann unter Umständen als Dampfbremse funktionieren. Innen würde ich noch eine gedämmte Installationsebene vorsehen damit es keine Durchdringungen durch die OSB Platten braucht.



AW: Putzträger



Als Putzträger is lediglich auf den Holzbalken von außen so n Rippenstreckmetall drauf. Auf den Natursteinen is der Kalkzementputz entsprechend direkt drauf.
Innen war es eigentlich identisch.

Schlagregen - keine AHnung. Wie krieg ich das raus?

OSB von außen UND innen? Oder wie neinst Du das?
Was bedeutet "gedämmte Installationsebene"?



ach so...



Dann muss man den Putz also neu machen.

Erst einmal, bei Grenzbebauung muss der Nachbar unter Umständen eine Ueberschreitung der Grenze durch Wärmedämmung dulden:

http://www.akbw.de/service/energieeffizientes-bauen/enev-und-eewaermeg/waermedaemmung-nach-nachbarrecht.html

Muss es Verputz sein ?

Verputz
Putzträgerplatten
Hinterlüftung
Windpapier (z.B. Fronta)
Holzweichfaser entweder in oder vor den Gefachen
Dämmung der Gefache mit Holzflex oder Zellulose
OSB, Fugen abgeklebt
Installationsebene, ausgedämmt
Gipsfaser oder Gipskarton

Je nach Anordnung braucht es nur einige cm extra, was für den Nachbarn zumutbar sein sollte.



Aufbau



Das mit der Duldung der Dämmung bis 25cm ist dem Nachbar und uns bewusst, aber Proglem ist, dass wir eine gegenseitige Anbau-Baulast haben... Das aber n anderes Thema ;)

ALso...
Es muss nich unbedingt Verputz sein - im Prinzip uns egal, wie es aussieht, da es ja der Nachbar im Garten vor der Nase hat... Funktionell u nd praktisch sollte der Aufbau sein!

Um möglichst wenig Aufbau nach außen auf dem Fachwer zu haben, fällt Holzweichfaser vor den Gefachen raus, denkeich.
Sollte dieses dann lieber ins Gefache oder besser Holzflex oder Zellulose ins Gefache?
Nach den OSB-Platten braucht es keine Folie mehr?

Installationsebene mit Dämmung stelle ich mir so vor:
Lattung auf OSB Platten
Dämmung entsprechend der Stärke der Lattung
Gipskarton auf die Lattung
Liege ich damit richtig?



Schlagregenschutz



Die Schlagregenbeanspruchung wird territorial in 3 Katagorien eingeteilt; die Übersichtskarte dazu steht in der DIN 4108.

http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Mauerwerk-Schlagregenbeanspruchung_1537755.html?img=0&layout=galerie



Aufbau



https://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?&d0=1.25&L0=1&mid0=196&d1=4&L1=2&mid1=217&x1=58&d2=4&L2=2&mid2=36&x2=6&d3=1.5&L3=3&mid3=71&d4=15&L4=27761&mid4=551&l4=0.039&x4=80&d5=15&L5=27761&mid5=36&x5=12&d6=1.6&L6=4&mid6=769&d7=0.045&L7=5&mid7=234&uu7&bt=0&unorm=enev14alt&T_i=20&RH_i=50&Te=-5&RH_e=80&outside=1&cq=278792&name=Holzwand%20Eingang%202

Ich würde trotz allem aussen eine DWD, DHF oder ähnlich Platte anbringen, die 16 mm muss der Nachbar eben verkraften. Ich haben bei uns 35 mm Holzweichfaserplatten in die Gefache gehäkelt, aber der Zimmermann musste am Schluss doch noch zusätzliche Unterstützung für die äussere Schalung schaffen, und es war ihm auch zu uneben...

Wenn angebaut wird, braucht es ohnehin eine Brandmauer mit allem Tamtam.

OSB sollte ohne Folie funktionieren, wenn die Fugen richtig abgeklebt werden.



DWD / DHF



DWD oder DHF direkt auf das Fachwerk von außen schrauben? Hierauf dann der Putz?

Schaue mir eben Fassadenverkleidungen an. Sieht ja auch super aus!

Aber das mit der Brandmauer kommt ja auch noch hinzu, ganau. Hatte ich vergessen.
Hier muss am Ende eine F90 stehen...

AUßen aufs Fachwerk würde ich dem Nachbar auch 5cm zumuten.
Soviel is momentan auch drauf.



DWD / DHF...



... sind keine Putzträgerplatten.

Da gibt es anderes, aber einen Aufbau mit Hinterlüftung fände ich fehlertoleranter.

Brandmauer braucht es m.E. erst wenn der Nachbar anbauen will, etwas Putz reicht da nicht aus.



Brandwand



Also F90 Brandwand is Auflage bom Baurechtsamt.
Was passiert, wenn da jemals jeam,nd anbauen will, steht in den Sternen geschrieben.
Wird in den nächsten 20 Jahren nicht passieren, also erst mal noch zu vernachlässigen.
"Fehleroleranter" heißt, das dies die bessere Möglichkeit is? :)
Anbei auch mal n Foto der Fassade...