Wärmedämmung in/an Bruchsteinhaus (Hochwasser)




Liebe Fachwerker,
habe ein kleines Bruchsteinhaus gekauft in einem hübschen alten Ort. Es liegt allerdings in einem Hochwassergebiet und ist nicht unterkellert. Es wurde entkernt und dabei Feuchte und bewurmte Balken entdeckt, die ausgetauscht werden müssen. Die Beheizung soll mit Holzofen im EG und Natursteinheizung(Strom) erfolgen. Im OG habe ich beim Tapetenentfernen bemalten Putz entdeckt den ich erhalten möchte (Putz nimmt sehr stark Wasser auf).
Nun meine Fragen:
1. Ob bzw welche Wärmedämmung EG-Fussboden bei Hochwasser
gefahr? (1995=50cm)
2. Ob bzw welche Wärmedämmung außen sinnvoll bei Hochwasser? (Schimmelbildung?)
3. Aussen wie Innen reinen Kalkputz und Kalkfarbe?
4. Wie kann man die vorhandene Putzart auf den Innen- und Außenwänden feststellen?

Mit lieben Grüßen und Dank an alle Antworter
Simone



Wärmedämmung in/an Bruchsteinhaus (Hochwasser



Hallo Simone,

wir arbeiten mit Schilfdämmung und reinen Sumpfalk-Putzen und Farben.
Ich denke das ist auf jeden Fall sinnvoll. Eine Dämmung sollte halt wie bei Ihrem Fall nicht zusammenfallen und der Putz nicht schimmeln. Die Feuchtigkeit sollte ausdiffundieren können.

Um die Putzart zu bestimmen würden wir, wenn Sie Interesse haben das Objekt mal anschauen und Sie Vorort beraten.

Mit freundlichen Grüssen.

Veronika Klepac



Nicht dämmen!



würde ich!
Die Feuchtigkeit, die eine "Dämmschicht" aufnehmen kann wird auch besten Diffusionswerten nicht mehr trocken = also für die Katz.
Aussen wie Innen würde ich Luftkalkputze verwenden.
Strohmheizung - evtl noch mal überdenken.

Sie schreiben, dass der Putz stark Wasser aufnimmt - ist kein schlechtes Zeichen - Wie schnell trocknet er denn wieder?

mfG

FK



EG-Fussboden Wärmedämmen?



Hallo,

Danke für eure Antworten.

Habe eine Frage:
Soll ich und wie den EG Fussboden (nicht unterkellert) wärmeisolieren (Kies/Sand/Styrodur/Estrich)?
Wie ist es dann bei Hochwasser?

Möchte mit dem Holzofen nat. das gesamte Haus beheizen. Stromheizg. nur für alle Fälle.

Bezügl. Putz: Beim Einweichen der Tapete wurde das Wasser vom Putz so schnell aufgesogen, so daß die Tapete gleich wieder trocken wurde und an der Wand haften blieb.
(Luft-Kalkputz?)

Dank für eure Antworten

Simone



EG-Fussboden Wärmedämmen?



Hallo,

Danke für eure Antworten.

Habe eine Frage:
Soll ich und wie den EG Fussboden (nicht unterkellert) wärmeisolieren (Kies/Sand/Styrodur/Estrich)?
Wie ist es dann bei Hochwasser?

Möchte mit dem Holzofen nat. das gesamte Haus beheizen. Stromheizg. nur für alle Fälle.

Bezügl. Putz: Beim Einweichen der Tapete wurde das Wasser vom Putz so schnell aufgesogen, so daß die Tapete gleich wieder trocken wurde und an der Wand haften blieb.
(Luft-Kalkputz?)

Dank für eure Antworten

Simone



Wärmedämmung



Hallo Frau Thieber,
nach meiner Erfahrung mit dem Muldehochwasser (ich habe da die Sanierung zweier Häuser als Gutachter und Baubetreuer begleitet) sind Dämmschüttungen unter dem Fußboden bei Hochwassergefahr nicht empfehlenswert. Dämmstoffe, die ja leicht und porös sein müssen, saugen sich entweder mit Wasser voll oder schwimmen auf, wie z.B. Schaumglas oder Korkgranulat. Diese Materialien selber ziehen zwar kein Wasser, haben aber eine riesige Oberfläche, die benetzt wird und lange zum Austrocknen braucht.
Der sicherste Aufbau ist m.E. eine Platte aus geschlossenem wasserundurchlässigem Leichtbeton mit einer Dichte über 1,1, um Aufschwimmen zu vermeiden. Die Wärmedämmung ist zwar nicht besonders, aber akzeptabel und besser als nichts.
Eine Alternative wären 10 cm foamglas auf einer Sauberkeitsschicht aus Beton und einem darauf ohne Abdichtung verlegten Estrich 10 cm als Sicherung gegen Aufschwimmen. Den Estrich sollten man mit einer mineralischen Dichtschlämme gegen Feuchteaufnahme sichern.
Darauf können Sie dann Fliesenbelag im buttering- floating-Verfahren als Fußboden aufbauen.
Von einer Fußbodenheizung rate ich ab.
Mit diesem beiden Varianten zum Fußbodenaufbau haben Sie Materialien, die kein Wasser aufnehmen und somit nur an den Oberflächen benetzt werden. Das Abtrocknen ist eine Sache von Tagen.
Bei den Wänden rate ich von Dämmungen ab; bei Bruchsteinwänden auch nicht unbedingt erforderlich.
Normale, mit Kalk verputzte Ziegelwände können innerhalb von Stunden erhebliche Mengen Wasser aufnehmen.
Schon einfache Beschichtungen, wie Vinyltapeten oder ein Ölsockel reduzieren die Wasseraufnahme erheblich.
Ich empfehle Ihnen daher die Beschichtung der Wände im gefährdeten Innenbereich mit einer dichten Tapete oder einem entsprechenden Anstrich. Natürlich ist das bauphysikalisch ungünstiger. Dieser Nachteil kann mit einer Sockelleistenheizung ausgeglichen werden.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Wärmedämmung Hochwasser



Hallo Simone,

ich bewohne selbst ein seit 100 Jahren regelmäßig im Hochwasser stehndes Haus. (Bruchsteinsockel mit Ziegelhaus) Ich schließe mich was den Fußboden anbelangt Herrn Böttcher an, wenn auch unsere sonstige Devise lautet alles möglichts offen zu halten statt es zu verschließen (Ausnahme unsere Fußböden). Wir haben folgenden Fußbodenaufbau (nach Beratung durch einen Wasserbauigenieur) gewählt von unten nach oben: Kies, Folie, Schweißbahn (mit Wandanschluß), foamglas mit Bitumem vergosen, Folie, Betonfußboden, Fliesen. Wir halten diesen Aufbau für Hochwassersicher, da wir davon ausgehen, das derartige Ereignisse öfter und vor allem auch höher ausfallen werden. Sprich es kann drunter und drüber stehen ohne das der Fußboden Schaden nimmt.
Was das Beschichten der Wände anbelangt halte ich von Abdichtungen gar nichts. Es mag zwar weniger Wasser eindringen aber es kommt dann nichts mehr hinaus. Unsere Vorbesitzer haben die Fugen von Bruchsteinmauerwerk mit Beton verschlossen und Wände mit Fliesen und Vinyltapeten verklebt. Noch Wochen nach den letzten Hochwassern kam immer dort wo wir so etwas öffneten, (im Zuge der seit Jahren stattfindenden Bauarbeiten)Wasser herausgelaufen. Und das sogar an Stellen die einiges oberhalb des eigentlichen Wasserstandes lagen. Unseren Sockel haben wir mit einem normalen (zementlosen) Luftkalkmörtel verfugt. Seit dem ist dieser nach einem Hochwasser relativ schnell wieder trocken.
Wir haben ansonsten Kalkputz der schlimmstenfalls Nässeflecken bekommt und dann neu gestichen werden muß. Ein wichtiger Unterschied ist noch zu nennen. Oberhalb des Wasserstandes von 2002 haben wir eine neue Horizontalsperre (Edelstahlplatten) einbringen lassen. Dies dürfte bei einem Natursteinhaus nicht möglich und bei einem harten Stein kaum notwendig sein.
Noch ein wichtiger Tip: Keine Medien (auch Fußbodenheizung)in gefährdete Bereiche verlegen, Gib ruhig noch einigen Abstand auf den letzten bekannten Wasserstand hinzu.
Es gibt bei Hochwassergefahr noch mehr zu bedenken, aber dies sprengt den Rahmen Deiner Frage. Bei Bedarf frage mich: rostock.mbm@computer-kontor.de.

Viele Grüße vom Fischerufer



Danke



für die ausführlichen Antworten und liebe Grüsse an Herrn Böttger und an das Fischerufer!
Ich hoffe, ich habe nicht zu oft nasse Socken!

Aus dem Naabtal grüsst
Simone