Wärmedämmputz an Kältebrücken, Frage an Experten

30.04.2016 Nika



Hallo

Tut mir leid erstmal, dass ich soviele Fragen stelle..

Leider fehlen mir Kenntnisse in Baubiologie. Wir haben Betonskelett, für die Ausfachung haben wir zweischaliges Mauerwerk gebaut, und den Kern mit EPS Platten gedämmt(das war am günstigsten).
Wäre es besser: 1. die Betonpfeiler und Riegel ungedämmt zu lassen,die Flächen normal zu Verputzen und eine Lüftungsanlage zu installieren. 2. die Betonflächen mit Wärmedämmputz verputzen den Rest der gedämmten Wand normal verputzen. (um die Aufwärmung durch die Sonne, der gedämmten Aussenschale des zweischaligen Mauerwerks zu ermögöichen, Wärmedämmputz würde dies behindern ,(habe Konrad Fischers Beiträge gelesen) ). 3. Die ganzen Flächen komplett, Betonskelett sowie die Aussenwand des zweischaligen Mauerwerks mit Wärmedämmputz verputzen.

Leider gibt es nur diese Alternativen, welche würdet ihr wählen, wenn ihr keine Alternativen hättet? Vielen Dank im Voraus


P.S. Ich habe Konrad Fischers Beiträge leider zu spät gelesen, also ich bekomme langsam Angst und bereue EPS benutzt zu haben. Leider stimmen die Weisheiten von Konfuzius, nach Tausenden Jahren .. "Das erste Haus baut man für seinen Feind"...



Betonskelettbau dämmen



K.F. hilft hier überhaupt nicht weiter- in anderen Fällen auch nur eingeschränkt.
Du hast aber wohl auch bisherige Ratschläge zu deinem Bau nicht befolgt- von EPS-Kerndämmung war soweit ich erinnere nie die Rede, sondern von Perlite oä.
EPS ist als Kerndämmung ohnehin ungeeignet-
ist das als Plattenmaterial oder als Granulat verwendet worden?

Wenn du der Meinung bist, dass Wärmegewinne durch solare Erwärmung der Fassade die Wärmeverluste ausgleichen, sollte nicht gedämmt werden.

Da dies in den seltensten Fällen so sein wird ist üblicherweise Dämmung sinnvoll,
besonders im Fall von Betonbauteilen, die einen erheblich schlechteren U-Wert als die übrigen Wandflächen haben.

Die Haltbarkeit deines selbst hergestellten Dämmputzes läßt sich kaum angeben und auch nicht, ob es langfristig besser ist, normalen Kalkzement- oder deinen Dämmputz auf der gesamten Fassade zu verwenden.

Zur Reduzierung von Wärmebrücken wäre es sinnvoll, wobei dann bei einem Mehrfamilienhaus alle Eigentümer denselben Putz außen nehmen müßten.

Andreas Teich



danke für die Rückmeldung



Das Problem bei der Mauerwerskauswahl war, eine Aussendämmung war aus wirtschaftlichen Gründen nicht machbar. Ich hätte entweder normalen Betonhohlblock nehmen können und höchstens einen Wärmedämmputz zur Isolierung,oder einen Stein mit gutem u wert. Der verwendete Stein ist ähnlich wie liapor neo stone, in der Mitte Eps eingeklemmt,das kommt mir wie eine Krndämmung vor,zumindest habe ich es so genannt.Andere Steine urden aufgrund minderwertiger Qualität ausgeschlossen. In Behrürungspunkten mit Beton gibt es jetzt Wärmebrücken,.somit hat es jetzt keinen Sinn, Beton mit xps zu dämmen. Aus heutiger Sicht würde ich vieles anders machen, aber...Wie würden Sie an meiner Stelle vorgehen?



Wärmebrücken



Die Betonteile haben in jedem Fall einen erheblich geringeren U-Wert als die Wände.
Dämmen des Betons reduziert also in jedem Fall Wärmebrücken.

Ansonsten abwarten wie sich die Bauweise bewährt- wenn ohnehin schon alles gemacht wurde läßt sich konstruktiv wohl kaum viel verändern.

Später würde ich mir überlegen eine Innendämmung aus Holzfaserplatten zu installieren.
Notfalls mit dem LKW oder großem Hänger die benötigte Menge selber dorthin transportieren.

Andreas Teich



prima



Erlauben Sie mir noch eine letzte Frage zu stellen.Was halten Sie von Perlite Innenputz? In Kombination mit Perlize Aussenputz. Hersteller loben ihn,er soll Klimaregulierend sein,also Feuchtigkeit aufnehmen und später abgeben. Oder innen Kalk -Perlite und aussen Kalk Zement Putz?



Perlite-Dämmputz



Die Haltbarkeit und Druckfestigkeit müßte geprüft werden- bei Eigenmischungen wird's damit etwas schwieriger.
U-Wert-Verbesserung und Kosten müßten günstiger oder gleich sein als bei anderen Dämmungen,
wobei ich den Perliteputz eher verwenden würde als EPS.

Warum wurde denn nicht Perlite in die Steine gefüllt- evt mit Kalkmörtel gemischt- das wäre doch sicher nicht teurer gewesen und hätte eine bessere, einfachere Konstruktion ergeben?

Wie wurden die beiden Mauerschalen der Außenwände untereinander und mit den Betonpfeilern verbunden ?

Andreas Teich



PERLITE



Es gibt hier leider keinen hydrophobierten Perlite. Hätte man Perlite, in den Hohlblock als Schüttung eingebracht wären nur die kammern gedämmt,derRest nicht. Hätte man ein zweischaliges Mauerwerk gebaut und die Kerndämmung mit nicht hydrophobiertem Perlite gemacht,würde der Wasserdampf an der Innenseite der Aussenschale kondensieren und wo möglich Schaden verursachen.Ausserdem Kostenintensiver. Die Wände wurden alle 50 cm an den Pfeilern mit Ankern befestigt.



Perlite



Deshalb ggf das Perlitegranulat in Kalkmörtel einbetten- dann ist's kapillaraktiv und man hat dieselbe Situation wie bei Perliteputz.

Nur alle 50 cm Befestigungen sind in erdbebengefährdeten Gebieten sehr optimistisch

Andreas Teich



Anbei der Stein



Das ist der verwendete Stein, was halten Sie davon Herr Teich?
unten rechts, das eingeblendete Foto zeigt ein ähnliches Produkt von einem bekannten deutschen Hersteller, etwas stärker. Ich könnte alles wieder abreisssen lassen,und normalen Betonhohlblock nehmen, das würde teuer werden, aber vielleicht bleiben die Steine heil und ich kann sie für die Trennwände verwenden.



Styroporstein



Ich kann die Eigenschaften des Steins und der Dämmung nicht beurteilen, und auch nicht, ob der andere Stein technisch vergleichbar ist.
Gibts Daten darüber?
Vielleicht hat sich der Hersteller etwas dabei gedacht oder es gibt langjährige Erfahrungen damit?

Wenn die Wand von außen sonnenbeschienen ist kann sie zumindest wieder nach außen austrocknen.
daher keine absperrenden Farben nehmen-
Reinsilikatfarben halten am längsten und haben die höchste Diffusionsfähigkeit.- wenns so etwas dort gibt.

Andreas Teich