Wärmedämmbundsystem am Fachwerkhaus i.O ??? Gutachter NRW Kreis Soest ??

11.05.2016 Benedikt



Guten Abend bin bei der Überlegung ein Fachwerkhaus bj ca.1900 zu kaufen .... das Haus hat 130qm ist teilsaniert, indem es 2009 neue Fenster und ein Wärmedämmverbundsystem bekommen hat ....

Meine Sorge/Bedenken wurde das WDVS vernünftig fachlich verbaut ?

Beim ersten ansehen von außen habe ich an einer kleinen Stelle der Hauswand ein leichten Anschlag(vermutlich durch PKW) gesehen das das Dämmsystem aus Styropor (gelbes) besteht .....

Hilft mir dort ein Gutachter weiter könnt ihr einen im Kreis Soest empfehlen ??

Vorab bedanke ich mich schon einmal
grüsse Benedikt



Oh oh



Styropor auf Fachwerk geht eigentlich gar nicht.es sei denn die beschädigte stelle ist im sockelbereich,dort wurde vielleicht ein Streifen aus perimeterdämmung verbaut und der Rest ist aus holzweichfaser.sollte man genau untersuchen,evtl.gibt es noch Unterlagen darüber.ist das ganze Haus mit Styropor gedämmt dann besser die Finger davon lassen.



Fachwerkhaus mit WDVS



Warum überhaupt ein solches Haus kaufen?
Die Sanierung wird ja wohl im Kaufpreis eingerechnet worden sein- auch wenn sie sich für ein solches Gebäude schädigend auswirkt.

Selbst wenn das WDVS handwerklich korrekt montiert wurde kann es das Fachwerk auf Dauer ruinieren.

Woraus besteht die Ausfachung?
Gibt es genaue Angaben zur Ausführung?
Woraus besteht der Putz- mit welchen Farben wurde gestrichen?

Dass außenseitig relativ diffusionsdichte Dämmungen schadensträchtig sind- besonders für die Fachwerkhölzer- ist schon lange klar.

Andreas Teich



Qualität Fachwerksanierung



Ausgeführte Sanierungen sollten vor Kauf immer sehr kritisch / gutachterlich geprüft werden. Es geht aus Ihrem Beitrag nicht hervor, ob das WDVS als geklebtes EPS-System nur auf dem Sockel oder auch auf der gesamten FW-Fassade aufgebracht worden ist. Letzteres wäre in der Tat mo.o.w. fatal und bauphysikalisch bedenklich.

Grundsätzlich würde ich erst einmal vom Kauf abraten bzw. empfehlen mit einem fachwerkerfahrenen Gutachter (Architekt/Bauingenieur/Zimmerer-Restaurator) eine ausführliche Objektbegehung durchzuführen. Lassen Sie sich vom Eigentümer auch alle Unterlagen zur Sanierung zeigen (Rechnungen, Skizzen, Ausschreibungen etc), die die Art der verwendeten Materialen und der Bauteilaufbauten klären könnten. Wenn keine Unterlagen existieren -und das ist die Regel- können Sie eher davon ausgehen, das die Sanierungsmaßnahmen weniger fachwerkbezogen geplant als einfach nur gemacht worden sind. Und damit meistens unpassend.



Danke euch



Danke für die Antworten

Könnte gut sein das nur etwas am unteren bereich geklebt wurde die "kaputte Stelle" liegt unten ....
bereite mich grad auf das Gespräch mit dem Makler vor und werde nach Unterlagen fragen bezüglich des WDVS ....

Warum so ein Haus Kaufen ist glaub "für mich und meine Kinder ideale Lage und der Preis ...... natürlich nicht wenn die Gesundheit drunter leidet !!

Herr Andreas Teich die Fragen werde ich mir beantworten lassen !!

Das WDVS bedeckt das ganze Haus bzw die ganze Fassade,
sie steht auch hervor wie weit hab ich mir leider nicht gemerkt ..... habs nur 10 Min von aussen gesehen.

Könnte ich auch Glück haben und es ist nichts schädlich/gesundheitsschädigend ??
Also ist so ein WDVS generell nicht gut bei Fachwerkhäusern ??

DAnke nochmal wie mir gearten werde ich mich weiter nach einem passendem Gutachter umsehen
Habb schon zwei (hier gefunden) die vielelicht passend wären ??? SChönes Forum hier ein Lob dafür.



WDVS auf Fachwerk



Generell sind außen abdichtende Verkleidungen bei Gebäuden mit Holzbestandteilen in den Außenwänden schadensträchtig, da Feuchtigkeitsanreicherungen in der Wand zur Verrottung des Holzes führen können.

Generell sollten Bauteile von innen nach außen diffusionsoffener werden, damit die Möglichkeit der Feuchtigkeitsabgabe nach außen besteht.

Dies gilt seit langem auch für Dachdämmungen.

In Amerika haben WDVS-Systeme auf Holzhäusern (EIFS) zu zahlreichen gravierenden Schäden geführt, sodass solche Systeme in Oregon verboten wurden.

Wenn als Wärmedämmung nicht EPS/Styropor verwendet wird, sondern statt dessen difffusionsoffene Systeme wie Holzfaserplatten, Hanf oder Zellulose gibt es keine Probleme bei Holzhäusern- es ist eine übliche, bewährte Bauweise.

Bei mit EPS gedämmtem Fachwerk besteht noch leichter als bei Massivbauten die Gefahr von Hinterströmung der Dämmung mit kalter Außenluft, was dann zu erheblichem Tauwasserausfall und Feuchteanreicherung im Holz führt.
Zudem wird die Dämmwirkung stark reduziert.

Da es zahlreiche Anschlüsse bei Fenstern und anderen Bauteilen gibt besteht auch hier die Gefahr von Undichtigkeiten, wobei Feuchtigkeit hinter der Dämmung eingeschlossen wird und kaum oder nur sehr verzögert abgegeben werden kann.

Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass auch ein so gedämmtes Haus überlebt- nur gibts leider höhere Schadensrisiken.

Einige Fehler lassen sich mit Infrarotkameras herausfinden, ansonsten sehr giut überprüfen, ob alles fachgerecht montiert wurde und u.A. auch auf nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit im Gebäude achten.

Andreas Teich



@Herr Teich warum lassen Sie es einfach nicht?



Sie schreiben Zitat: "Generell sind außen abdichtende Verkleidungen bei Gebäuden mit Holzbestandteilen in den Außenwänden schadensträchtig, da Feuchtigkeitsanreicherungen in der Wand zur Verrottung des Holzes führen können".Zitat Ende.
Nun wenn "Fachfirmen" wie Ihr Planungsbüro beraten, kann es sein, dass Sie hier die Erfahrungen von eigenen Objekten einbringen?
Wenn schon dann muss dies jemand bewerten und auch ausführen der davon etwas versteht (Bauphysik und Chemie aber auch ausreichende Praxis) und nicht nur Halbwissen einbringt! (evtl. durch Googeln)



Alternativvorschlag?



Kommen jetzt nur noch solche Beiträge?
Hilft das dem Fragesteller weiter?
Haben Sie eine andere Einschätzung dazu?
Also sind WDVS -Systeme mit EPS nicht schadensträchtig,
sondern eine empfehlenswerte Bauweise?

Ich verstehe auch nicht die Logik hinter der Aussage, ob ich selber so etwas geplant habe, wenn aus jedem meiner Beiträge hervorgeht, dass ich fast ausschließlich ökologische Materialien bevorzuge.

Ich habe bisher jegliche auf Personen bezogene Beiträge vermieden-
oder ist das jetzt bei manchen ein neuer Stil im Fachwerkforum wie in einigen anderen Foren?
Wenn's weiterhilft weiter so!

Andreas Teich



Ihr sollt euch lieb haben ;)



Danke für die bisherigen Antworten
helfen mir weiter bin aus dem Kfz Bereich gelernter Lackierer und Mechatroniker auf dem Bau hab ich auch mal gearbeitet,
aber ein Fachwerk ist halt ein Thema für sich.
Wo man glaub ich ständig was zulernen kann

Deshalb bin ich für Antworten und Anregungen sehr dankbar

Also hab ich richtig verstanden wenn das Styropor/Dämmmaterial DIREKT auf die Fassade geklebt wurde ist das auf jeden Fall Fusch ???

Es müsste schon ein Zwischenraum zum zirkulieren der Luft sein ??

Danke



EPS auf Fachwerk?



Hallo Benedikt,
Genau umgekehrt-KEINE Hinterströmung,
weil das kalte Außenluft zwischen Gebäudewand und Dämmung bringt, was die Dämmwirkung reduziert und Kondensatausfall im Zwischenraum ermöglicht. Diese Feuchtigkeit schädigt in der Folge das Fachwerk.

Jedes WDVS -auch mit ökologischen Materialien- muß vollflächig an die Wand angesetzt werden!

Bei Hölzern in der Wandfläche ist das hohlraumfreie Ansetzen aber noch schwieriger als bei massiven Wänden- hier gibt's schon genug Fehler.

Der Hauptnachteil bei EPS ist aber die relativ dichte Außenhaut, die Wasserdampfdiffusion stark behindert.

Andreas Teich



Fachwerk mit EPS



Hallo Benedikt,
Schön wenn's hilft
(mit dem Liebhaben haben manche hier ganz große Probleme- da reicht's nicht mal zu normaler Höflichkeit)
Die Holzfeuchte könnte zB im Bereich der Schwellen oder Eckpfosten mit einem Holzfeuchtemeßgerät festgestellt werden, wenn kleine Löcher in die Fassade gemacht werden. Die lassen sich leicht wieder verschließen.

Bei Fensterbänken sollte unter diesen eine 2 Entwässerungsebene hergestellt werden (Folie, Flüssigabdichtung etc), damit bei Undichtigkeiten der Anschlußfugen keine Feuchtigkeit in die Dämmung und das Fachwerk eindringen kann- das würde noch schneller Schäden hervorrufen.

Der äußere Laibungsputz um die Fenster müßte mit Anputzleisten oder Kompriband abgedichtet werden- Silikon ist nicht so zuverlässig und muß immer auf Schäden kontrolliert werden.

Andreas Teich