Wärmebrücke an Fenstertür

21.12.2019 MiKe



gerade noch rechtzeitig zeigte sich ein Kondensatproblem im Bodenbereich der zwei Fenstertüren im EG.

Das zweischalige Ziegelmauerwerk von 1926 ist innen aufgebaut mit:
- Lehmausgleichsschicht
- Steico Internal 60mm
- Wandheizung in Lehm
- Lehmfeinputz

Fenster sind mit Luftdichtung und 30-60mm Laibungsdämmung (innen) ausgeführt.

Mein Problem zeigt sich nun im Bodenbereich der Fenstertüren im EG zur Terrasse.
Dieses Detail habe ich vernachlässigt und es fehlt eine thermische Trennung bzw Bodeneinstandsprofil.
Einzig minimal thermische Trennung durch Fensterbankprofil.
Direkt darunter liegt also fast Außentemperatur an.

In der Bauphase ( schon 3 Winter...) blieb der Bereich trocken.
Wirklich tiefe Temperaturen hatten wir in der Zeit aber nicht.

Jetzt feuchtete dieser Bereich aber massiv auf, da durch die Putzarbeiten doch sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrschte.
Da die Außentemperaturen aber noch nicht wirklich unter 0°C lagen, mach ich mir nun (berechtigte) Sorgen,
daß bei wirklich tiefen Temperaturen und "normaler" Luftfeuchte trotzdem Kondensat ausfallen könnte.

Jetzt habe ich noch die Möglichkeit einzugreifen, doch in ein Paar Wochen soll der Bodenaufbau eingebaut werden.

Die Scheitrechte Kappe über unbeheiztem Keller soll folgendermaßen aufgebaut werden:
- Kappe
- Cemwood1000 als Ausgleich (10-60mm)
- Steico Base 40mm
- Steico Floor mit Lagerhölzern 60mm
- 29mm Kieferdielen

Eigentlich wollte ich auf eine PE-folie als Trennlage über Cemwood verzichten, denke nun aber wieder darüber nach.

Die eigentliche Frage:
reicht an dieser Stelle eine dünne WeDi Platte zum entschärfen, die luftdicht mit Fliesenkleber auf den Beton unter der Tür geklebt wird und dann der Bodenaufbau dagegen?
Es muss ja nur verhindert werden, daß Raumluft an dieser Stelle unter Taupunkt gekühlt werden kann.
Offene Holzfaser halte ich an dieser Stelle für problematisch.

auf dem Detailfoto habe ich die Schwelle trocken geföhnt.

Vielleicht gibts ja noch eine viel besser Lösung?

viele Grüße
Micha



Einbausituation



hier eine der Fenstertüren zur Übersicht.
Dort erkennt man gut den klitschnassen Bodeneinstand.
Das feuchtete schon auf, bevor es Putz- und Spritzwasser ab bekommen hat.



Unter dem Fenster



Ich habe die Info nicht gesehen, was sind das für Materialien unter dem Bodeneinstandsprofil?
Wie ist den der Bereich unter dem Bauelementes eingedichtet und wie die untere Fuge ausgefüllt und luftdicht verschlossen worden?
Wie ist es außen aufgebaut.? Liegt da eine freliegende Betonstufe oder ähnliches?

Beste Grüße - M.Mattonet, Ingenieurbüro Bergisches Land



Informationen unterschlagen... mein Fehler ;)



Ich versuche es mal:
Bruchsteinkeller (50cm Stärke), an dieser Seite etwa 20-30cm oberhalb des Geländes endend.
Eine alte Sperrbahn unterhalb der Kellerdecke ( Scheitrechte Kappe mit Trägern und Schlackenbeton geht bis zur halben Stärke), die knapp über Gelände endet
Darüber (ab Kellerdecke) zweischalig mit Ziegeln ( 11,5cm/6cm Luft/11,5cm).

Unter dem Fenster ab Kellerdecke mit Betonestrich aufgefüttert, auch unter der Fensterbank/Stufe (außen).
Zweite Wasserführende Ebene unter Granitfensterbank mit Kemperol auf den Rahmen/Fensterbankprofil geführt. Hier kommt aber eh sehr selten Regen hin.(Süd/Ostseite).

Kleine, ausgeschäumte Fuge unter Fensterbankprofil.
Luftdichtungsbahn innen (das rosa Band) mit passendem Hybridkleber auf den Betonestrich geklebt.

Die Oberfläche der Kappe hatte ich damals gereinigt(abgesaugt) und mit Zement/Sandschlämme verfestigt.


Ich weiß, dieser Einbau hätte deutlich besser geplant werden können, doch das war noch eine der ersten Einbauten bei der Sanierung hier und ich habe voll auf den Profi vertraut.
Die Kunststofffenster sind leider auch die eine Sünde, die ich mittlerweile bereue, doch das ist nicht mehr zu ändern.

Ich hoffe, genau genug beschrieben zu haben, reiche aber gerne weiteres nach.
Würden irgendwelche Detailaufnahmen helfen? Das meiste habe ich dokumentiert.



Perimeterdämmung



Glaube ich habe es verstanden. Im Prinzip ist zwischen der Außenseite und der Innenseite nur Beton.
Innen willst du jetzt diffusionsoffenen Bodenaufbau einsetzen.
Abdichtung hast du keine gesetzt sondern setzt Lehmputz und Bodenaufbau direkt auf deinen Betonestrich.
Ich würde ein eine druckfeste mind. 60mm Glasschaumplatte als Perimeterdämmung vor das untere Bauteil und in gleicher Höhe bis in die Laibung setzen und gut einkleben.
Ist immer eine Scheißecke aber besser wäre gewesen statt des Betons dort ein Material was thermisch eine bessere Eigenschaften hat. Ein ISO-Kimmstein oder direkt das ganze mit foamglas S3 aufbauen.

Gutes Gelingen und schöne Feiertage - M.Mattonet



Wärmebrücke



ich hatte das Problem auch und habe ( oh welche Öko-sünde) eine Styrodurwaffelplatte 40mm press eingeklebt. In Deinem Fall sollte die bis Unterkante Dielung reichen.



genau



das war auch mein erster gedanke, nur war ich halt unsicher mit der perimeterdämmung dort zu sperren.
aber irgendwie muss ja die warme luft von der kalten stelle ferngehalten werden.

ich werde dort also vollflächig verkleben und rechts und links bis ans bestandsmauerwerk gehen.

danke für deine einschätzung und auch schöne feiertage.
micha

@Pope:
ja, manchmal ist das böse zeug doch nützlich ;)



Wärmebrücken bei Außentür.



Besser wäre eine Feuchtigkeissperre auch unter der Tür verlegt worden,
bevor die Fugen aufgeschäumt werden-
ohnehin muß die Schwelle, besonders bei Kunststoffelementen,
druckstabil unterfüttert werden- Schaum genügt i.d. Regel nicht.

Beton- oder Kunststoffflächen besser mit feuchteunempfindlichen Dämmstoffen dämmen und besser natürlich von außen.

Wenn genügend Platz ist kann eine dünnere XPS- oder Schaumglasplatte
anschließend mit diffusionsoffenen Dämmungen zusätzlich gedämmt werden,
sofern der nachfolgende Aufbau diffusionsoffen ist-
zu Tauwasserausfall kommt’s dann nicht mehr.



ausreichend



unterfüttert sind die elemente und echte schwellen gibts nicht, da es ja fenstertüren sind. umlaufend normaler fensterrahmen.

aber richtig, das hätte deutlich besser gelöst werden können.

ich habe die möglichkeit dort innen mehr als 4cm aufzukleben und dann schließt der gedämmte Bodenaufbau an. dort sollte kondensat dann kein thema mehr sein.

jetzt wo die wände großenteils wieder trocken sind und sich langsam normale raumluftfeuchte einstellt, sind die bereiche auch wieder trocken.
ich hoffe auf ein paar kalte tage bevor der aufbau reinkommt, dann habe ich gewissheit.

danke auch dir und pope für die hilfe.



zum Abschluss



und bevor es im Archiv verschwindet:
Nach vollständiger Lehmtrocknung hat sich die Luftfeuchtigkeit nun auf knapp über 40% bei ca.20°C eingependelt und alle feuchten Stellen sind verschwunden.
Trotzdem habe ich natürlich versucht die Situation zu entschärfen.
Im Bereich der Dielung / Fensterbankprofil habe ich eine dünne und darunter eine stärkere Platte vollflächig bis an die Bestandswand verklebt. (fummelig das hinter Lehm und Laibungsdämmung zu bekommen)
Spalten ausgestopft und an diesem Element auch im Bodenbereich (darunter befindet sich ein Kellerfenster) noch etwas einbindend gedämmt.

Danke an Euch für die Einschätzungen.



Ok,



das sieht gut aus. Viel Erfolg weiterhin.