AUSSENDÄMMUNG SICHTFACHWERK

30.01.2006



Ich betreibe ein Hotel in einem Fachwerkhaus.
Das Haus wird seit 1688 seiner Bestimmung treu
als Herberge, heute Hotel geführt.
Das Haus ist mit Moderner Tieftemperaturheizung und Solartechnik , sowie neuen Fenstern ausgestattet.
Heizungsspeziefische Regelungen sind auf neuestem Stande, jedoch lässt sich das nur bedingt in einem Hotel , wo der Gast König ist, thermisch realisieren.
Wärme hat da zu sein, wann der Gast es will, der Gast ist nicht bereit Denkmal bedingte Schwachstellen, per Heizungszuschlag zu bezahlen.
Die Energiekosten fressen mich auf, die Transmissionswärme-
verluste sind einfach zu hoch, probleme auch im Sommer,
Wände werden zu warm, Kostenfaktor Klimatisierung.
Ich komme auf der Kosten /Nutzen Seite ins hintertreffen,
die Kosten des Energieaufwandes sind kaum zu bewältigen.
Das Haus ist innen komplett schreinermäßig hochwertig ausgebaut eine Innenisolierung kommt aus Aufwandsgründen,
sowie Betriebsunterbrechungszeiten und Bauphysikalischen Gründen nicht in Frage.
Ich habe dem Denkmalamt 3 Varianten vorgeschlagen :
1. Dauersonderabschreibung der denkmalbedingten Energiemehraufwandskosten Sommer /Winter
2. Deutliche Beteiligung (30%) an Herstellungskosten von alternativengergien (Erdwärme) , Bohrgenehmigung liegt vor.
3. Vollisolierung des gesamten Hauses an der Aussenhaut.
Rückstellung ist gebildet, Auftrag kann erteilt werden.

Ds Landratsamt will ein Gutachten eines Energieberaters,
können sie haben, denn die Warmedurchgangswerte stehen sowieso fest .
Die Denkmalschutzbehörde ist letztendlich ein zahnloser
Tiger geworden, wenn man sachlich objektiv und mit
unbestochenen Zahlen aufwarten kann.
Der Denkmalschutz steht nicht über der Lebensgrundlage !

Hat schon jemand soetwas auch angeleiert ? oder ähnliches ?
MFG Wilfried



mooment mal,



wer sagt denn, daß eine Innenisolierung für Sichtfachwerk (für was auch sonst) nicht in frage kommt, ist doch eines der Hauptthemen in diesem Forum.

Und wenn Geld bereit steht, warum dann nicht ausnahmsweise mal RICHTIG ???



Vieleicht hilft mischen



ich kann zwar nichts zum Vorgehen der Denkmalbehörde sagen, kann mir aber kaum vorstellen, dass man sich ruinieren muß um eine Sichtfachwerkfassade zu erhalten. Im Odenwald waren traditionell die Wetterseiten der Fachwerkhäuser verschindelt. Vieleicht ist das ein Lösungsansatz. Die Wetterseite mit Außendämmung und Holzschindeln und die weniger exponierten Seiten mit Innendämmung. Auf jeden Fall gilt es die Innenwände auf Undichtigkeiten überprüfen. Ich hab auch schon Zeitgenossen gesehen die fanden Fachwerk so schön, die hatten das Innen und Außen sichtbar. Die haben sich Anfangs auch über die Heizkosten gewundert.

Gruß Harry



Was für ein Heizsystem haben Sie im Haus?



nachdem,was Sie hier ausführlich schildern ahne ich,daß Sie wahrscheinlich ein Konvektionsheizsystem mit üblichen Radiatoren im Haus haben müßten. Diese machen vor allem die Decken warm,da wo man wirklich keine Wärme braucht.
Ich habe unseren Kunden seit über 20 Jahren erfolgreich ein einfach zu montierendes Mischsystem aus Konvektions-+Strahlungsheizung empfohlen: die Fußleistenheizung.
Dieses einfache und #ästhetisch ansprechende System ist gerade für ungedämmte Altbauten hoch interessant und bedarf keiner weiteren Dämmung der Außenwände. (habe selbst 10 Jahre in einem ungedämmten Sandsteinschloß, Raumhöhen 3,20mtr,keine Decken-oder Dachdämmung vhd. K-Wert der 50cm Außenwand aus herrlichem rotem Sandstein=ca 1,0W/qm x K gewohnt und gearbeitet, welches seit 26 Jahren mit einer Fußleistenheizung energiesparend beheizt wird.
Vor 28 Jahren wollten Energie-Professoren der Frankfurter Uni das schöne Gebäude mit Styropor einpacken,da die wissenschaftlichen Herren meinten,dieses Gebäude wäre sonst nicht beheizbar.Zum Glück hat mein ostpreußischer Schloßbesitzer die kleingeistigen Bau-Heizungsfachleute sofort vom Hof verbannt und eine Fußleistenheizung im Selbstbau montiert.
Dabei können vhd. Rohrsysteme wiederverwendet werden,die Heizkörper werden abgeschraubt (und evtl. im ebay weiterverkauft?).Wo nicht notwendig (z.B. Toilette,Treppenhaus etc. läßt man die vhd. Heizkörper dran. Der Hotelbetrieb kann weitergeführt werden, Wand+Fußboden bleibt unberührt. Problemlos können die Heizleisten z.B. unter den an der Außenwand verlaufenden Sitzbänken montiert werden ......Unsere Heizungsfachhandwerker erarbeiten hierzu einen gut eingetakteten Bauablaufzeitplan.
Auf Wunsch kann ich Ihnen hierzu gerne weitere Produktinfos zukommen lassen, für eine unverbindliche Angebotserstellung müßten Sie uns Bestandspläne mit vhd. Raummöbilierung zusenden.



denkmalschutz steht nicht über der lebensgrundlage -



schöner satz! trotzdem durfte ich nicht mal paar lächerliche qm kollektoren auf'm Dach haben (nur brauchwasser, not more), weil es die straßen(sicht)seite gewesen wäre.
da scheints bei ihnen doch vernünftiger zuzugehen.
erstens wird definitiv nichts werden, dafür gibts keine gesetzliche grundlage, zumal sie die enrgiekosten doch eh schon als betriebsausgabe in abzug bringen.
ich kann sie übrigens verstehen, als hotelgast benehme ich mich auch nicht "normal" - ich habe ja bezahlt. da dürfen es denn gern auch mal 25 grad innentemeperatur haben - was ich mir zuhaus - mit blick auf den gaszähler - nie gestatten würde. :-)))
zweitens - ich weiß nicht, ob das so clever ist, die kosteneinsparung in den vordergrund zu schieben - das ist nicht förderfähig. versuchen sie es durch die hintertür, von wegen platzmangel der heizungsanlge (die sowieso dringend erneuert gehört), was immer ihnen einfällt, warum sie unbedingt eine erdsonde brauchen. (gefördert wird normal immer nur standard) auch die genehmigende Behörde muss sich irgendwie irgendwo rechtfertigen. arbeiten sie mit ihrem denkmalamt zusammen - wenn denen was an dem haus liegt, werden sich wege finden.
drittens ist eine sch...idee.



Vielleicht nicht nur



an das Denkmalamt denken. Förderungen für Energiesparende Massnahmen gibt es vielleicht auch noch über andere Fördertöpfe. Eine Energieberatung ist sowieso erforderlich. Hier sind dann sicher auch Informationen über Förderprogramme erhältlich.



Energieberatung für Betriebe



Mein Vorschlag:
Nehmen Sie sich mal einen erfahrenen Energieberater (Architekt oder Bauingenieur) aus der Region und lassen Sie sich ein Konzept ausarbeiten.
Das ist ein typischer Fall für integrale Energiekonzepte: Anlagentechnik, Bautechnik, Architektur und Betriebswirtschaft zusammenführen. Das geht nicht per internet.
Tip: Steinbeis - Transferzentrum Gebäude- und Solartechnik in Stuttgart, machen aber auch andere.



FINITO GERMANY von Wilfried Engel



Vielen Dank fuer alle Beiträge, die mein Haus betroffen haben.
Ich habe mich entschieden ein Hotel in den Tropen zu bauen, was ich derzeit auch betreibe. Hier zahlt sich der Gewinn in
Lebensqualität aus und nicht in Dauerbaustellen für Generationen und Nachfolgegenerationen. Wer unfreiwillig zu einem Fachwerkhaus aus Erbe kam, wie ich und den darin befindlichen Betrieb optimieren soll, der muß auch in Zukunft darüber nachdenken, das das nichts für seine Kinder ist, sie dahin hinein zu erziehen sehe ich als falsch,
da es nicht freiwillig ist, und ausserdem fressen die Mehrkosten eh schon den Gewinn auf, sodaß einige Privatschulen schon mangels Geld nicht mehr in Frage kommen,
irgenwie ungerecht auch den Kindern gegenüber, so ein
egoistisches (manchmal) unfreiwilliges Hobby zu haben.
Umweltschutz und CO2 Ausstoß scheinen ebenfalls bei dieser Bauart kein Thema zu sein, die Frage nach der ersten Energetischen Unterrichtsstunde ?, Papa wiviel braucht unser Haus denn pro qm .....kommt man sich dann doch wie ein
Umweltschwein auf Rezept vor ! Prost Germany!
2. wer hinterlässt schon gerne eine Dauerbaustelle !!
Lasst es leerstehen und verfallen, dann kann man abreissen und einen lukrativen
Betrieb aufbauen, sollte jemand am Kauf interessiert sein
bin ich gerne bereit dieses Filetstück an Grundstück in meiner Stadt zum Marktwert ohne das Haus, da eh nichts wert zu verkaufen.
Grüße aus den Tropen
Wilfried Engel