Aktueller Stand Wärmedämmung




Hallo liebe Forumsmitglieder.

Vor einigen Jahren habe ich mich schon einmal intensiv mit dem Thema Wärmedämmung beschäftigt. Damals lief alles auf Lehm hinaus. Die meisten waren besonders begeistert von Leichtlehm, wie z.B. Holzhackleichtlehm. Surfe ich so über die Herstellerseiten stelle ich jetzt fest, dass eigentlich nur Claytec noch entsprechendes im Angebot hat. Oder finde ich es nur nicht? Ansonsten entdecke ich nur noch Steine und Platten und andere Produkte wie z.B. Lehmputze. Außerdem wird viel mehr von Schilf und anderen Materialien wie Hanf gesprochen. Bilde ich mir das ein oder geht der Trend beim dämmen weg vom Holzhackleichtlehm?

Womit arbeitet Ihr am liebsten?
Andrea
PS: Ich plane 39 cm Vollziegelwand (1 1/2 Stein starke Wand aus handgemachten evtl alten Ziegeln) und Lehminnendämmung. Habe ich eine Chance das EnEv und Materialgerecht zu tun?



Sparen ist besser als ENEV!



Die dicke Vollziegelwand ist völlig ausreichend.
Nehmen Sie einen guten Luftkalkmörtel (solubel.de)
dann wird das Haus auch lange halten und den KindesKindesKindesKindeskindern etc. auch noch keine Last...
Innenputz mit Claytec oder Luftkalk, Temperierung á la sancal
Holz, einfache Fenster ... Mehr brauchen Sie nicht und für Nachhaltigkeit ist gesorgt.
Für das Geld, das Sie sich sparen, dass sie keine Innendämmung oder irgendwelche Holzhackleichtlehmsachen machen, gönnen Sie sich dicke Fussbodenbretter ? 35 mm .... da haben Sie was davon!

gutes Gelingen

FK





Hallo FK,

Sie sprechen mir aus der Seele. Der Tip mit Solubel ist gut. Bislang kannte ich für entsprechende Mörtel nur www.falkenloewe.de. Aber: EnEv ist ja nun leider kein freiwillig zu erfüllendes Optimum, sondern leider gesetzlich verordneter Schwachsinn. Energiesparen ja, nur eben nicht so... wenn mir jemand erklärt, wie ich an der ENEV mit 'nem Neubau vorbei komme, gerne. Ich würde zwar wohl trotzdem nicht aufs dämmen gänzlich verzichten, da ich auch gerne eine Wandheizung einsetzen würde, aber man müsste eben keine solchen Verrenkungen für einen blöden Wert machen. Es gibt zwar die Regelung mit der Wirtschaftlichkeit, nur es gibt ja wirtschaftliche Varianten, die eben einfacher zu erzielen sind, als mit gesunden Baustoffen. Hat das schon mal jemand hier durchbekommen?

Und wie gesagt, ich freue mich über eure Berichte zu Euren Favoriten Dämmsystemen!!!

Viele Grüße
Andrea



Das mit dem Rechnen!



Lassen Sie andere besorgen - das haut dann schon hin!
Und mit dem von Ihnen favorisierten Massivmauerwerk
brauchen Sie auch bei einer Wandheizung - zu der es ja auch
Alternativen gibt: www.sancal.de - keine Innen oder Aussendämmung.
Und die Dämmerei wird nicht richtiger, wenn man anstatt MiWo dann Holzhackschnitzel nimmt.
Tausende Jahre Baukultur ohne Dämmereien ist mir Beweis genug ...
und die (vermeindliche) Klimakatastrophe wird nicht dadurch besser, dass man Dämmungen einbaut, die nach 30 Jahren wieder rausgerissen werden - oder schon nach 15 Jahren ....
Diese Katastrophe kommt daher, dass unsere Gesellschaft permanent Abfall produziert und dabei so tut, als ob das das natürlichste auf der Welt sei ...

Vergessen Sie die Dämmerei auch wenn "ALLE" davon reden. Machen Sie dann lieber die Wand 2 Stein dick!

Was halten Sie denn von einem alten Haus, das Sie herrichten?
Ein nettes Denkmal, sinnvoll hergerichtet hat auch seinen Reiz und
auch seine Qualitäten!????

frohes Entscheiden ...

FK





Ich bin ein absoluter Altbaufan. Aber man kann sich schließlich nicht den passenden aus den Rippen schneiden. ich suche jetzt seit Jahren und finde nicht das passende. Wir sind schon bereit, ziemlich in die Pampa zu ziehen und viel Geld auszugeben, aber entweder ist es dann doch zuweit oder es gibt kein ordentliches Grundstück für einen Garten. Oder irgendeinen anderen Harken. Direkt an großer Hauptstraße(laut auf dem Dorf...) oder die aktive Schweinehaltung direkt nebenan.(Kühe, Pferde, krähende Hähne alls ok. Aber die Schweine waren echt zu arg)

Und wie gesagt, wir haben jetzt das passende Grundstück gefunden (Direkt am See mit altem Baumbestand! Hoffentlich klappt es...)

Ehrlich gesagt, ist mir Herr Fischer zu extrem und nur weil das eine Extrem nicht richtig ist, muss es das andere noch lange nicht sein. Ich habe gestern abend noch ein älteres "Streitgespräch" in diesem Formum zwischen Ihnen und anderen gelesen, wo es um sancal und die Theorien von Fischer und Maier geht (inkl der halben Sancal-Seite). Und wissen sie was: Ich glaube, dass die Heizleisten funktionieren, genauso wie eingeputze Wandheizungen. Nur halte ich das Thema Strahlungswärme in diesem Zusammenhang bei beiden für absoluten Blödsinn, mal so als Laie mit halbwegs gesundem Menschenversand.. Für Strahlungswärme brauchen Sie einen extrem heißen Heizkörper wie die Sonne, den Ofen, die Herdplatte oder ähnliches. Halten Sie doch einfach mal die Hand über die heiße Herdplatte. Dann merken Sie schnell, dass die Strahlung nicht mehr zu spüren ist, wenn Sie die Hand von der Platte entfernen. Wie soll da die Strahlung von 20 Grad warmen Wänden bis in die Mitte eines Raumes reichen??? Der einzige Grund warum die Heizungen funktionieren ist, weil sie die Außenwände erwärmen, von denen normalerweise die Kälte in den Raum zieht. Und weil sie unangenehme Zugluft vermeiden durch ihre großen Flächen im Raum und die senkrechte Anbringung. (Pferde werden z.B nicht durch Kälte und frische Luft krank, sondern durch Zugluft. Ställe werden extra so gebaut, dass man die Zugluft minimiert, Frischluft aber fördert. Kein Wunder, dass wir uns mit "normalen" Konvektionsheizungen und dichten Fenstern nicht wohl fühlen.)

Aber ich will hier keine Wandheizungsdisskussion anregen, sondern Infos, auf welche Wärmedämmungen ganz persönlich die Forumsmitglieder schwören oder Tipps, wie ich die EnEv mit 'nem Neubau umgehen kann.

Viele Grüße
und trotzdem Danke ;-)
Andrea



Der gesunde Menschenverstand!



Hallo
Zitat: … mal so als Laie mit halbwegs gesundem Menschenversand.. Für Strahlungswärme brauchen Sie einen extrem heißen Heizkörper wie die Sonne, den Ofen, die Herdplatte oder ähnliches. …

Das mit dem Menschenverstand ist so ne Sache:
Manchmal JA und manchlam NEIN!

Ganz früher haben 100% der Menschen geglaubt die Erde sei ne Scheibe ... und keine Kugel: da würde man ja runterfallen .... und drehen darf sich die Kugel auch nicht, weil sonst alles durcheinandergerät!

Und mit der Stahlung sind Ihre Ideen nicht sehr weitläufig ... und physikalisch auch etwas lau!

Der Körper des Menschen braucht eigentlich nur eine warme Strahlfläche um sich so 18 / 19 °C und keine warme Luft, die ja ab 20 ... 24°C eher dem Körper schadet - vor allem wenn sie staubig und trocken ist ...

strömende Luft ist für Menschen so wie für Pferde nichts und je schneller die Luft, desto unangenehmer ...

Aber Strahlung braucht Masse und keine Luft um Wärme zu "erzeugen"!
Siehe Sonne - Erde!
Und prallt die Sonnenenergie (Licht) auf einen Stein, wirds dem sofort warm!
Ebenso ists mit der Stahlungsheizung - ob Sie's glauben oder nicht!

Und den Versuch mit der Herdplatte kann ich leider nicht machen, weil ich mit Gas koche - und wenn da die Flamme brennt, merkt man das sofort auch vor dem Ofen - auch wieder Strahlungswärme! Ja das ist ein komlexes Thema!

Das Thema dämmen habe ich Ihnen ja schon aus meiner Sicht erörtert!

Viel Spass weiterhin

FK





Der gesunde Menschenverstand ist manchmal nicht der schlechteste. Denn sind die Theorien von KF wohl offensichtlich von Nicht-Laien durchaus sehr angreifbar, so ist der Grundtenor ja durchaus nicht verkehrt... (Ihr dämmt Euch überdicht zu Tode, die Wurzel allen Übels ist das zu dichte Fenster)

Also nochmal langsam (fängt gerade an richtig Spass zu machen ;-) Ich habe eine Herdplatte (Strahlungskörper) und meine Hand (Gegenstand, keine Luft und als menschliches Objekt ja das, was sich warm und behaglich anfühlen soll durch die Strahlungswärme). Halte ich die Hand dicht an die Herdplatte ist es verdammt heiß, autsch. Halte ich die Hand 10 cm entfernt, ist es vielleicht noch warm. Halte ich sie 20 cm entfernt, ist die Wärme kaum noch zu spüren. Ich denke so mal grob ist das Fakt und selbst kleine Kinder wissen das schon. Mama sagt ja nicht geh nicht in die Nähe der Herdplatte, sondern sie sagt, fass die Platte nicht an. Eben weil, wie Sie sagen, Luft eben nicht gut leitet. Steht ein Topf nicht Plan auf dem Herd, brennt das Kochgut an. (Trennt billige Töpfe von teuren) Eben weil es mit der Luftschicht dazwischen den Topf dort weit weniger erwärmt.

So die Hand wird also nicht mal mehr warm (extrem ausgedrückt), wenn Sie 20 cm weit von der heißen Herdplatte entfernt ist. Aber ein menschlicher Körper soll sich an Strahlungswärme erwärmen von einer viel kälteren Wandheizung in zig Metern Entfernung. Das möchte ich dann schon etwas genauer erklärt bekommen, wie das funktionieren soll. Wie gesagt, die Heizungen sind bestimmt toll. Wir hatten selbst zu Hause eine Fußbodenheizung. Aber der Grund für da angenehme Klima ist meiner Meinung nach wo anders zu suchen.

Im übrigen hat mir mal ein Maschbau.Ing ganz genau erklärt wie das mit der Strahlungswärme ist und mit der Abnahme zum ² oder so ähnlich. Nur ich Laie kann das natürlich mitnichten mehr wiedergeben.

Also nochmal, wenn meine Hand schon nicht durch die viel heißere Strahlung der Herdplatte warm wird wie soll das dann mit dem ganzen menschlichen Körper bei viel niedriger temperierten Strahlungsheizkörpern funktionieren.

Und zum oft üblichen Vergleich mit dem Ofen. Auch der Ofen ist eine sehr viel heißere Quelle als eine Wandheizung...

Das Beispiel mit dem Stein in der Sonne finde ich übrigens schlecht. Sie wollen doch nicht ernsthaft eine von Luft erwärmte Wand mit der anglaublich viel heißeren Sonne vergleichen, oder? Wir reden ja wie gesagt nicht über die Luft dazwischen, sondern über den Strahlungskörper selbst...

Gruß Andrea





Übrigens finde ich es besonders coll,das Herr Meier es nötg hat Formeln in Frage zu stellen, um seine Theorien zu belegen... das man die DIN und die EnEv und das ganze Geküngel angreift ok. Aber Formeln die auf physikalischen Gesetzen basieren???

(Zitat) http://www.dimagb.de/info/bauphys/pmstrahl.html
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Quintessenz: Die langjährig angewendeten und damit auch fälschlicherweise als "bewährt" bezeichneten Formelansätze für die Berechnung der Strahlungsaustauschzahlen erweisen sich für die Beurteilung der wahren Strahlungsverhältnisse als logisch widersprüchlich; sie verstoßen gegen die elementaren Gesetzmäßigkeiten der Strahlungsphysik.

Bemerkenswert ist, dass bei Anwendung der "praktizierten" Formeln stets alle errechneten Werte zu Ergebnissen führen, die zu niedrig ausfallen. Dies bedeutet neben einer Überdimensionierung der Anlage eine generelle Unterbewertung und damit Benachteiligung der Strahlungsheizung! Bei einer solchen Methodik braucht man sich dann auch nicht zu wundern, dass die Strahlungsheizung nicht die Geltung erreicht, die sie verdient.

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Nochmal meine Quintessenz.
Überdimensionierung und nicht korrekt Würdigung ok. aber auf Grund der nicht ordentlich berücksichtigten Strahlungswärme" halte ich für ein Gerücht. Wie gesagt ich denke es liegt an der Ignoranz gegenüber dem Wohlfühlfaktor: kein Zug, keine starken Temperaturgefälle (Habe in meinen alten Büroräumen trotz 24 Grad Raumtemperatur im Winter gefroren, da die riesigen Fensterflächen kalt waren...) durch temperierte Außenwand und geringere relative Luftfeuchtigkeit. Das alles führt dazu, dass ich geringe Temepraturen benötige, um mich wohlzufühlen. Das wird alles bei der Berchnung von Heizanlagen und durch die ENEV ignoriert. Da brauche ich keine herbeigeredete Strahlungswärme.

Nochmal LG Andrea



Fachlich höher qualifiziertes



Und noch eine Ergänzung: was Wiki so schreibt (In Auszügen)


Wärmestrahlung ist ein umgangssprachlicher Begriff für Infrarotstrahlung. Mit zunehmender Temperatur eines Körpers wächst die Intensität dessen Wärmeabstrahlung stark an (siehe Stefan-Boltzmann-Gesetz), und das Emissionsmaximum verschiebt sich zu kürzeren Wellenlängen (siehe Wiensches Verschiebungsgesetz).

Da das Emissionsmaximum bei Raumtemperatur bis zu Temperaturen von 3000 Kelvin im Infraroten liegt, wird Wärmestrahlung oft mit Infrarotstrahlung gleichgesetzt.

Im Gegensatz dazu liegt z. B. das Maximum der Wärme- bzw. Temperaturstrahlung der Sonne (Oberflächentemperatur 5700°C) im sichtbaren Bereich, für bestimmte galaktische Kerne sogar im Röntgenbereich des elektromagnetischen Spektrums.



Dämmen ja/nein/wie



Das hatte ich kürzlich hier auch gefragt und eine Menge Antworten erhalten, siehe hier:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm?ly=1|0|forum|a|showForum|63754

Meine eigene Erfahrung: bei 48 cm Wandstärke lohnt es sich wohl weniger. Ich hatte aber ziemlich schlecht gedämmte Abseiten (3 cm Holz, und dann Ziegel), und da haben 5 cm Kork WUNDER gewirkt. Vorher: kalt, Heizung voll auf, 16 Grad. Danach: Heizung mittel, 20 Grad, noch wärmer kein Problem.

Was habe ich daraus gelernt? dämmen kann manchmal Wunder wirken. Es ist wirklich viel angenehmer jetzt. Nicht dämmen (wenn dämmen notwendig wäre) ist Blödsinn.

Ach ja: in dem oben genannten Forumsbeitrag gibt es einen link zu einem ENEV-Computerprogramm, mit dem man ganz gut eine Schwachstellenanalyse durchführen kann. Das hilft echt weiter (oder ein erfahrener Energieberater).

Grüsse
stt



Im Massivbau...



um zurück zur Ausgangsfrage "Innendämmung im Massivbau" zu kommen ;), da hat man ja einige Probleme nicht.

Das einzige was man auf Dauer ausschließen möchte ist Feuchte in der Wand. Dafür eignen sich u.a. Calciumsilikat-Platten und Mineralschaumplatten. Ich würde heute zu Letzterem tendieren, vor allen Dingen, weil preiswerter, von den Dämmwerten WLG 045 auch noch besser. Holzfaserplatten sind auch sehr gut aber haben (incl. Verarbeitung) ihren Preis. Leichtlehm wäre mir persönlich von der Dämmwirkung zu schlecht, aber wenn man Platz hat...

Ohne auf der EnEv rumreiten zu wollen: bei 6cm Dämmung WLG045 und 38cm Altbauziegeln erreicht man die geforderten 0,45 W/m2/K gerade so, mit Leichtlehm müsste man das doppelte nehmen.

Die Einsparung ist das eine, dass man danach auch wieder ein Bild an eine Außenwand hängen konnte, ohne dass es dahinter schimmelte, das andere. Durch die warmen Wände hat man (auch ohne auf ungedämmter Wand angebrachter Wandheizung) sich Strahlungswärme ins Haus geholt ;).