Kalkfarbe von Wand und Decke entfernen

29.01.2006



Liebe Community,

in meinem Haus (Bj. 1953) sind die Wand- und Deckenflächen gekalkt. Da ich das Haus gerade generalsaniere und sämtliche Wände und Decken überarbeiten muss (wg. Wandschlitze für Elektro, Putzausbrüche, Feuchtigkeit usw.) und ich nicht den gesamten Putz abstemmen will, ist mein Maurer und ich der Meinung, die Kalkfarbe muss weg, damit ein neuer Oberputz (Wände) bzw. Spachtelung (Decke) haftet.
Habe folgende Verfahren ausprobiert: 1. Nässen und abspachteln; 2. Anschleifen und waschen; 3. Schleifen mit Bandschleifer oder Schleifgiraffe;

Dabei ist das Schleifen mit der Schleifgiraffe (Tellerschleifer auf Teleskopstange) bis jetzt die effektivste Methode. ...nur der Staub!!!

Jetzt die Frage: kennt jemand eine "saubere und einfache" Methode außer den oben genannten?

Gruß aus dem Isartal, Ed



Gegenfrage:



was soll denn auf die Wand dann drauf? Soll eine Zentimeterdicke Schicht aufgeputzt werden, oder sollen nur beschädigungen ausgebessert und verspachtelt werden? in letztem Fall müsste man nämlich nur den losen Kalk abbürsten, wenn man mit Kalkspachtel und Kalkfarben weiterarbeitet, ein komplettes Entfernen wäre überflüssig. Übrigens schließt man die Schleifgiraffe immer an einen Staubsauger an, dann staubt auch so gut wie nichts.

Schöne Grüße aus Unterfranken
Herbert



@ Herbert



Hallo,

also die schleifgiraffe habe ich selbstverständlich mit einem industriestaubsauger betrieben. möglicherweise ist der staubsauger nicht mehr der beste. werde nächstes mal einen besseren staubi ausleihen.

die wände und decken sollen nach untergrundbehandlung einen dispersions- bzw. latexanstrich erhalten.
>ich möchte jedoch bitte keine grundsatzdiskussion über die vorteile eines kalkanstriches bzw. nachteile von dispersionsfarben o.ä. führen! (habe auch kein Fachwerkhaus - ist "nur" ein kleines haus im alpenvorland-stil)<

nach dem überarbeiten werden die schlitze mit kalk-gips verschlossen, dann die wände mit ca. 5 mm kalk-gips-putz vollständig verputzt.
die deckenflächen sollen nach verschließen der fehlstellen mit einer Spachtelung (ardex A 828 Wandfüller auf Gips-Kunststoff-Basis) dünn verspachtelt werden.

an abbürsten sowie abwaschen ist leider nicht zu denken. da tut sich gar nix. möglicherweise ist die kalkfarbe zu dick aufgetragen worden... mit der Spachtel kann man nach nässen jedoch die obere (weißliche), sehr dünne schicht, relativ leicht lösen. die darunterliegende gelbliche schicht, die millimeter dick ist, jedoch nicht (zum verhungern!).

lg, ed



Mit einem besseren Staubsauger



müßte es eigentlich gehen, bei meiner Schleifgiraffe staubt es eigentlich nur, wenn der Filter vom Staubsauger verstopft ist.

Ohne eine Grundsatzdiskussion anfangen zu wollen, ich würde trotzdem mal über den Einsatz von Kalkspachtel und Kalkfarbe nachdenken, weil in diesem Fall ganz einfach die schnellste Lösung. (Wie gesagt losen Kalk abbürsten, mit Kalkhaftspachtel dünn überziehen und mit Kalk- oder Kalkkasein streichen)

Dispersions- oder Latexfarbe sollten Sie allerdings nur streichen, wenn der Unterputz kein Kalkputz ist, denn durch einen Diffusionsdichten Anstrich würde der Putz innerhalb von 1 bis zwei Jahren zerstört.

Viel Erfolg
Herbert



Erfahrungsbericht mit dem Hochdruckreiniger



Hallo,
eure Diskussion ist schon etwas älter, aber für andere vielleicht auch interessant.

Ich besitze auch ein Haus mit Keller aus dem Jahr 1952, in dem der Keller vollständig (Wand und Decke) mit gekalkt wurde. Der Kalk musste zur Renovierung jetzt runter, da ich nicht wie meine Nachbarn Rigipsplatten vor den Wänden wollte.

Trotz aller Warnungen habe ich den Hochdruckreiniger mit Dreckfräse genommen.

Bei der Betondecke löste sich der Kalk ganz gut und der Beton blieb wo er war.
Bei den Wänden löste sich an vielen Stellen der ursprüngliche Putz, vorallem an den stellen, an denen er nicht ganz fest war. Das ergebnis war eine Kraterlandschaft. Da ich aber die Wände so oder so neue Verputzen wollte, war das kein Problem.
Der Keller war nach 4 Tagen Durchzug (bei Trockenem Wetter) wieder Trocken. Ich habe aber trotzem noch eine weitere Woche vor dem nächsten Schritt gewartet.

Fazit:
Es geht nach meiner Meinung gut mit dem Hochdruckreiniger, das Hauptargument für mich war die nicht vorhandene Staubbelastung(Auch mit staubsauger gibt es sonst eine Menge Dreck).
ABER: Ich habe kein Fachwerkhaus !!!
Wenn man keinen Bodenabfluß hat, sollte man sich über die Wassermengen die aus dem Hochdruckreiniger kommen, geschätz 5 - 10 Liter pro Minute! In einem Raum ohne Ablauf habe ich ein Speissfass mit Tauchpumpe und Schlauch nach draußen aufgestellt und dass Wasser dann dareingeschöpft mit einem Eimer.
Aus eigener Erfahrung kann ich vom Einsatz der Hochdruckreinigers auf Holz-Untergründen nur Abraten !!!

Hoffe euch geholfen zu haben.