Alternative zu Heizkörper?




Hallo zusammen!
Wir legen uns einen alten 3 Seitenhof Bj. ca. 1750 zu.
Leider hat der Vorbesitzer alle Heizkörper ausgebaut und mitgenommen.
Die Gastherme und der Warmwasserspeicher, sowie die ganzen Zuleitungen zu den Heizkörpern liegen noch. Auch gibt es einen neuen Kamin an der einen Giebelaußenwand, ab dem 1. OG andem schon ein Ofen für feste Brennstoffe montiert war.
Zur Information EG ist noch Rohbau, die Außenwände sind aus Bruchsteinen gemauert. Neue Innenwände aus Hohlblocksteinen noch unverpuzt.Boden Estrich noch roh.( später mal Büro und Geschäftsräume). Bruchsteinwände möchten wir am besten unverpuzt, die Holzbalken natürlich sichtbar lassen und Terrakottafliesen auf dem Boden, das wäre schön.
1.OG und 2.OG Giebelwände ebenfals mit Bruchsteinen Draufseiten in Fachwerk mit Steinfachung (Innen und außen leider noch nicht sichtbar.)
Momentan sind alle Wände in den obersten Stockwerken mit Metallständern mit Steinwolle und Gipskartonplatten verkleidet und Rauputz drüber (jammer).
Bodenaufbau Balkendecke mit unzähligen Holzklötzen aufgefüttert Spanverlegeplatten drüber und mit weißen Baumarktfliesen abgedeckt (jammer, jammer!!!!).
( Später mal gerne Dielenboden, Fachwerk sichtbar Bruchsteinwand sichtbar.)
Nach soviel Text zur Information nun die Fragen:

Was gibts für Alternativen zu Heizkörpern?

Ist es sinnvoll die Dämmung vor den Bruchsteinwänden wieder wegzureißen-Isolation Kontra Schimmel?

Kopplung der Gastherme mit Feststoffofen und wenn möglich später mit Solar ( Denkmalschutz ) ?

Für die Antworten auf meine erste geballte Frage hier im Forum im voraus vielen Dank.

Viele Grüße Markus



Alternativen



Guten Tag,
das Wetter hier in NRW ist so richtig dazu angetan, über Heizen nachzudenken.
Zur ersten und dritten Frage, die ich einmal gemeinsam beantworten will:
Alternativen zu Heizkörpern sind
a) Flächenheizungen, das bestehende System kann weiter genutzt werden: jede zu verputzende Wand und jede Decke, mit Einschränkungen auch die Fußböden können genutzt werden. Vorteil: Auch niedrige Vorlauftemperaturen sind ausnutzbar.
b) Warmluftheizungen: eher etwas für das NE-Neubauhaus, mit sehr speziellen Luftkanälen und Wärmetauschern ausgerüstet.
c) Warmluftheizungen klassischer Bauart: Ein zentraler Ofen wird mit Steuerklappen und Luftkanälen ausgestattet.

Mit Flächenheizungen sind in der Übergangszeit Solaranlagen kombinierbar. Eine thermische Solaranlage von etwa 9 m² versorgt eine vierköpfige Familie im Sommer mit Warmwasser.
Sie sollten einen dicken Pufferspeicher zwischenschalten, der eine Woche mindestens das Warmwasser aufnehmen soll. Das sind dann bei 4 Personen x 40 Liter x 7 = 1.120 Liter

Wenn Sie damit auch noch heizen wollen, müssen Sie
a) etwa die dreifache Fläche nehmen
b) auch den Pufferspeicher vergrößern : nicht unter 5.000 Liter.
Ab Oktober ist aber auch damit Schluß, dann wird es einfach zu dunkel. Wenn Sie genau rechnen wollen, müssen Sie sich an einen der führenden Systemanbieter wenden.

Eine Kopplung von Gas und Holz ist möglich. Sie ist auch sinnvoll, wenn Sie Holz zur Grundlastdeckung und Gas als Spitzenlastheizung einsetzen wollen. Ich mache das gerade in der Kombination Holz/Öl (Gas gibt es dort nicht).
Sie haben aber etwa 10.000.-- bis 15.000.- € höhere Investitionskosten mit einem r.o.i. von ca. 5 Jahren.

Zur Frage der Dämmung: es ist schon richtiger Dilettantismus, wenn jemand Bruchsteinwände mit Miwo und Metallständern dämmt. Die Schäden durch Kondensat sind nur eine Frage der Zeit: nach allerspätestens zwei Wintern, in denen das Haus bewohnt ist, werden sämtliche Wände nass sein. Sie müssen also abbrechen.
Korrekte Dämmungen sind hier
a) Leichtlehminnendämmung
b) in Lehm eingebettete Schilfrohrmatte 2,5 cm mit zusätzlichem Lehm- oder Kalkoberputz.
c) in Ausgleichsputz eingebettete Holzweichfaserplatte
d) mineralischer Wärmedämmputz

Was im Einzelfall die Lösung der Wahl sein wird, hängt von vielen Dingen ab, die ich jetzt nicht kenne.

Mit besten Grüßen



Vielen Dank...



...Herr Beckman, für die ausführliche Information.
Leider konnte ich Ihnen nicht gleich Antworten, da ich momentan mit dem Kauf des 3-Seitenhofes beschäftigt war.
(Morgen ist Notartermin und Schlüsselübergabe (Luftspung bis unter die Decke)!!!!
Wir haben vor, übergangsweise ein paar Heizkörper in den OG`s zu montieren um diesen Winter heiztechnisch über die Runden zu kommen.
Der Abriß der Gipskartonwände ist schon beschlossene Sache.
Ob Sichtmauerwerk oder Putz steht noch zur Debatte, Entscheidung fällt mit der Heizungsart (Denkmalschutz).

Viele Grüße Markus



Technische machbar ist vieles, sinnvoll und gesund nur noch weniges!



Wenn dann auch noch der Geldbeutel geschont werden muß, sind die Lösungsmöglichkeiten an einer Hand abzuzählen.

Ein kluger alter Mann sagte einmal:

"Wer das Erste richtig macht, bekommt das Zweite und Dritte geschenkt!"

1. Reißen Sie die Dämmgeschichten ab bzw. raus, verwenden Sie für die Sanierung bereits im Haus verwendete Materialien.
Halten Sie die Konstruktionen übersichtilich, daß spart in Zukunft viel Geld und Ärger.

2. Strahlungswärme!!!!!!
Sicher ist eine Luftheizung eine technisch machbare Lösung.
Sie ist jedoch gesundheitlich, bautechnisch und was das Wohklima anbetrifft völlig undiskutabel. So Sie es noch nicht getan haben lesen Sie bitte mal bei der Vielzahl der Beiträge mal nach!
Wie Sie Strahlungswärme in Ihrem Haus erzeugen ist dann wieder eine Geschmacks- bzw. Geldfrage.

Ich persönlich bevorzuge Heizleisten - wegen der einfachen Konstruktion, des geringen Installationsaufwandes, des geringen Schadensrisikos und nicht zuletzt wegen Ihres (zumindest bei einigen Anbietern) günstigen Preises!

Auch die hier empfohlenen Bücher (mir besonders am Herzen liegen Eisenschink und Ringlstetter) sind sehr empfehlenswert.

Der Raum in diesem Forum ist viel zu klein, um ein so komplexes Bauvorhaben mit Tipps zum Wandaufbau zu füllen!

Konkrete Lösungsvorschläge bedürfen zumindest einer ausführlicheren (auch telefonischen) Erörterung. Das kost erst mal nix, und spart dann später unter Umständen richtig Geld und Ärger

Liebe Grüße vonne Köst

Der Ingo



Luftheizung



Mit eben dieser Ausnahme kann ich die Ausführungen meines Vorschreibers nur unterschreiben.
Es gibt wunderbare Luftheizungssysteme mit Minikanälen, 5 cm hoch, die im Unterboden oder in der Fußleiste oder in der abgehängten Decke geführt werden können, mit NT - Brennern vorgewärmt werden und auch noch Wärmerückgewinnung ermöglichen.
Fast ist das eine Pflicht für NE-Häuser. Man darf da nicht an die altertümlicien Konstruktionen mit all ihren hygienischen Problemen denken.

Gruß



Na ja, aber bewegte Luft ist weder angenehm noch gesund!



Selbst wenn die einströmende Luft wirklich sauber wäre!

Bewegte Luft kühlt! Denken sie bitte an die Motoradfahrer die im Sommer mit den schwarzen Lederkombis unterwegs sind.

Bewegte Luft führt selbst Staub mit sich! Denken Sie an die Lüftung im Auto, das wunderbare Büroklima, selbst die Heizung mit Radiatoren ist nur eine Luftheizung, deren "trockene" (weil staubige) Heizungsluft allgemein bekannt ist.
Bei der anlaufenden Feinstaubdiskussion hört man hin und wieder mal vereinzelte Stimmen die darauf hinweisen, daß die in den Städten im Freien geltenden Grenzwerte gerade zu Hause oder in Büros vielfach deutlich überschritten werden!
Folge sind im harmlosesten Fall Erfkältungen, Kehlkopfentzündungen, trockene Lippen und Nasen!
Allergien, Bronchittis, Asthma, Lungenkrebs sind die weniger harmlosen! Die Übergänge sind leider fließend!
Da ist dann auch ein "nur bischen ungesund" nicht sehr beruhigend!

Die Luft in unseren Häusern ist Lebensmittel! Sie sollte nicht als Heizmedium benutzt werden.


Abgesehen von den Auswirkungen auf Gesundheit und Behaglichkeit; warme Luft und kühle Wände; das sind die besten Voraussetzungen für Kondensationsprobleme.
(Gerade in den letzten Monaten konnten im Fernsehen eine Reihe von Schimmelbuden besichtigt werden)
Es waren zum größten Teil Fertigteilhäuser oder Bauten aus Gasbeton!

Noch nie wurde über ähnliche Probleme in massiven Strahlungswärmegeheizten Bauten berichtet!


Ich plädiere dafür, den ersten Fehler, die falsche Heizung, gar nicht erst zu machen, damit man sich teuere Reparaturmaßnahmen wie das Installieren von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sparen kann.


Frage an meinen Vorschreiber:
Wie macht man die Kanäle unter dem Fußboden und in der Sockelleiste sauber? Wer macht so etwas, und was kostet es?
Bitte nicht auf vorhandene Filter verweisen! Je feiner ein Filter, umso feiner ist der durchgehende Staub!