Desolate Wände in der Küche- was tun?

30.03.2005



Guten Tag zusammen!
Wie bewohnen ein altes (Bj. 1850)sog. bergisches Haus. Ist zwar kein FWH, denke aber, die Frage ist hier richtig aufgehoben!

Nach dem wir nun in der Küche die Tapeten entfernt haben, stiessen wir auf ein Problem:
Eine Längswand(Aussenwand)und eine Stirnwänd (Aussen)sind sehr gut und glatt verputzt- dort gibt es keine Schwierigkeiten. Die andere Längswand (Innen) und Stirnwand (Innen)sind jedoch in desolatem Zustand. Mal abgesehen davon, das wir 10 Schichten Tapeten ablösen mussten (Kauft bloss keinen elektrischen Tapetenablöser!), haben wir uns nun mit den Unzulänglichkeiten der früheren Bewohner / Renovierern herumzuschlagen. Teilweise wurden dort Putzarbeiten auf vorhandener Tapete ausgeführt; teilweise hat der Putz an anderer Stelle keinen Haftkontakt mehr zur eigentlichen Wand (Stroh und Lehm). Die Wand ist buckelig und wenn man an einigen "verdächtigen" Stellen klopft, klingts hohl. Was wäre hier die richtige Verfahrensweise zum renovieren?

Grüße,

Michael



ich denke,



wenn man einmal gründlich saniert, sollte man es richtig machen, sprich: loser und verbrauchter putz gehört ab. meistens isses da auch feucht, wo der putz nicht mehr will und wo über jahre unfachmännisch rumgebastelt (so was ist immer eine zeichen, dass irgendwas nicht stimmt) wurde. gucken sie also auch, wo die Feuchtigkeit herkommt und stellen sie die ursache ab.
verputzarbeiten sind von fachfirmen relativ teuer - weil zeitaufwendig - das liegt in der zeit, die sie haben und ihrem geschick, was man machen kann.
bucklige wände gehören in einem haus, dessen Ziegel aus der vorindustriellen produktion stammen, zur normalität, das würde ich so belassen, schließlich macht das den charme einer alten hütte aus. schlamperei und pfusch am bau sind so alt wie das bauen selbst :-) ein bißchen kann man beim Verputzen ausgleichen, aber nicht alles. wenn wirklich extremste beulen da sind, wird der these, das irgendwas nicht stimmt, eigentlich neue nahrung gegeben, zumal wenn es sich um tragende wände handelt.
also machen sie eine gründliche bestandsanalyse (oder noch besser lassen machen, von einem, der was von versteht)- die hätte ihnen vielleicht schon im vorhinein gesagt, dass sie sich das allzu gründliche entfernen (übrigens: wasser+fön+nagelrolle tuts genauso) der tapete sparen können. und das gilt für alles.



Desolate Wände



Wir hatten bei einer Wohnung das gleiche Problem. Durch die vielen Schichten Tapete war der Lehm total ausgetrocknet und bröselig. Wie Bettina schon sagt: Lose stellen Freilegen (der Lehm kann wieder verwendet werden), gut annässen und neu verputzen. Die Unebenheiten kommen vielleicht von den losen Stellen. Als Endbeschichtung würde ich von Tapeten abraten. Es gibt so viele Alternativen, wie z.B. Lehmedelputze von Lesando, Claytec, Eiwa, Texbis, Tierrafino und wie sie alle heißen. Ebenso Naturfarben wie Kalkfarben oder Kaseinfarben und vieles mehr. Einfach bei einigen Verarbeitern hier im Forum auf die Homepage gehen. Viele haben dort Links zu Herstellern oder Vertreibern von Naturprodukten.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Desolate Wände in der Küche- was tun?



Vielen Dank für die tollen Tipps!
Werde mich gleich damit befassen. Nachdem was ich so auf die schnelle ergoogelt habe, kanns nur schöner werden- ohne Tapete! Bin eigentlich schon jetzt begeistert!

Als erstes muss dann wohl erst mal der alte Putz runter und neu verputzt werden- oder kann der Lehm(-edel)putz direkt auf die vom bröckeligen Alt-Putz befreiten Flächen aufgetragen werden?
Kann ich das auch als Laie verarbeiten? Mit welchen Kosten muss ich für ca. 50qm Wandfläche rechnen ?

Grüße,

Michael Dornieden



Wand



Wenn die eigentliche Wand aus Lehm ist und darauf geputzt wurde, würde ich den Putz entfernen. Der Lehm(-edel)putz kann dann, nach dem Vornässen, direkt aufgetragen werden.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



und nur zum trost



- wenigstens haben sie Lehmputz zu entfernen. ich befreie gerade mein ug von kalk-zementputz (mehr Zement als andere) - das ist wirklich sch...arbeit.