abgesenkte Fußböden im OG

27.07.2012



Hallo,

in meiner ca. 100 Jahre alten Stadtvilla mit Keller und 2 Vollgeschossen gibt es im OG zwei 1/2-Stein starke Innen-Wände, die nicht auf einer Mauer des EG stehen. Die Wände begrenzen einen ca. 3m breiten Raum im OG. Eine Mauer im EG verläuft etwa mittig unterhalb des Raums.

Man erkennt, dass der Fußboden des Raums im OG in der Mitte wo die EG-Wand verläuft einen Buckel hat und die beiden OG-Wände links und rechts den Boden ca. 4 cm weit runter gezogen haben.

Bei den OG-Wänden gehe ich davon aus, dass die zu 90% so gebaut wurden, d.h. die Wände wurden wahrscheinlich nicht nachträglich gesetzt. Bzgl. nachträglicher Veränderungen erkennt man zugemauerte Türdurchbrüche in den beiden OG-Wänden. In den OG-Wänden scheint etwas kräftiges Ständerwerk zu sein. Die Ausfachung sind Ziegelsteine und verputzt ist mit Kalkputz.

So lange das Haus noch eine Baustelle ist, bin ich am überlegen, ob es vorteilhaft wäre, die OG-Wände zu erleichtern. D.h. Entfernung der massiven Ausfachung und Auffüllung mit einem Dämmstoff (z.B. Hanf) und Beplankung mit OSB-Platte.

Kann mir jemand Tipps geben, wie man ermitteln könnte, ob die durchhängenden Deckenbalken eine ganz normale Sache sind, die von den Erbauern in Kauf genommen wurden, oder ob das Problem durch nachträgliche bauliche Veränderungen entstanden sein kann.

z.B. durch Ausmauern einer ehemals vorhanden Türöffnung mit Kalksandstein oder durch Veränderung irgendwelcher Hozteile, die dazu gedacht waren die Lasten der OG-Wände abzufangen.

Danke Erwin



In Kauf genommen...



... hat das wohl eher niemand mit Absicht.
Auch vor hundert Jahren hat man durchaus Wert auf ebene und plane Fußböden gelegt und der Begriff eines Biegemoments war zumindest intuitiv bekannt... Es ist eher ungewöhnlich, derart massiv ohne direkten Lastabtrag geplant zu haben...

Ich tippe eher auf eine bauliche Veränderung im EG, hier könnten sich noch Spuren über die ehemaligen Wandanschlüsse oder auch die Fußbodenkonstruktion finden lassen...
Wie siehts denn im Keller aus? Wenn dort der Grundriss vom OG mehr oder weniger wiederzufinden ist, hat sich das Rätsel ja enträtselt...

Eine Entlastung ist nicht sinnlos, allerdings darfst Du nicht erwarten, dass der Boden sich wieder hebt ;-)...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



also



wenn etwas verändert wurde, dann kämen am ehesten die OG-Wände in Frage, denn Keller- und EG-Wände passen gut zusammen und die EG Räume haben Stuck an den Decken, der sehr original aussieht.

Was hätte man denn vor 100 Jahren zur Lastabtragung gemacht, wenn man im OG eine Wand stellen will wo im EG keine Wand drunter steht?



OK, dann habe ich...



... mich wahrscheinlich geirrt was das EG angeht... ;-)

Hmmm... man hätte die Balkenlage wohl deutlich verstärkt, also spürbar den Abstand verringert und den Querschnitt erhöht, möglicherweise auch Querbalken eingehängt, doof waren unsere Opas ja auch nicht, oder auch unterzogen... Sehr ungewöhnlich ist die schwere Ausfachung der OG-Wände, diese kann aber auch nachträglich zugefügt sein...

Wie siehts denn im DG aus? Aus der Gestaltung des Dachstuhls lässt sich manchmal auch das eine oder andere lesen...

Eine andere Option ist es nach alten früher innen stehenden Kaminschächten Ausschau zu halten... oft ist die Lage an Streichbalken in der Deckenkonstruktion zu erkennen, vielleicht gibt die Dielung/Verbretterung des Dachboden was her, wenn mal was verschlossen worden ist...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Den Dachstuhl



habe ich mir gerade angesehen.
Der bestärkt den Verdacht, dass die Wände im OG original sind, denn der Dachstuhl hat von seinen insgesamt 4 Stützen in Längsrichtung jeweils eine auf den Wänden im OG stehen.

Schornstein habe ich mir auch schon überlegt, aber der steht auf der anderen Seite der mittig längs durch das Haus laufenden 1-Stein-Wand.

Was vielleicht noch zu erwähnen wäre: es standen bis vor unbekannter Zeit in beiden angrenzenden Räumen jeweils ein Ofen an einer der OG-Wände.



Dann...



... scheint es sich ja dahingehend aufzuklären, dass die Wandführung dem Originalzustand entspricht...
Die massive Ausfachung ist mglw. später ergänzt worden...

Ich hatte übrigens in der Hitze des Gefechts immer 1 1/2 steinig (statt 1/2) gelesen, von daher relativiert sich mein Verwundern über die Massivität.

Solltest Du die Steine herausnehmen wollen, dann sorge bitte abschließend wieder für eine steife Beplankung, wegen der Scheibenwirkung.

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Sie...



bauen hoffentlich nicht aufgrund von statischen Tipps aus dem Forum?

Ein Vorort-Termin mit einem altbauerfahrenem Statiker kostet nicht die Welt und bringt belastbare Aussagen.

Viel Erfolg

Thomas