Nasse Wände und Schimmel

19.09.2012



Hallo,

ich bin heute bei meinen verzweifelten Internetrecherchen auf diese Seite gestossen und habe die große Hoffnung, das mir hier vielleicht geholfen werden kann.

Vor vier Monaten (Mitte Mai 12) bin ich mit meinen Eltern, meinem Mann und meiner Tochter in ein circa 100jähriges Haus (zur Miete) gezogen. Das Haus ist nicht unterkellert. Bei der Besichtigung fragten wir den Vermieter natürlich nach Schimmel, das wurde aber verneint. Die einzige Aussage war, das wir in unserem Schlafzimmer keine Schränke an die Südseite direkt an die Wand stellen sollen, da es dort zu Schwitzwasser kommen kann.
Natürlich haben wr uns daran gehalten, das war auch nicht so schwer, da an der Südseite zwei Fenster sind und daher auch kein Platz für Schränke ist.
Als im Juli die ersten starken Regengüsse aufkamen traf uns der Schlag. Im Schlafzimmer haben wir nasse Stellen an der Wand. Wir haben natürlich dem SOhn des Vermieters (da der Vermieter im Urlaub war) Bescheid gegebn. ALs dieser kam, sagte er uns, dass das seit seiner Kindheit so sei und dass das alle Paar Jahre mal der Putz abgeklopft und erneuert werden muss. Das läge wohl an den damals verbauten Ziegeln.
Wir haben das so hingenommen und uns keine weiteren Gedanken gemacht. Mittlerweile sind die nassen Stellen aber so schlimm geworden, dass uns die Farbe von den Wänden abblättert (bis auf den Putz) oder die Farbe aufpilzt (sieht aus wie eine Blume). Ebenfalls haben wir Schimmel in anderen Zimmern im Erdgeschoss. Und auch nasse Wände, die nicht zur Südseite gehören. Die nassen STellen in den Zimmern sind auch an der Außenfassade sichtbar.
Wir haben die Mängel natürlich angezeigt.
Die Erklärung voim Vermieter:
Das liegt an den Vollziegeln, die saugen sich mit Wasser voll und dann entstehen die nassen Wände. Wenn aber in der Winterzeit voll geheizt wird dann geht das wieder zurück. Man müsse nur immer wieder malern.
Als ich ihn auf mangelnde Isolierung ansprach meinte er, dass das bei so alten Häusern ganz normal wäre und er das wüsste, aber er das auf Grund der KOsten nicht gemacht hat. Sonst hätte er auch mehr Miete verlangen können.

Ich muss sagen, ich habe von Bauweisen und alledem überhaupt keine Ahnung, aber für mich als Laien klingt das alles andere als normal. Kann mir hier vielleicht jemand dies erklären oder mir sagen ob das wirklich so normal ist, wie der Vermieter das hinstellt?

Vielen lieben Dank im Voraus

Franziska





Hallo das is Qatsch was dein Vermieter sagt!Ferndiagnose ist schwer aber mann jede Außenwand so Isolieren dass sie kein wasser aufnimmt!Das ist doch kein Zustand! Ursachenforschung betreiben : wo kommt das Wasswer her nur bei starken Regen,schon bei Nieselregen eventuell regenrinnenabfluß in der Nähe und unter der Erde gebrochen....Möglichkeiten und behebung vielfältig! fachmann vor Ort beiholen!



Nasse Wände Schimmel



Für eine wirksame und dauerhafte Sanierung von Feuchteschäden ist eine exakte Voruntersuchung notwendig,die die Ursachen der Feuchtebelastung klärt und den Zustand des Bauteils erfasst..

Fachmann vor Ort holen .Bestandsaufnahme aller Schäden machen und dem Vermieter vorlegen.

Ich gehe stark davon aus das ihr Vermieter genau weiß was mit seinen Haus los ist er jedoch das Geld für eine entsprechende Sanierung fehlt.
Sie haben selbstverständlich als Mieter einen Anspruch auf eine einwandfreie Mietsache.


LG.P:Schneider





rasch in den Mieterbund eintreten (das kostet nicht viel) und sich dort beraten lassen.



Rasch ...



... eine andere Wohnung suchen.
Der Winter kommt und was da an Feuchtigkeit eingezogen ist, dass könnt Ihr gar nicht rausheizen. Im Gegenteil - es wird durch die feuchten Wände noch mehr Kondensat entstehen.

Das Verhalten des Vermieters ändert Ihr nicht. Rechtswege sind mühsam, reiben auf und am Ende steht Ihr unverhofft schnell auf der Straße, weil das Ganze kollabiert.

Jetzt könnt Ihr noch handeln und konkret den Abflug vorbereiten. Der Mieterbund hilft Euch evtl., dass der Vertrag wegen den Mängeln aufgelöst werden kann.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Moin Franziska,



nasse Wände stellen eindeutig einen Mietminderungsgrund dar. Um wieviel müsstest du noch ermitteln (die Mietervereine bieten i.d.R. die kostengünstigste Rechtsberatung an).

Von der praktischen Seite her würde ich mich allerdings schleunigst nach einer neuen Bleibe umsehen, da es noch Jahre dauern kann, bis das Problem erfolgreich beseitigt ist und euer Vermieter nicht zu den Leuten zu zählen scheint, die es gut mit ihren Mietern meinen.

Gruss, Boris



Ich danke euch



Vielen lieben Dank für die schnellen Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen. Jetzt weiß ich wenigstens das mich mein Gefühl nicht betrogen hat, sondern dass das wirklich nicht normal ist.
Vielen Dank !



Mietervereine...



...habe ich als ziemlich träge kennengelernt, aber es mag da Unterschiede geben. Rechtliche Hilfe erweisen sie zumeist auch nur bei Problemen, die NACH dem Eintritt erstmals auftraten.

Im Übrigen würde ich sofort die Miete mindern, Minderungstabellen finden sich im Netz und können als Anhaltspunkt dienen. Und eine andere Wohnung suchen. Ihr seid ganz gewiss nicht verpflichtet, Bauschäden trockenzuheizen. Zudem wird die abgesoffene Wand so kalt sein, daß Ihr einen Kondensatausfall im Winter gar nicht verhindern könnt.

Die Argumentation des Vermieters ist völliger Unsinn.

Grüße

Thomas



Rechtliche Möglichkeiten...



... über Mieterverein oder gar Anwalt, die Mietminderung bedingen oder den Vermieter zu aufwändigen Nachbesserungen am Gebäude zwingen, funktionieren vielleicht bei großen Wohnungsbaugesellschaften o.ä., aber doch nicht bei Privatvermietern, die offensichtlich knapp bei Kasse sind.

Selbst wenn man Recht bekommt und die Maßnahme durchsetzen kann, ist es danach mit dem Frieden doch vorbei, das wird nüscht mehr.

Also: Neue Bude suchen, so schnell wie möglich! Hoffentlich sind noch nicht alle Umzugskartons ausgepackt.





Da muss es definitiv einen größeren Schaden geben, wenn der Regen im Juli ausreicht, dass es innen nasse Stellen gibt. Der Schaden müsste eigentlich so offensichtlich sein, dass man das mit ein wenig Verstand auch ohne Gutachter erkennen kann. Wenn das im Juli schon ein Problem ist, wo es immer wieder schön trocknet zwischendurch, dann müsste das ab Herbst zu einem unlösbaren Problem werden.
Schnellstens ausziehen bei der Einstellung des Vermieters kann man da nur empfehlen.