Innenausbau

15.12.2009



Hallo,
wir renovieren gerade ein altes Fachwerkhaus, meine Frage bezieht sich auf die Innenwände. Die wurden allesamt neu vom Zimmermann als Fachwerkkonstruktion aufgestellt (12cm). Nun geht es um den Ausbau den ich soweit wie mir möglich selber machen will. Der Lehmbauer, der die Außenwände macht, meinte Variante 1 (teurer) wäre Unterkonstruktion, Lehmbauplatte, Armierung, Lehmputz (2x), Variante 2 wäre Bretter an die Wand (heißt denk ich Sparschalung, wie dick und welche Qualität sollten die Bretter haben?), Armierung und putzen.
Gibt es da noch Alternativen, was haltet ihr von den neuen Platten-Systemen die schon komplett mit Putz fertig sind und nur an den Stößen armiert und verputzt werden müssen (Kirsch, Fermacell).
Vielen Dank schon mal im Vorraus für eure Antworten.



Variante 3



Balken sichtbar lassen und Felder ausmauern
mit oder ohne Putz.
Oder hat er imprägnierte Balken genommen?
Man muss doch vorher wissen und planen wie das mal weitergehen und letztendlich aussehen soll!
Grüße aus Erfurt



Lehmbauplatten



benötigen nur einen Feinputz, das erspart eine Menge Trockenzeit. Bei einer Unterkonstruktion aus Brettern ist ein Putzträger zwingend erforderlich, in dem Fall wäre Schilf das optimale.
MfG
dasMaurer





Hallo Christian,

ich halte das Ausmauern der Felder für die solideste Variante.

Gruß aus Wiesbaden,
Christop Kornmayer



Danke



Danke für die raschen Antworten,
zu Herrn Uwe M.: leider zeigte sich erst nach entfernen der Jahrzehnte lang währenden Missetaten am ,das die Innenwände entweder Ziegelwände ohne Verbindung zur Aussenwand darstellten oder die Schwellen und die Stiele nur noch ein Schatten ihrerselbst darstellten und dies in diesem Ausmaß nicht erwartet wurde. Also vielen Dank unser Plan war zunächst auch etwas anders.
Die Ausfachung mit Lehmsteinen find ich gut, allerdings muss das auch verputzt werden so das diese Variante wahrscheinlich sehr teuer und aufwendig ist und schwierig in Eigenleistung (Plane die Gefache mit Hanf zu füllen).
Hat jemand Erfahrung mit der Lehmausbauplatte von Kirsch oder kann mir Vor und Nachteile der einzelnen Wandaufbauten sagen?



Hallo Christian,



Du brauchst vermutlich auch moderaten Schallschutz.
Dazu bietet sich hier die Ausmauerung der Ständer/ Riegel sehr gut an.
Wo sind denn die Steine, die da vorher drin waren bzw. die Wand bildeten?
Grüße





Eine weitere Variante wären Lehmstakenwände (ich kenne den in Deutschland dafür gebräuchlichen Ausdruck nicht) gewesen: Man nutet die Ständer beidseitig in der Wandebene, legt mit Strohlehm umwickelte trockene Haselruten oder Fichtenäste waagrecht dazwischen, verstreicht und verputzt in einem zweiten Arbeitsgang. Die Nuten muss man allerdings vor dem Einbringen der Ständer machen.

Verputzen mit Lehm geht in Eigenleistung sehr gut und macht auch Spass, weil man mit Händen und Füssen in der Masse herumkneten und rühren darf. Man fängt in der unauffälligsten Ecke an und hat man das bald raus.
Wenn es in der Umgebung Lehm gibt, kann man den Verputz auch selbst anmischen. Dann kostet die Sache fast nichts, wenn man die eigene Zeit nicht rechnet. Und ein wirklich selbst gemachter Verputz macht später beim Anschauen der Wand noch mehr Freude, als wenn man ein kommerzielles Produkt genommen hätte. Es gibt darüber sehr viel Literatur, beschafft Euch doch ein oder besser zwei Bücher verschiedener Autoren darüber.

Ein Bauentfeuchter kann nützlich sein, wenn man im Winter arbeitet, man bringt doch recht viel Wasser in den Bau.

Bitte vorher die Elektroinstallation bis ins letzte Detail durchdenken; wenn die Gefache noch leer sind, hat man noch die Möglichkeit, Leerrohre in der Wand verschwinden zu lassen.



hallo Uwe



die Steine waren leider mit einem Beton ähnlichen Baustoff gemauert so daß sie bei der Entfernung der Wände zerstört wurden, der Lehm im Fachwerk ist auch weg. Ist Ausfüllen mit Hanf oder ähnlichen Dingen im Einfamilienhaus nicht ausreichend als Schallschutz? Ausmauern halt ich insges. für zu aufwendig und teuer, oder? Putzen muss ich ja trotzdem.
Was ist nun am sinnvollsten Bretter, OSB, Gipskarton, Lehmbauplatte und dann Schil und Putz oder fertige Lehmausbauplatte (siehe oben)?
Mfg Chistian Weiß
PS: Ihr merkt schon, auf das ausmauern spring ich nicht so richtig an



keine Angst



Gipskarton,OSB-Platte,usw haben doch in deinenm alten Fachwerkhaus gar nichts zu suchen.Wenn du dich an die traditionelle Vorgehensweise hälst (ausmauern mit Lehm- oder Backsteinen und Lehm-oder Kalkputz drauf) muß das weder teuer noch kompliziert sein.
Das haben die Leute früher schon günstig und unkompliziert hingekriegt.





Bei Innenwänden im Eigenheim besteht Schallschutz auch darin, sich die Räume so einzurichten, dass Nutzungen, die sich nicht beeinträchtigen sollen, weit voneinander weg sind. Also nicht das Kinderzimmer neben der Küche, sonst kann man da nicht Skat spielen, wenn der Kleine endlich schläft.

Ausmauern der Gefache hat den einzigen Nachteil, dass es langsamer vorangeht, als irgendwelchen Platten drüberzuschrauben. Dennoch würde ich ausmauern, auch der Schallschutz wird vermutlich besser. Die Arbeit macht auch Freude, und bei Innenwänden eilt es ja nicht so.