Wände und Böden sind feucht

19.03.2016 Markus Pioch



Ende 2015 wurden wir auf einen seltsamen Kellergeruch in unseren Zimmern aufmerksam. Also Zimmer leer geräumt, an der Schrankrückseite gab es Stockflecken. Bodenaufbau von innen nach außen: Teppichboden, Trockenestrich mit 20mm Styropor. Darunter PVC auf einem Betonfundament. Das Fundament und die Wände sind feucht. Die Wände ungefähr bis 10cm oberhalb des ursprünglichen Bodenniveaus. Laut Firma muss alles raus und zusätzlich noch ausgraben. Mist Boden mit Steinen durchzogen und dann noch zusätzlich 5 cm in den Lehmboden rein. Nun meine Frage ist die geplante Maßnahme sinnvoll? Innen und Außenwände sollen mit PCI Bohrlochsperre bearbeitet werden, um eine niedrigere Horizontalsperre zu erreichen. Dann Sand als Unterlage, 12 cm Fundament, darüber bitumendeckbahnen. Darüber Dämmung um den EEnV zu erfüllen und dann Estrich oben drüber. Ist das so sinnvoll? Außen haben wir bisher nur den Sockel leicht aufgebuddelt. Dort soll auch abgedichtet werden. Genaues Angebot liegt noch nicht vor, Vorschläge?





PVC auf einem Betonfundament, sicher? Hat das Objekt Streifenfundamente oder eine durchgehende Bodenplatte? Wann gebaut?
Gibt es derzeit eine horizontale Feuchtesperre? Wievel cm über der "Bodenplatte" liegt diese?
Mit was sind die Wände gemauert und verputzt a unterhalb der Feuchtesperre und b oberhalb der Feuchtesperre, sofern es eine gibt.

"...zusätzlich noch ausgraben. Mist Boden mit Steinen durchzogen und dann noch zusätzlich 5 cm in den Lehmboden rein." Was meinen sie damit?

Die Wirksamkeit der Bohrlochsperre ist Abhängig vom Mauerwerk und der Dicke, es funktioniert nicht bei jedem Mauerstein und jeder Mörtelfuge.
Hier bitte auch noch weitere Infos.

Gruß
Selle



Eine Bohrlochsperre



ist vor allem nur dann sinnvoll, wenn es sich tatsächlich um aufsteigende Feuchte handelt. Wie siehts denn mit dem Grundwasserspiegel und der unmittelbaren Umgebung des Gebäudes aus. Mit Ostsee assoziiere ich vor allem Sandboden, also eher durchlässigen Boden. Wie lange wohnt Ihr denn schon im Haus?



Wände und Boden feucht



Die Wände stehen auf Streifenfundamenten. Das Haus ist wahrscheinlich in den 30er Jahren gebaut worden. Es gibt keine Bauakte in den Bauämtern. Das Fundament in den Zimmern war cirka 10cm dick aber nicht mit dem Mauerwerk verbunden. Es ist bereits ausgestemmt. Wir brauchen 30 cm zum ursprünglichen Fußbodenniveau und müssen deshalb noch 15 cm tief buddeln. 10cm waren Sand mit allem Rest vom damaligen bauen vermischt (Ziegel, Steine usw.) und 5 cm müssen wir in den Lehmboden.
Wir haben auf Fehmarn schweren Boden, sehr zum Freude der Bauern. Er ist extrem ertragreich. Bisher ging der Boden bis direkt an die Hauswand, die mit keinerlei Abdichtung versehen war.



Fotos dazu



Anbei mal Fotos





Kein Fotos sichtbar.

Warum müssen sie in den Lehmboden?
Wie genau haben sie sich den Fußbodenaufbau vorgestellt?
Aufpassen, dass die Streifenfundamete nicht untergraben werden!!!
Das 10cm dicke "Fundament" ist eine nachträglich eingebaute Bodenplatte , die nicht nach unten abgedichtet wurde.
Wurden ihre Wände vielleicht mit Gipsputz bis zur ehemaligen Bodenplatte verputzt?





Wir brauchen 30cm für den neuen Bodenaufbau, dafür muss etwas vom Lehm weg. Aufbau soll wie folgt erstellt werden:
2 cm Sandschicht
10 cm Betonfundament
Abdichtung mit Bitumenschweißbahn, diese soll an die neue Horizontalsperre angeschlossen werden
12 cm Dämmung um das Niveau der EEnV einzuhalten
6 cm Estrich
So der Vorschlag der Firma.
An sämtlichen Wänden befand sich bisher Tapete mit dünnem Styropor drunter.



aufsteigende Feuchtigkeit



Klar wird das Fundament "feucht", wenn es unten nicht abgedichtet wird, und nach oben mit PVC abgesperrt wird. Dem Betonfundament ist das ziemlich egal.

Woraus bestehen die Aussenwände ? u-Wert ?

Die Tapete mit Styropor drunter gibt nicht genug Dämmung, um Kondensation zu verhindern. Am Wandfuss geht Wärme sowohl nach aussen, als auch zum Fundament und zur ungedämmten Bodenplatte. In anderen Worten, die Oberfläche ist kälter als weiter oben, und zieht Kondenswasser an.

Ist das ein Ferienhaus oder für dauernden Aufenthalt ?

Vorschläge:

Fertigboden
Betonplatte
PE Folie zur Abdichtung
XPS Platten WLG 027 (z.B. Jackodur Plus, spart etwas Aufbauhöhe und fröhliche Buddelei)
Splitt als Ausgleich und kapillarbrechende Schicht
gewachsener Boden

Aussenwände mit mineralischen Dämmplatten (z.B. Multipor) von innen dämmen, eine Aussendämmung wäre natürlich noch wirksamer.



Schimmel



Das erinnert mich ein wenig an "Presslufthammer- Bernhard" von Torfrock.
Ist Ihnen mal die Idee gekommen das mit etwas mehr Abstand des Schrankes zur Wand, mehr Heizen und besserem Lüften das Problem auch ohne teure Baumaßnahmen beseitigt werden kann?
Das mit dem "Sockel leicht aufgebuddelt" könnte auch eine Ursache für die feuchte Wand sein. Stellen Sie am besten Fotos von der befallenen Wand innen/außen ein und zwar ehe der Abbruchhammer losrattert.
Wurde an der betreffenden Wand ein tiefenseitiges Feuchteprofil gemessen?





Hallo Herr Böttcher,

das hatten wir auch schon versucht. Aber es betrifft alle Wände innen wie Außenwände. Aber eben nur unterhalb der vorhandenen Horizontalsperre. Das Fundament war durchgefeuchtet, dass hatte eine Feuchtemessung ergeben. Und die Firma die die Feuchtigkeitsmessung gemacht hat, stellte keine Chance der Trocknung in Aussicht. Weil das Fundament direkt auf dem Boden aufliegt. Das Problem ist, dass der Boden außen direkt am Haus anliegt und außen keine Abdichtung sichtbar ist. Versuche es nochmal mit den Fotos, hat bisher nicht geklappt.



Fotos neuer Versuch



Sockel aussen



Feuchte Wand



Also es gibt bereits eine waagerechte Abdichtung.
Die liegt normalerweise über dem Fundament und UNTERHALB! des Fußbodenniveaus.Fundamente liegen deshalb immer im erdfeuchten Bereich, da gehören sie hin!
Eine zweite waagerechte Abdichtung kann vorhanden sein wenn der Spritzwasserbereich bis oberhalb der ersten Abdichtungsebene reicht. In diesem Fall genügt es, den betroffenen Wandstreifen von innen zu dichten wenn die Abdichtung des Spritzwasserbereiches aus gestalterischen Gründen nicht möglich ist (was ich für sehr unwahrscheinlich halte).
Fazit:
Ich sehe keinerlei Gründe für diese geplante Sanierungsorgie sondern vermute Kondensatausfall. Möglich wäre auch ein Wasseranfall auf der Betonplatte infolge eines Lecks.
Deshalb: Lassen Sie sich von einem richtigen Fachmann vor Ort beraten.

"Und die Firma die die Feuchtigkeitsmessung gemacht hat, stellte keine Chance der Trocknung in Aussicht. "
Das sollte Sie äußerst misstrauisch machen.
WIE
verdammt noch mal
wurde denn gemessen?

Schauen Sie bei den Fotos das Sie das richtige Dateiformat gewählt haben.





Hallo Herr Böttcher,
vielen Dank für die Anmerkungen. Leider ist es schon etwas spät, dass Fundament ist schon raus und wir haben schon fleißig geschaufelt um das Bodenniveau zu erreichen. Ich werde nochmal mit der Firma sprechen, ob diese Injektion tatsächlich sinnvoll ist. Oder ob eine Dichtung von außen reicht. Weil Außen ist nur der blanke Beton ohne jegliche Abdichtung und bisher war die Wand immer erdberührend.
Wenn keine Injektion stattfindet spart dies schonmal 5000€



nasse Wand



Ich habe immer mehr das Gefühl das Sie einem Abdichtungshai zum Opfer gefallen sind.
Mailen Sie mir die Fotos vom aktuellen Zustand und wenn es möglich ist das Angebot des Abdichters.



Das Gesprächsergebnis



mit der Firma kann ich orakeln: Natürlich ist die Abdichtung nötig- das wird man euch erzählen. Schließlich wollen die den Auftrag haben. Bevor der Auftrag ausgelöst wird, empfehle ich dringend, auf das Mailangebot von Herrn Böttcher einzugehen. Das ihr die Bodenplatte ständig als Fundament bezeichnet verwirrt zusätzlich. Die Bodenplatte ist die Bodenplatte und nicht das Fundament. Woraus die Mauern bestehen ist auch noch unbekannt. Worein soll denn die Bohrlochsperre gesetzt werden?





Hallo Herr Böttcher,
Fotos habe ich Ihnen geschickt. Vielen Dank für das Angebot.
Die Bohrlochsperre soll in die Wände erfolgen, die auf den Streifenfundmenten stehen. Die Bodenplatte diente lediglich als Grundlage für den Bodenaufbau. Wir haben halt das Problem, dass wir ab 01.06. Gäste bekommen, dass Haus wird nämlich als Ferienhaus vermietet. Eigentlich waren wir mit der Firma bisher sehr zufrieden. Die haben in 2014 uns auch ein tolles neues Dach gebaut. Vielleicht ist dieses Thema nicht ihr Spezialgebiet. Auch der Bauleiter ist sich noch nicht zu 100% sicher mit der Bohrlochsperre.



nasse Wände



Die Fotos habe ich mir angesehen, signifikante Nässeschäden konnte ich darauf nicht erkennen. Die Bodenplatte war trocken.
Jedenfalls gaben die Fotos nicht mehr her.
Wenn Sie mir weitere Informationen schicken kriegen Sie kurzfristig ein paar Tipps von mir. Das bis 1.6. ist machbar.





das Haus ist seid über 30 Jahren in unserem Besitz. Bis 2010 wurde das Objekt durch meine Eltern genutzt. Dort wurden die betroffenen Räume nur sehr sporadisch im Winter durch einen Kachelofen geheizt. Bzw. in den Jahren ab 2005 fast garnicht mehr. Deshalb gehe ich von einem langfristigen entstandenen Feuchteschaden aus. Es roch immer wie Keller. Im Jahr 2010 wurde dann eine Zentralheizung installiert, allerdings haben wir wahrscheinlich den Fehler gemacht. Bei Abwesenheit die Heizung auf Frost steht, habe jetzt schon von unterschiedlichen Seiten gehört, dass dies Käse ist. Das Mauerwerk besteht aus normalen Steinen. Nochmal kurz zum früheren Bodenaufbau von innen nach unten.
Teppich
Trockenestrich mit 20mm Styropor
PVC Boden mit Stoffrücken
Bodenplatte
dünne Folie
Verdichteter Sand

Die Wände waren tapeziert, leider war unter der Tapete dieses Rollstyropor von Erfurt oder ähnlich.

Mit dem Sockelabsatz haben Sie recht und bis 2014 gab es nahezu keinen Dachüberstand. Das Dach wurde 2014 komplett auf KfW Niveau mit einer Aufsparrendämmung gedämmt und Dachüberstände von cirka 30cm erstellt.
Auf der Nord- und Ostseite lagen bisher Betonplatten die eher ein Gefälle zum Haus hatten. Die Betonplatten wurden scheinbar vor Ort gegossen. Am Rand zum Haus und unten war Bitumenbahn sichtbar. Ist aber erst beim Abstemmen aufgefallen. Ost- und Nordseite sind mit diesen Verblendklinkern verkleidet. An der Westseite reicht das Gras bis ans Haus, die Wand ist verputzt, darunter ist 4cm Styropor. Die Südseite ist auch mit Verblendklinkern verkleidet, auch dort geht der Boden bis ans Haus.
Wie es aussieht gibt es außen im Sockel- und Fundamentbereich keinen Bitumenanstrich.
Innen war an den Wänden unterhalb der Bodenplatte an der Wand eine schmale Bitumenbahn die aber auch extrem brüchig war.