Stallausbau-Heizungsart? FRAGE

07.11.2005



Der ehemalige Stall (100qm) soll als Seminarrraum ausgebaut werden. Ich suche nach der optimalen Heizungsvariante. Der Fußboden wird folgendermaßen aufgebaut: Ausgleichsbeton, Bitumenschweißbahn, 10-12 cm Styrodur gedämmt, anschl. Estrich, Parkett. Die Wände bestehen aus 60 cm Sandstein in Lehmmörtel gesetzt, die Decke wir aus 6 Ziegelkreuzgewölben gebildet, die auf 2 massiven Sandsteinsäulen in jeweils einem drittel des Raumes Ruhen. Die Raumausdehnung beträgt ca. 12,80 m x 8 m.
Bisher denke ich über eine Fußbodenheizung oder eine Fußleistenheizung nach, was ist in dem Fall günstiger. Bei einer Fußleistenheizung habe ich Bedenken, dass die Strahlungswärme überhaupt bis in die Mitte des Raumes (je 4 m) reicht. Muß ich die Sandsteinwände zusätzlich dämmen? Danke für kompetente Antworten, Stefan



stallumbau



hallo,
handelt es sich beim Stallgebäude evtl. um eine sog. "Kuhkapelle" wie man sie in der Region der Naheweinstrasse findet?
Das nur nebenbei. Zwei dingen sind zu beachten: Normalerweise mimmt man für einen Seminarraum (der nur ab und zu benutzt wird) einen Konvektionsheizung. Eine Strahlungsheizung könnte evtl. im Betrieb teuer werden. Bei Strahlungsheizung würde ich unter der Sohle dämmen. Bei der Wandheizung von ehem. Stallanlagen können sehr unangenehme Ausdünstungen und Ausblühungen aus den Wände heraustreten.
Man auch beiden kombinieren: einen schönen Kachelofen in einer Ecke (passt sehr gut zur Deckenkonstruktion) und eine
Warmluftheizung mit Luftfilter (wie man sie in Kirchen einbaut).
Wie gesagt dies sind nur Ideen, die ich gebe. Wir haben bestimmt noch andere Ideen in diesem Forum.
M.f.G.
J.E.Hamesse



Ausgleichsbeton



und bitumenschweißbahn könnten dazu führen das die Feuchtigkeit in den wänden nach oben steigt. Was sicherlich bei einem hochwertigen raum wie einem seminarraum nicht erwünscht ist. Bei einer bauteilheizung wird, wenn sie richtig dimensioniert ist sicherlich im gesamten raum eine hervorragende wärmeverteilung statfinden, und zudem die Wand zusätzlich trockengehalten.Sie sollte allerdings unbeding mit einem Lehmputz gekoppelt werden. Den Fußbodenaufbau würde ich unbedingt diffusionsoffen und kappilar leitfähig halten um eine möglichst hohe oberflächenverdunstung zu gewährleisten. Hiefür gibt es hervorragende konzepte mit denen auch moderne anforderungen an wermedämmung und trockenheit gewährleistet werden. Gruß Martin



Danke



@J.E.HAMESSE
die Kuhkapelle kenne ich nicht. Zugegeben: der Raum hat einen fast sakralen Charakter. Das Gebäude ist 1830 erbaut und damals war dies in unserer Gegend (Ostsachsen) auf den wohlhabenderen Bauernhöfen eine gängige Varinante massive Decken herzustellen.
Wie funktionieren die Warmluftheizungen, woher kommt die Wärme, ebenfalls über erwärmtes Wasser? Ein Ofen ist bereits vorgesehen, der Kamin gemauert.

@Martin Elzenbeck
das Problem des Wassers in den Wänden habe ich mir bereits überdacht aber wir bekomme ich je einen einigermaßen fußwarmen Fußboden, wenn die aufsteigende Feuchtigkeit flächig verdunsten kann?



Welche Art von Seminaren



sollen denn hier stattfinden?
Geht es um Vorträge bei denen der Raum in aller Regel mit Straßenschuhen genutzt wird, oder sollen hier Yogakurse, Tanzterapie und Pilates stattfinden? Unterschiedliche Nutzungen bedingen auch unterschiedliche Fussbodenaufbauten.
Auf die bituminöse Abdichtung zum Erdreich würde ich auf keinen Fall verzichten. Die Umnutzung des Stalls bedingt einen Bauantrag, außerdem sind die Bedingungen der EnEv einzuhalten. Daraus folgt auf jeden Fall auch eine Dämmung der Außenwände. Soll dies nicht durchgeführt werden muss eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden. Ob dies aber sinnvoll ist, ist gut zu überlegen. Kalte Wandoberflächen sind für jemand der in diesem Raum Entspannungsübungen nach dem Yoga durchführen will, sicher nicht sehr angenehm.
Ich bin der Meinung, dass sie das Vorhaben nicht ohne fachkundige Hilfe vor Ort durchführen sollten. Das hier investierte Geld macht sich mit Sicherheit bezahlt.



Planung incl. Baugenehmigung ist abgeschlossen



vielen Dank für die Hinweise. Der Raum wird zwar mit Straßenschuhen benutzt werden es ist aber auch geplant dort medidativen Tanz durchzuführen. Aufgrund des Denkmalschutzes des Objektes käme nur eine Innendämmung in Frage. In einem Gewölbesegment haben wir bereits YTONG 7,5cm mit Hinterlüftung vorgemauert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies die beste Möglichkeit ist. Außerdem bleiben vor allem die tiefen Fenster- und Türnischen wärmetechnisch ein Problem. Es wäre nur möglich mit dünnen hochdämmenden Materialien zu arbeiten wie z.B. Polostyrolplatten 3 bis 4cm. Außerdem wollte ich die Außenwände, wenn ungedämmt, nur mit einem Kalkpinselputz überziehen, so dass die unegale Struktur erhalten bleibt. Mit einer Vorsatzschale wäre dieser Effekt futsch, da die Wand dann schnurgerade ist.
Danke für weitere Ratschläge. Stefan



stallausbau



hallo,
hier ein paar Grundprinzipien: Der Holzfussboden kann hinterlüftet sein, Sie brauchen dann keine Absperrung von unten, nur eine dämmende und kapillarbrechende Schicht, z.B. mit Glaschotter. Allerdings dann auch keine Fussbodenheizung.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und hat Gewölben und wird meditativ benutzt. In diesem Fall würde ich auf Porenbeton verzichten, auch auf Polystyrol und andere Plasten. Hier wäre Lehm in al seine wunderbare Formen angebracht. Bei den Fenstern würde ich auf Kastenfenster gehen, d.h. ein zweites Fenster ohne Sprossen innen einbauen. Aber das sollte vor Ort diskutiert werden. Ich gebe Ihnen zwei Kontaktadressen unseres Vereins:
1. "Umgebindehaus Oberlausitz" 02779 Großschonau, Herr Peter Dorn, Tel 035841-37009.
2. "Lausitzer Bergland" 01904 Weifa, C.Gräfe und W. Mattig, Tel: 035951-34222.
Vielleicht können Sie dort direkt anfragen.



An Stelle von Styropor



und "Leichtlehmdämmung" bringe ich dann hier noch einmal die Innendämmung mit Holzweichfaserplatten oder Schilfmatten zur Sprache. So kann man besere Dämmwerte erreichen und die Oberflächen der Wände werden wärmer.
Für den meditativen Tanz eignet sich meiner Meinung nach am Besten ein Holzboden.



Holzweichfaserplatten



habe ich bisher mit guten Erfolg in der ersten Etaage (Fachwerk und Lehm) von Innen eingesetzt. Im Erdgeschoss (Stall) will ich eigentlich auf diese Variante verzichten, da die Wände nicht horizontal gesperrt sind und ich bei diesen Holzweichfaserplatten Bedenken wegen aufsteigender Feuchtigkeit in den Wänden habe und diese Platten sind eben nur weich gebundes organisches Material.
Aber nochmal zu meiner Ausgangsfrage: ist es sinnvoll bei dieser Raumgröße (Breite und Kubatur) eine Fußleistenheizung einzusetzen?



Ich empfehle dringend sich mit der Hinterlüftung mehr zu beschäftigen...



Sonst züchten Sie darunter Schimmel ohne Ende.
Wie soll denn verhindert werden, dass der Staub (im Hohlraum) nicht fault?
Und wie gehen Sie gegen den Salpeter vor?
Welche Masnahmen sind als Wandoberfläche vorgesehen?
Wurden die Mauern nicht feucht durch die Nutzung als Stall?
Wenn ja - was ist dagegen vorgesehen?



Hallo



Stefan, da du ja bereits eine flut von wirklich guten beiträgen erhalten hast, wirst du sicherlich vor ort mit einem, im umgang mit naturbaustoffen erfahrenen planer, ein konzept erstellen. Zu meinem Fubo Aufbau den ich in meiner firma seit jahren ausführe nur kurz einige infos.

von unten nach oben

20 - 40 cm kapilarbrechende schicht, Schotter oder kieß 16 - 32 mm

6 cm hurdistonplatten auf kalkmörtel, nur punktuell aufliegend

15 - 25 cm kalkleichtestrich mit mineralieschen leichtzuschlägen

holzdielen auf lagerhölzer mit Schüttung

zu den wänden unbedigt 2 - 3 cm luft lassen, die Entlüftung geschieht über die sockelleiste. Mit diesem aufbau sind auch moderne anforderungen an Wärmeschutz realisierbar. Gruß martin



Ich empfehle dringend eine Hinterlüftung wegzulassen



Innendämmungen werden kraftschlüssig ohne Luftschichten eingebaut.
Ansonsten würde ich auch zu einer leichten Innendämmung aus Weichholzfaser oder Schilf raten. Gerade dann lässt sich in einer Kombination mit einer Wandheizung eine hohe Behaglichkeit erreichen.
Viele Grüße Gerd Meurer