Kellerwände isolieren?

21.11.2010



Wir haben die Kellerwände (Rotklinker/Backstein) unseres Hauses(Bj.~1900) nach dem Neuverputzen (Zementputz PIII) mit Dichtschlämme behandelt. Vor der Neuverfüllung der Baugrube überlege ich derzeit ob eine Isolierung mit Styroporplatten (Ankleben mit Dichtmörtel) evtl. Vorteile bringt, da ein Teil der Kellerräume als zeitweilige Wohnräume genutzt werden (Gästezimmer/Arbeitszimmer).Gleichzeitig wäre hierdurch ein Schutz der Wände vor dem Wiederverfüllen gegeben! Oder entstehen durch das/die möglicherweise hinter den Styroporplatten gesammelte Wasser/Feuchtigkeit andere Probleme?.

Lieben Dank für Eure Einschätzungen

J.Grenz



Für



solche Baumaßnahmen gibt es passende Platten verschiedener Hersteller im Fachmarkt (nicht pauschal Sytropur), die incl. der Verarbeitungsrichtlinie aussagekräftifg sind. Die Frage wäre, wie Du den Übergang oberhalb des Geländes schaffen willst oder ob der Sockel ebndo gedämmt werden soll. Foto und Skizze wären gut, um Deine Frage fachlich korrekt zu beantworten. Suche mal im Internet unter Deitermann, PCI, DOW, Styrodur, BASF usw nach weiterführenden Infos.



Sockelbereich



soll nicht gedämmt werden. Hier bleibt der alte Sockel bestehen. Lediglich das Mauerwerk bis unter den Sockelbereich wurde geschlämmt. Die Idee mit den "einfachen" Styroporplatten kam schlicht und ergreifend weil die Dichtschlämme vor dem Verfüllen geschützt werden sollte. Insofern wäre die Alternative eine Noppenbahn oder das obige Dämmmaterial um evtl. noch ein wenig zu isolieren.
Bei Deitermann habe ich noch nichts gefunden, werde aber auch Deine anderen Herstellerhinweise nachlesen. Nur, es bleibt weiterhin die einfache Frage was passiert wenn ich es auf dem oben beschrieben Weg mache? Führt dies zu Problemen und falls ja, zu welchen?
Würde mich über weitere Stellungnahmen freuen.

Lieben Dank.





Eine Abdichtung muss gegen mechanisch mögliche Beschädigungen durch das Verfüllen geschützt werden.

Das Zeug heißt Perimeterdämmung und ist extra für den Erdberührten Bereich zugelassen. Es wird mit KMB an die Wand geklebt.
Wenn es neben dem Zwecke des Anfüllschutz auch dämmen soll muss es ganzflächig verklebt werden, so das es durch Wasser nicht hinterlaufen werden kann.

Grüße aus Schönebeck



Danke auch nach Schönebeck.



Perimeterdämmung (Styropor,Styrodur...)fällt dann aufgrund der Unebenheiten definitiv weg. Aber was passiert wenn das Wasser zwischen den Materialien stehen bleibt? Gibt es Schäden und wenn ja welcher Art oder kommt es nur zu einer schlechten Dämmwirkung???





Wenn die Dämmung von Wasser hinterlaufen wird ist die Dämmwirkung natürlich dahin.
Das Problem von mechanischen Schutzschichten auf unebenen Untergründen besteht darin, das auf den hervorstehenden Teilen zum einen größere Punktlasten auftreten und zum anderen das gleiten der Verfüllung an der Wand zum Teil erheblich behindert wird und damit ein abreißen der Abdichtung möglich ist.
Besser ist man immer beraten den Untergrund zu egalisieren.
Mitunter ist das recht aufwendig aber ohne diesen Aufwand ist es nichts halbes und nichts ganzes.

Gruße aus Schönebeck

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Nach Egalisierung sollte das dann etwa so aussehen.
Hier wurde einfach eine Schale davor betoniert.
.
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Das ganze mit KMB Abdichtung

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Und hier dann fertig mit Perimeterdämmung

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Ergänzung



DOW, Perimate wird laut Anwendungsblatt nur Batzenweise angeklebt mit lösungmittelfreien Klebern - z.B. Superflex 10. Das Vollflächige ist mir neu, muß aber nicht falsch sein. Wenn Wasser aber dahinter kann - dann kanns auch wieder raus. Dazu steht bei DOW, dass das Sickerwasser ungehindert abfliesen soll. DOW bietet dazu eine gute Lösung an. Eine Noppenbahn davor wäre dann das Opitimum. Notwendigkeit einer Dränage wäre zu prüfen. Wenn die Grundmauer aber im Grundwasser steht, dann Planer ranholen. Das scheint aber heir nicht der Fall zu sein.



Kann der Fotoserie des Herrn Struve nur zustimmen,



hab auf diese Art über 30 m Kellerwand eines Souterrains saniert, weil das Niederschlagswasser nach jedem Regen durch die Wände sickerte. Das Egalisieren machte ich mit einem zweilagigen 25-30 mm dicken Zementmörtel, nachdem ich alle versandeten Altanstriche abgeklopft, die Fugen von Sand und Würzelchen freigekratzt und die Steinoberflächen mit Drahtbürsten gereinigt hatte. Durch den Putzanwurf bis in die Fugen haben sich die Steinlagen zusätzlich stabilisiert.
Am unteren Rand schalte ich einen kleinen Sockel ein, den ich als Auflage für die untersten Platten betonierte. Bei manchen Klebesystemen kann es beim Abbinden zu leichtem Abrutschen kommen, was durch den Sockel ausgeschlossen wurde.

Als Perimeterplatten nahm ich die verfalzten Styrodur 3035
CS. Eine Verbesserung der Wärmedämmung hab ich nicht festgestellt, aber der Feuchteschutz war erreicht und die Räume wieder bewohnbar.

Gruß
AallRounder