Nasser Keller/Wände Haus v. 1904 bitte um Hilfe

04.06.2009



Wir haben vor einem Jahr ein Haus aus dem Jahr 1904 gekauft. Sicherlich war uns bewußt, dass wir noch jede Menge Sanierungsarbeiten vor uns haben.... Nach dem ersten Winter aber müssen wir gleich handeln, da wir an mehreren Stellen rings um das Haus herum Feuchte Wände haben. Es handelt sich um Mauerwerk und das Haus ist voll unterkellert. Die Kellerwände sind feucht und wie wir nun festgestellt haben, im Winter auch die Wände im Erdgeschoss nass. Von außen am Putz sieht man "Wasserränder". Der Keller ist 1,50 unter dem Boden. Es wurden wohl Horizontalsperren in Form von Teerpappe eingebracht.Rings um das Haus herum war eine 1m hohe Zierziegelschicht mit 10cm Beton angebracht. Diese haben wir nun abgeschlagen und die Kellerwand erst einmal bis zum Boden freigelegt. Nun wollen wir anfangen, den Boden ringsherum aufzuschachten und einen Bitumanstrich (dannach Noppenfolie) zu verlegen.

Bitte um Hilfe??? Ist das korrekt? Was müssen wir beachten? Jede Menge "fachkundige" Leute waren schon hier und versprachen mit irgendwelchen Bohrungen, neuen Horizontalsperren unser Problem zu lösen.

Unser Haus steht frei auf unserem Grundstück. Nur eine Wand grenzt direkt an einen Fußweg der Stadt. Der Weg wurde wohl vor einigen Jahren neu gemacht. Gerade aber diese Wand ist auch eine der besonders feuchten.

Danke für jeden hilfreichen Hinweis!



1 mal machen - aber richtig



Ich kann euch nur raten, euch auf eine Beratung vor Ort zu verlassen - die Ursachen für Feuchtigkeit kann so vielfältig sein, dass die Tips hier wenig nutzen können, da keiner die wirkliche Situation einschätzen kann. Auf alle Fälle sind Bitumenanstrich und Noppenbahn - so wie es formuliert ist, falsch. Schaut euch mal die Internetseite von "Deitermann" an. Bei Horizontalsperre muß erst einmal die Mauerwerksart geklärt werden. Bei Bruchstein sind andere Technologien möglich/nötig als bei Mauerziegel, es haben auch verschiedene Methoden eine Berechtigung in der jeweiligen Situation.
Wenn Du sicher gern willst - dann hol Dir einen erfahrenen Bauleiter ran, der im Altbau tätig ist und die Ausführung (noch zu klären) auch überwachen kann. Bei der Trockenlegung sollte man wirklich nichts anbrennen lassen.
Vielleicht nicht auf die Geschicht mit Magnetfelder reinfallen - dazu kann ich nicht raten!

Aber warte ruhig die anderen Antworten ab, obwohl dies ja eigentlich ein Fachwerkhausforum ist ...



Danke



Die Wände sind aus Ziegelsteinen gemauert.



Nun,



Horizontalsperren waren auch damals schon üblich, in der Regel wurden Teerpappen verwendet. Erfahrungsgemäss sind die auch in Ordnung und funktionstüchtig.
Entscheidend ist hier erstmal die Ursachen der Feuchtigkeit herauszufinden. Dazu muss man aber das Objekt vor Ort sehen. Denn meistens spielen mehrere Faktoren zusammen. Dann kann man sich aus den vielen technischen Möglichkeiten die geeigneten Massnahmen zusammenstellen.
MfG
dasMaurer



Woher bekomme ich einen seriösen Fachmann?



Hallo Herr Warnecke,
auf der Suche nach "Sachkundigen" haben wir fast jedes Mal eine neue Aussage erhalten. Meist war die Horizontalsperre schuld. Wo finde ich einen seriösen Sachverständigen?

Es sind sogar zwei Horizontalsperren eingebaut. Eine sehr niedrig ca. 30 cm über dem Kellerboden. Die andere genau bis zu dem Rand (ca. 1,60m ab Kellerboden) bis zu dem von außen die Zierklinker angeklebt waren. Genau aber ab dieser Höhe ist die Feuchtigkeit in die Wohnräume aufgestiegen.

Hartmann



Haltbarkeit von Teerpappen



habe mal gelernt, daß Teerpappen etwa 50 Jahre halten, mag nicht immer zutreffen, aber nach 100 Jahren ??,
Die Beschreibung "bis zum Rand" ist schwer zu verstehen, besser ist eine Skizze oder Foto, um einigermaßen Klarheit zu schaffen. Wenn Du aber den Fachleuten vor Ort nicht traust - warum garade uns, die Dein Problem nicht mal gesehen haben .....??????



Die Feuchtigkeit



oberhalb der oberen Horizontalsperre??
Da wird das Problem auch oberhalb der Sperre zu suchen sein.
Könnte eventuell mit den "Zierklinkern" zusammenhängen.
Aber dazu muss man die Situation vor Ort ansehen.
@Olaf
zur Haltbarkeit von Teerpappen, als Horizontalsperre eingebaut ist die Pappe vor allen Einflüssen geschützt. Was soll da kaputtgehen? Beschädigungen hab ich immer nur gefunden, wenn mechanische Einflüsse gewirkt haben, wie zum Beispiel Setzungsrisse oder gedankenlose Handwerker.
MfG
dasMaurer



Haltbarkeit von Pappen als Sperre



rictig, die Sonne als zerstörende Karft fällt weg, aber vielleicht lag es nur an der natürlichen Alterung der Produkte unserer Vorfahren - oftmals habe ich Sperrungen gefunden, die in der Hand zerbröselten. Das muß aber nicht die Regel sein.

Nach der hier geführten Diskussion könnte aber wirklich ein Kondensat und fehlende Abdunstung nach außen durch die Klinker die Ursache sein. Das sollte sich aber ein Fachmann vor Ort anschauen, ich halte nichts von diesen Ferndiagnosen!



Mutabor



Hallo Herr Hartmann,

aus der Ferne ist das schwer, aber es klingt zunächst so, als sei die Ursache bei der alten Verklinkerung zu suchen. Die Klinker sind ab, das dürfte schon mal das Wesentliche sein.
Die Fachkunde. Die Kellerfeuchte. Mutabor. Wer Wunderkästchen verkauft wird stets diese als Lösung anpreisen, wer Öl in die Wände pumpt stets das Öl. Wenn bei einer Erstberatung die Lösung mit Muster aus dem Kofferraum gezaubert wird sollten Sie vorsichtig sein.
Sagen Sie doch mal wo das Haus steht, vielleicht findet sich hier ja jemand in der Nähe.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Die Wand trocknet ab!!!



Hallo Herr Kornmayer! Nach mittlweile knapp 3 Wochen kann man sehen, dass die Feuchtigkeit an der Wand - dort wo die Zierklinker waren - fast vollständig weg ist. Die Wände sind richtig trocken. Mein Mann hat bereits 2 Kellerwände freigelegt und dabei noch jede Menge andere Ursachen gefunden. Einmal hat die Wurzel einer Birke ein Abwasserrohr beschädigt und an einer anderen Stelle ist eine Klärgrube, die noch halb gefüllt, vom vormaligen Besitzer mit Bauschutt aufgefüllt wurde. Nachdem wir dies alles entfernt haben, trocknet selbst diese Wand in Windeseile.
Vielen Dank für Ihre Ratschläge. Ein Forummitglied hatte zu uns Kontakt aufgenommen, aber mir waren die "Vor-Ort-Besichtigungskosten" einfach zu hoch.

Hartmann