Kuhstall zu Wohnraum umbauen

25.05.2011 Arne



Guten Tag,

an unserem Bauernhaus befindet sich ein angebauter Kuhstall mit einem Maß von ca. 11 x 16 Meter. In diesen möchten, als nächstes Projekt, wir gern einige Wohnräume einbauen.

Die Bodenplatte ist aus Beton gegossen und die Wände besteht aus 36er Ziegelmauerwerk. Darüber befindet sich eine Gewölbedecke mit Doppel-T-Trägern die dazwischen von zwei quer laufenden Doppel-T-Trägern abgefangen werden. Diese werden jeweils wieder mit jeweils vier Säulen abgefangen.

Um Glatte und saubere Wände zu bekommen haben wir uns vorgestellt das Komplette Außenmauerwerk von innen mit einer zweiten Mauerschicht zu versehen und dazwischen eine Kerndämmung einzubringen.

Nun habe ich davon gelesen, dass es bei Stallgebäuden nach einer Umnutzung ja häufig mit Problemen der Salzausblühung der Wände kommt. In wie weit muss man darauf Rücksicht bei der Dämmung nehmen oder müssen die Wände (außer einer Reinigung) eine andere Vorbehandlung erhalten?

Der Betonboden muss teilweise herausgestemmt werden da das ganze bis zu 25cm unterschiedlich hohes Niveau hat. Wie sollte man den neuen Bodenaufbau vornehmen?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen



Moin Arne,



ein bisschen konkreter darf's schon sein:

Welche Nutzung, komplette Wohnung, Anbau?

Holzboden, Fliesen?

FBH, Wandheizung, Anschluss an vorhandene?

Umnutzung schon beim Amt vorangefragt?

Gäb's Fotos?

Gruss, Boris



Ok :)



Also fange ich mal an :) :

Es soll keine komplette Wohnung darin unterkommen sondern ein Bad, ein Raum für Waschmaschinen und Wäsche sowie vier Schlafzimmer. Es besteht (durch die ehemalige Milchkammer) ein direkter Zugang zum Wohnhaus.

Für den Boden sind wir noch nicht konkret geworden, aber da ein Teil des Betonfußbodens eigentlich drin bleiben sollte und insgesamt nur etwas Dämmung und Estrich drauf sollte hätte ich in erster Linie an Fliesen gedacht.

Zur Heizung soll der Gebäudeteil an eine vorhandene Holzvergaserheizung mit Ölunterstützung und Solar-Ergänzungssatz für Heizung und Brauchwasser angeschlossen werden. Ohne sich bis jetzt genauer damit beschäftigt zu haben dachte ich in erster Linie an normale Heizkörper oder Fußbodenheizung gedacht.

Und ja, zur Umnutzung habe ich bereits mit dem zuständigen Bauamt gesprochen.

Anbei noch ein Bild



...



und eine Innenansicht

P.S.: ... ich weiss das es grauselig ausschaut ;)



...



auch für die Decke fehlt noch die zündene Idee wie man es sinnvoll incl. Isolierung verwirklichen kann.



Wie wäre



mit einem erfafahren Planer?
Sie brauchen doch eine ordlicher Vorortberatung.



Moin Arne,



was ist mit dem Raum drüber? Treppe erwünscht?

Ansonsten erstmal Grundriss schnappen oder anfertigen und die Raumaufteilung festlegen. Mehrere Varianten ausprobieren.

Wenn du nichtmal weisst was du willst, woher sollen wir's dann wissen?

;-), Boris



Guten Morgen :)



@ Boris Webler
Na ja :) ... Du hast schon recht. Einen Grundriss, bzw. verschiedene Varianten hierzu (zum drüber schlafen) habe ich bereits fertig. Und der Raum darüber... tja, der soll Luftraum bzw. Bodenraum ohne Nutzung bleiben. Eine Treppe ist hier nicht nötig da man einen Übergang vom "normalen" Bodenraum des Hauses hat.
Es geht mir aber bei der Fragestellung auch eher um die grundsätzlichen Dinge der ursprünglichen Frage.
Also wie ist es mit der zweiten Mauerschicht die ich von innen davor setzen möchte. Was muss man beachten da das ganze ja mal als Stall genutzt worden ist. Wie ist es mit einer Kerndämmung? Was bietet sich hier an mit dem Hintergrund von ebenfalls der ehemaligen Stallnutzung.
Genauso war es auch mit der dämmung der Decke gemeint. Also es geht nicht darum ob es gemacht werden muss (ich denke das ist unzweifelhaft wenn man es als Wohnraum nutzen will und bis jetzt nur eine nackte Gewölbedecke hat) sondern was sich hierfür am besten anbietet.

@ A.R. Thams
Ja, das ist grundsätzlich eine Sache die sicher nötig ist (bzw. vor dem Start kommen soll). Aber ich möchte vorher bereits Möglichkeiten und Meinungen eruieren die möglichst von verschiedenen Fachleuten kommen um auf ein breiteres Spektrum zu kommen.





Hallo Arne,

ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept und eine solide Planung kann ein solches Vorhaben ziemlich nach hinten losgehen und auch in einem finanziellen Desaster enden.

"Kuhstall zu Wohnraum" ist meist kein einfaches Unterfangen, da mit großer Sicherheit die bereits angesprochene Salzproblematik auftreten wird. Bei den Salzen wird unterschieden in Ammoniumnitrat, Bariumnitrat, Natriumnitrat, Kaliumnitrat und Calciumnitrat, was allerdings jenen, dessen Wände blühen nicht wirklich interessieren wird. Die Ausblühungn treten häufig in zuvor als Stallungen verwendeten Räumen auf. Der oft dekadenlange Eintrag von Nitraten aus Urin und Kot der dort gehaltenen Tiere löst sich in Verbindung mit Wasser aus Wohn- oder Kondensfeuchte in den Wänden und tritt „blühend an die Oberfläche.
Besonders im Fußleistenbereich von Erdgeschosswohnungen ist dieses Schadensbild immer wieder zu finden.
Ein wirkliches Ende der Ausblühungen ist nur durch absolute Trockenheit der Wand zu erreichern. Nur dann werden die in Lösung befindliche Salze nicht mehr zur wärmeren Oberflächenseite "wandern".
Problematisch sind hier fast immer die kälteren Fußpunkte, die meist feuchter und auch salzbelasteter sind als die höher liegenden Wandbereiche.

Eine vorgemauerte Wand mit Kerndämmung führt zu einer Taupunktverschiebung in Richtung Raumseite; ein Kondensatausfall an der Innenseite der Bestandswand ist zu erwarten. Man muss bei solch einem Vorhaben genau betrachten, welche Materialien vorhanden sind und welche in das Gefüge eingepasst werden können. Hier funktioniert nicht jeder Dämmstoff, auch der Fußpunkt muss mit besonderer Sorgfalt ausgearbeitet werden, ebenso der thermische Abschluss zum darüberliegenden Geschoss. So etwas muss vor Ort betrachtet werden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer