Feuchte Außenwände, vergammelter Dielenboden im EG...

24.07.2006



Hallo an alle,

folgendes Problem stellt sich in meinem Haus (Backsteinmauerwerk auf Bruchsteinsockel, nicht unterkellert, Bj. ca. 1940er Jahre?):

Im EG war der Fußboden im Bereich der Außenwand feucht und teilweise bereits verfault. Verschiedene gravierende Baufehler habe ich feststellen müssen:

* Der alte Dielenboden wurde zunächst mit Verlegeplatten "übernagelt" und damit's denn auch recht dicht ist, wurde noch ein PVC-Belag drüber geklebt (das Zeug war nicht mehr von den Verlegeplatten loszukriegen und musste mit selbigen raus gerissen werden...)

* die Balken unter den Dielen waren auf je zwei losen Ziegelsteinen gelagert, unter den Ziegelsteinen ist eine Betonplatte eingegossen worden...

* die Wände sind bis auf 1,2 m Höhe mit einem lackähnlichen Anstrich versehen, auf den dann Tapeten aufgeklebt wurden...

* die Balkenlage war zum Teil auch in die Wände eingestemmt worden (wie bereits genannt: Bruchsteinmauerwerk im Sockelbereich)

* auch von außen liessen sich im Winter Feuchte Stellen im Wandbereich ausmachen - inzwischen sind sie aber abgetrocknet

Nun erst mal meine Deutung: Durch die gegossene Betonbodenplatte hatte die Bodenfeuchtigkeit keine Möglichkeit, zu entweichen und wurde förmlich in die Außenwände "gedrückt", wo sie dann nach oben aufgestiegen ist und über die Balken auch in den Holzfussboden eindrang;
durch die lackartig versiegelten Wände fand keinerlei Feuchtigkeitsaustausch zwischen Wand und Raumluft statt, sodass sich gerade an den etwas kälteren Außenwänden im unteren Bereich Kondenswasser bildete, was den Feuchtigkeitshaushalt nochmals verschärfte; (durch die vorhergehende Nutzung des Gebäudes als Kindertagesstätte war auch viel Feuchtigkeit in der Raumluft)...

Nun, nachdem alles einigermaßen abgetrocknet ist, habe ich folgendes vor: Die Außenwände werden mit den Spiralen einer Wandheizung ausgestattet und mit Lehm verputzt. Der Boden wird neu aufgebaut - und zwar mit Schotter, Splitt, Lagerbalken, Dielen (von unten).

Meine Frage hierzu wäre: Muss ich den alten Beton der Bodenplatte vorher raus stemmen? Wenn zwichen Dielen und Splitt genug Be- bzw. Entlüftung verbleibt, genügt das vielleicht bereits? Wegen des erheblichen und kostspieligen Aufwands würde ich mir die Tortur gern ersparen...

Bezüglich der Feuchteflecken außen erhoffe ich mir, dass dies die Folge eines 15 monatigen Leerstands war, in dem auch das Gebäude nicht beheizt wurde - oder müssen auch hier Maßnahmen vorgesehen werden (derzeit ist alles trocken)?

Vielen Dank schon jetzt für den einen oder anderen kompetenten Rat...



gut beobachtet ...



Hallo

Sie schreiben:
Muss ich den alten Beton der Bodenplatte vorher raus stemmen? Wenn zwichen Dielen und Splitt genug Be- bzw. Entlüftung verbleibt, genügt das vielleicht bereits? Wegen des erheblichen und kostspieligen Aufwands würde ich mir die Tortur gern ersparen...

Müssen tut man nicht aber sinnvoll könnte es sein - vor allem auf Dauer!
Wenn eine Be- und Entlüftung richtig funktioniert, dann könnte es klappen ...
Aber, aber ...
Randbedingungen sind halt oft noch vorhanden, die eine "ferndiagnostische" Tippgebung erschweren.
Imm Prinzip könnte es klappen - aber mein Bauch sagt mir: Raus mit dem Zementzeug ...!

Durch die gegossene Betonbodenplatte hatte die Bodenfeuchtigkeit keine Möglichkeit, zu entweichen und wurde förmlich in die Außenwände "gedrückt"

eben deshalb ..

FK



Sie haben sicher Recht, Herr Kurz...



...mein Bauchgefühl sagt mir im Grunde ja das Gleiche. Aber andererseits, wenn ich es vermeiden könnte - es ist halt 'ne echte Tortur, eine Zementplatte in der Größe von 80-90 qm in handliche Stücke zu zerkleinern, rauszuschleppen und dann auch noch die Entsorgung teuer zu bezahlen...

Sehen Sie noch andere Möglichkeiten? Wie kann ich denn bezüglich der "Unterlüftung" sicher gehen?



einfach: rechnen



Hallo
Rechnen Sie einfach die Mühe und die Plagen mit dem Risiko zusammen und addieren Sie dann noch die Zeit, die Sie mit Magengrummeln an Ihrer Gesundheit Raubbau betreiben ... und die Zeit und die Kosten, die es "später" kosten könnte, wenn doch dann alles "fertig" ist ..

und setzten Sie dagegen die Ruhe, das Wissen es gut gemacht zu haben und die lange Zeit, die es den Nachkommen noch dienen kann ...

Luft muss rein - und wieder raus kommen! Ganz einfach - gleich viel!

FK



Ok, ...



...dann werd' ich wohl nicht drum herum kommen, den Zement-Kram raus zu reissen - vielen Dank aber für die Antworten.

Freundliche Grüße,
Peter Engert



eine andere Möglichkeit wäre,



entlang der Außenwände einen Streifen von ca 30cm Breite den Beton wegzustemmen,eine Innendrainage ,gebettet in Drainagekies, entlang der 30cm Streifenzone zu Verlegen und diese ans Regenwasser anzuschließen.Abschließend kann ein Kork-Kalkestrich die 30cm-Zone schliessen.



Interessante Möglichkeit...



...könnte ich dann den restlichen Bodenaufbau wie geplant mit Schotter, Splitt, Lagerbalken, Dielen (von unten) realisieren? Das würde mir ja einiges an Arbeit, Zeit und Geld ersparen...

Vielen Dank schon mal...



dann würde ich den Bodenaufbau anders gestalten:



-auf Beton verlgen von Lagerbalken H ca 12-15cm.
-zwischen den Lagerbalken eine Wärmedämmung z.B. aus feuchtesicherem Korkgranulat reinschütten
-auf den Lagerbalken den Dielenboden befestigen.
Wichtig!! bitte die Dämmschüttung nicht preß bis UK Dielenboden füllen,sondern ca 15-20mm Luft für Feuchtezirkulation belassen (folgerichtig sollten auch die Fußleisten hinterlüftet sein)
Als bewährte Holzschutzmaßnahme könnnen Sie die Unterseite der Lagerbalken gerne anflammen.