Feuchte Kellerwand optimal behandeln

08.10.2007



Hallo,

ich habe seit vier Jahren ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1890. Die Wände des wie erwartet feuchten Gewölbekellers (ca 65qm) sind aus Bruchstein mit "lehmigen" Fugen.
Vor X Jahren ist der Keller wohl komplett verputzt worden. An den Aussenwänden habe ich diesen nun komplett entfernt und an einigen Stellen schwarze Flecken darunter gefunden. Die Innenwände sehen relativ gut aus, wobei auch hier der Putz vielleicht aufgrund des Alters stellenweise bröselt.

Sollte man nun auf die feuchten Aussenwände neuen Putz aufbringen lassen? Eine Aussendämmung ist aufgrund der Lage nur extrem schlecht möglich und m.E nach auch nicht nötig, da ich den Keller nicht als Wohnraum nutzen möchte.
Ich möchte nur keinen Fehler beim Umgang mit der Feuchtigkeit machen.

Weiterhin hat das Haus einen gestampften Lehmboden, der an einigen Stellen auch schwarz und ungleichmäßig ist. Es gibt einen kleinerern Bereich, an dem der Boden betoniert wurde. Dieser Bereich erscheint mir trocken und weist auch keine Rissse auf. Macht es Sinn den ganzen Kellerboden zu betonieren, oder habe ich dann eventuell noch mehr Feuchtigkeit in den Aussenwänden?

Vielen Dank für hilfreiche Antworten
Michael





Sehr geehrter Herr Jenke,
den Putz abzunehmen war sicherlich erst mal das richtige. Wenn von Außen nicht herangegangen werden soll würde ich auch erst mal davon Abstand nehmen neu zu verputzen.
Zunächst sollte damit begonnen werden, das Mauerwerk soweit als möglich abtrocknen zu lassen, d.h. vor allem richtig zu Lüften (möglichst kein Entfeuchter). Art und Weise wurde hier schon in einigen Foren beschrieben ( z.B. Forum 76354).
Unterstützende, in Intervallen ausgeführte Feuchtemessungen können Erfolg der Trocknung und/oder auch deren Herkunft dokumentieren.
Also: was gammeln kann raus räumen, vor allem Zeit nehmen, beobachten und auch mal jemanden Fragen.

Mit freundlichen Grüßen aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Hallo Michael,
hab vorab ein zwei Fragen.
Liegt der Keller im Erdreich, sind die Wände erdberührt, wenn ja, wie tief?
Können sie ausschließen das die Lehmschicht nach Starkregen Wasser führt?
Gruß Jens



Feuchte Kellerwand optimal behandeln



Hallo Jens,

der Keller liegt zu etwa 1-1,2 Meter im Erdreich und die Wände sind erdberührt. Ich kann nicht ausschließen, dass die Lehmschicht nach Starkregen Wasser führt. Allerdings
habe ich nach starkem Niederschlag keine Pfützen im Keller.
Der Zustand der hausabgewandten Aussenwand ist mir leider gänzlich unbekannt.

Viele Grüße
Michael



ohne Sperren......!



Hallo Michael,
nach deiner Beschreibung ist der Mörtel der Bruchsteinwand Lehmig?!
In diesem Fall macht hier nur Kalkmörtel zum verfugen Sinn, alles andere ist zu Hart und wird eh wieder ausbrechen!
Um die Wasseraufnahme im Außenbereich zu hemmen würde ich in den Kalkfugenmörtel im Außenbereich beim Anmachen (eine SMK 20% ins Anmachwasser) untermischen. Das ist auch schon alles was an Sperren Sinn macht.
Im Innenbereich ist zu bedenken das, Natursteine die nicht verputzt sind im Sommer meist einen geschlossenen Wasserfilm auf der Oberfläche haben(extremer Kondensatausfall).
Ich neige hier eher dazu einen Kalkputz aufzubringen.
Im Bodenbereich würde ich eine Splitschüttung einbringen und darauf eine Rollschicht Bachsteinklinker, das ganze mit Sand ausfugen/ abkehren, fertig.
MfG Jens



Betonieren im Fachwerkhaus



Hallo Herr Jenke,


das betonieren des FB ist ok - Trennung (Dehnfuge) beachten denn beide - Wand wie Fußboden sind unterschiedliche Bauteile mit verschiedenen Eigenschaften. Einen dauerhaften Spezialputz der das eindringen der Salze aus dem Mauerwerk verhindert sollten Sie aufbringen.

Mit freundlichen Grüssen.

Andrea Cyba



Frau Cybad.....



ich bitte nochmals um den Produktnamen des Spezialputzes der Salzeinwanderung verhindert!

Michael, auf keinen Fall eine Betonplatte mit einer Dehnungsfuge zur Wand.
Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren drückt im Bereich dieser Fuge das Wasser hoch was durch die Betonplatte gesperrt wird.

Was sollen diese Tipps Frau Cybad??