Nasser Bruchsteinkeller

14.11.2002


Die Aussenwände meines Bruchsteinkellers (Bergische Grauwacke) ziehen so viel Wasser, dass nach intensiven Regenfällen der ganze Boden nass ist (keine Hanglage, nur Kapillarwasser / Bodenfeuchtigkeit!). Damit die im Keller neu installierte Heizungsanlage nicht Schaden nimmt, überlege ich nun, die Kellerwände von aussen aufzubuddeln, mehrfach mit Bitumen zu Streichen (ohne Drainage) und wieder zu verfüllen. Ist das praktikabel, oder erzielt man durch so eine Versiegelung evtl. sogar weitere Bauschäden, weil die Wände nicht mehr 'atmen' können? (Eine Dauer-Querlüftung über Fenster ist vorhanden). Vielen Dank für Antworten!



ist eine der effektivesten lösungen



hallo herr schwarzer,
die vermeidung von nassen wände, aus Oberflächenwasser -scheint das beschriebene zu sein- und schichtenwasser, ist, dieses wasser erst garnicht in die wände gelangen zu lassen;
hierbei ist das aufgraben, säubern des mauerwerks, verputzen, Abdichten -z.b. dickbeschichtung aus bitumen- und wiederverfüllen mit einem versickerungsfähigen Material eine der effektivesten lösungen, aber auch eine mit dem grössten aufwand;
bezgl.der dränage würden diese nicht kategorisch ablehnen; meistens ist sie sinnvoll -um das nach unten abgeleitete oberflächenwasser schnell vom Gebäude zu entfernen; jedoch kann eiene dränage in bestimmten fällen auch das gegenteil bewirken;
ein konzept für eine sinnvolle massnahme sollte auf jedenfall auf den vorhandenen Untergrund abgestimmt werden;
das angesprochene kapillarwasser bekommen sie wahrscheinlich mit der seitl. Abdichtung nicht in den griff; hier ist abhängig vom baugrund eine geeignete lösung (hängt auch von den kosten ab) zu wählen; wir würden evtl. empfehlen -ist aus der ferne etwas gefährlich- erst die seitliche abdichtung vorzunehmen; und vielleicht stellt sich das ergebnis ein, dass sie gar keine massnahmen gegen kapillarfeuchtigkeit vornehmen müssen;
dennoch würden wir ebenfalls empfehlen, zur Beratung einen fachmann ihres vertrauens aufzusuchen, der sich auf jedenfall, den keller sowie das untergrundmaterial begutachten soll;
hoffe ihnen etwas weitergeholfen zu haben;
grüsse aus würzburg



Kelleraußenwand



Lassen Sie Ihre Kellerwände atmen und somit erst einmal Grüße aus der Oberlausitz. Umlaufend öffnen der Außenwände ist eine sinnvolle Lösung und danach das Mauerwerk abtrocknen lassen. Danach aber nicht mit Bitumen "verkleben", also beschichten, sondern mittels Kalkputz verputzen (ebene Fläche herstellen, keinen Schönheitspreis erzielen!), anschließend mit Kokosmatten belegen und mit Wellzementplatten vorstellend wieder verfüllen. Eine funktionstüchtige Drainage sollte natürlich mit eingebaut werden, sonst hilft aller Aufwand nicht's. Oben wird mit einer gitterartigen Abdeckung vor Verunreinigungen abgesichert. Somit kann Ihr Baukörper atmen und Wasser kommt erst garnicht von Außen an die Mauern. Kontaktieren Sie doch dazu auch einmal den Herrn Nothhelfer, Michael in dieser Plattform ebenfalls zu finden. Tschüß



Habe ich auch so gemacht.



Hallo, bei mir war es leichte Hanglage und die Wand komplett naß (75cm Bruchstein). Habe aufgegraben (Baggern lassen). Den Lehm mit dem Hochdruckreiniger von der Wand gespühlt und auch zwei Finger breit aus den Fugen. Dann mit Zementmörtel und Dichtpulver die Fugen zugeschmissen. Mit dem Quast und mehr Wasser die Oberfläche zugeschmiert, so daß zwar keine gerade aber eine geschlossene Wand entstand. Dann zweimal mit Bitumen gestrichen, einmal eine Dickbeschichtung drauf (hier gabs Schwierigkeiten mit der Kelle weil die Oberfläche ja nicht eben war.) Dann Syropoorplatten zum Schutz der Dickbeschichtung davorgestellt. Davor eine einfache Baufolie, davor ca. 20-30 cm groben Kies gleichzeitig mit der Anfüllerde wieder verfüllt und verdichtet. Ach ja unten habe ich ein Drainagerohr und Flies drauf, was meiner Meinung nach "unterhalb" des Fundamentes liegen soll, weil das Wasser sonst doch im Fundament steht. Die Kiesschicht habe ich nicht bis ganz oben durchgeführt, sondern eine Fliesbahn daraufgelegt und das letzte Stück mit Erde bis zur Oberfläche angefüllt. (Hatte keinen Kies mehr.)
Es hat enorm geholfen. Im Bodenbereich des Kellers sind die Wände noch feucht aber das hatte ich auch nicht anders erwartet. (Es gibt natürlich noch tausend andere Kombinationen und Materialien und ich war Anfänger.)




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