Wärmedämmung innen gipskarton

20.08.2005



Hallo allerseits,
ich habe hier mit Schrecken gelesen, dass Gipskarton Gift für Fachwerkhäuser ist. Vor ca. 20 Jahren haben meine Eltern viele Wände von innen her mit Gipskarton "isoliert". Außenwände mit Styroporschicht, Innenwände ohne. Die Aussenwände wollen wir nun kontrollieren.

Meine Frage: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schäden im Bereich der Innenwände gemacht, die mit Gipskarton (ohne Styropor) verkleidet waren (oder noch sind)? Müssen die Platten alle raus?

Viele Grüße
Lilo

P.S. Das Haus der Weserrenaissance hat Eichengefache mit Lehmziegeln auf welchen Strohmatten mit Lehmputz aufgebracht sind.



Das verstehe ich nicht, nur weil Sie von manchen Beiträgen gelesen haben...



es gibt ein Problem müssen Sie doch keines haben.
Was ist denn los bei Ihnen?
Wollen Sie so lange alles rausreissen bis Sie einen Fehler finden?
Wenn nichts schadhaft ist, ist es doch auch gut.lLassen Sie sich nicht verrückt machen.



Tolle Antwort !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



... was soll dieser Ton ????????????????????

Wie wärs mit einer Begründung, Herr Bromm.
Wenn das Fachwerk erst mal geschädigt ist, wirds teuer. Also warum sollte ich mir keine Gedanken über mögliche verdeckte Schäden machen.

Begründungen, Herr Bromm, sachliche Antworten!

Lilo



GKP



Hallo,
mit den Innenwände mit GKP-Verkleidung sehen keine Probleme. Es ist nur schade dass Fachwerwände durch dieses Material begradigt und geglättet wurden. Fachwerk lebt von seine Formen, es gehört dazu. Für die Aussenwände, da habe ich ein Problem. Durch den Innendämmung mit Polystyrol hat sich die gesamte Bauphysik der Aussenwände geändert. Der Taupunkt wurde nach innen geführt, gerade zwischen Fachwerk und Dämmung. Dort fängt es an zu faulen. Vielleicht ist da auch einen kleinen Hohlraum! Dieser Prozess kann jedoch Jahre, bzw. Jahrzehnte dauern. Ich habe solche wände bereits in meine Projekte öffnen lassen: ohne Schaden!
Trodzdem habe ich die Bauherren dazu gebracht ein homogenes Material für die Aussenwände zu nehmen bzw. ein naturbelassenes Material zu verwenden. Dabei habe ich den U-Wert etwas vernachlässigt, dafür die Wärmespeicherung und das Inneraumklima verbessert. In diesem Fall war mir die DIN oder die EnEv egal, die Menschen, die in diesem Raum leben sollen waren mir wichtig. Aber ich kenne auch Leute, die zufrieden in ihrer Polystyrolkasten leben. Machen Sie ein paar Probeöffnungen in versteckte Bereiche im Frühjahr, nach der Heizperiode, um zu sehen ob Feuchtigkeit sich zwischen Aussenwand und und PS gesammelt hat.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Vielen Dank!



... für die ausführliche Antwort. Bislang haben wir noch keine Schäden festgestellt. Z.B. Feuchte oder gar schimmelige Platten oder Zimmerecken. In einigen Räumen wurde auch nicht komplett gedämmt. Z.B. wurden Dachschrägen ausgelassen. Wie gesagt, an den Übergängen ist mir noch nichts aufgefallen, auch das Raumklima ist nach wie vor sehr gut. Die Lehmwände puffern Feuchtigkeit so gut, dass im Winter nach dem Duschen die Fenster nicht beschlagen.

Noch zwei Fragen:
1. Wir vermieten demnächst einen Teil des Hauses und wollen dort doch am liebsten gerade Wände haben. Kann man da Platten ohne Isolierung, mit ähnlichen Diffusionseigenschaften wie Lehem verwenden? Z.B. OSB, Spanplatte oder Weichholzplatte?

2. Wenn man Weichholzplatten direkt an die Lehmwand "klebt", muss man die Platten unbedingt mit einer Lehmputzschicht nach innen abschließen oder kann man sie auch als Grundlage für Tapeten offen lassen?

Viele Grüße
Lilo



Was ist denn los bei Ihnen? Da hatte ich gedacht - welcher Schaden zeigt sich.



Welchen falschen Ton haben Sie denn dabei rausgelesen?
Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, wenn über 20 Jahre kein Problem auftauchte, warum dann alles rausreißen.
Wenn ein Schaden entsteht, dann sieht man das auch - ich denke rechtzeitig.



Innendämmungen



Guten Tag Lilo
über dieses Thema ist hier im Fachwerkforum schon sehr viel geschrieben worden einfach nachstöbern!!

Wenn Sie aber unsicher sind was ihre Fachwerkwand betrifft würde ich an einigen Stellen im unteren Bereich die Wand von innen öffnen und dort Holz feuchte Messungen durchführen wenn dort keine Schäden zu erkennen sind könnte man davon ausgehen das auch an anderen Stellen nichts ist aber hier kann man nur vermuten den Ferndiagnosen lassen sich immer schwer Stellen

Zu ihrer Fragen mit der Tapete selbstverständlich kann man auch auf Lehmputz tapezieren

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Und noch ein Bild vom Lehmbau





GKP 2



Hallo,
Die Lehmwände haben positive Eigenschaften, dies haben Sie selbst erfahren. Lassen Sie so viele Lehmwände wie möglich im Haus stehen, ohne Beplankung mit GKP, OSB, etc...
Zur Feuchtemessung, vorgehen wie A. Vollak beschrieben hat, da die Feuchtigkeit sich stets im unteren Bereich ansammelt.
zu Frage 1: OSB und Spanplatten haben nicht die gleiche Diffusion wie Lehm. Weichfaserplatten kommen eher an den Lehmwerte ran, aber nur etwas näher.
zu Frage 2: Weichholzplatten können Sie sofort bemalen (tapezieren ist fraglich). Wenn Sie sich für Weichholzplatten entscheiden wollen, dann klicken Sie auf die Internetseiten von Gutex.de, Pavatex.de und von Steico.com. Dort haben Sie genaue Information über Aufbau, Materialwahl, Bauphysik, Kosten etc.
Wichtig ist dass Sie die Aussenwände von Innen nicht all zu viel dämmen, sont haben Sie bauphysikalische Probleme im Haus. Und wenn Ihre Mieter lieber gerade Wände haben wollen statt ein gutes Raumklima ist das deren Problem.
mit freundl. Grüßen,
J.E.Hamesse



Lehmbaupaltten



Guten Tag,
ich kan mich Andreas und J-E Hammese anschließen. Für Innenwände sehe ich die Möglichkeit Lehmbauplatten in trockenbauweise vor die Wände zu montieren, wenn man sie den ausrichten will, und dann mit Lehmfeinputz überspachteln (Bewehrung einbetten).
Durch die Montage entstehen entweder unterschiedlich große Hohlräume hinter den Platten die evtl. den Schallschutz verschlechtern oder man füllt dieses Hohlräume mit Faserdämmung (Innenwände recht unproblematisch, Außenwände könen Tauwasserprobleme geben). Noch etwas zum Märchen von der Raumluftfeuteregelung des Lehms: Wenn der Lehm so stark mit Sand abgemagert ist, dass er sich als Baustoff eignet, dann ist er in Bezug auf die Sorption vergleichbar mit anderen Massivbaustoffen. Die kurzzeitige Abpufferung von Feuchtespitzen wird in der Regel von Ihrem Bücheregal, dem Sofa, der Bettwäsche usw. geleistet.
Trotzdem finde ich Lehm als Baustoff toll, aber in Bezug auf Feuchtereglierung wird ihm einfach zu viel zugetraut.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Lehm ist kein Wunderbaustoff



Hallo Lilo
eine Sache möchte ich noch beifügen
dass es auch bei Lehmbaustoffen vor und Nachteile gibt einfach mal hier im Forum stöbern

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Vielen Dank!



Hallo allerseits,
vielen Dank für die vielen Tipps. Wir werden nun überlegen, was gemacht wird.

Viele herzliche Grüße
Lilo und Familie