Wirksame Maßnahmen zur Instandsetzung alter Mauern




Hallo!
Wir haben uns ein altes Haus im Raum Bremen gekauft,Gründungsjahr um 1860.
Als wir uns das Haus vor ca. 8 Wochen zum ersten mal ansahen waren viele der Wände unheimlich nass, vor allem die Innenwände. Die ehemaligen Eigentümer sagten uns, dass die Mieter bisher nichts zu feuchten Wänden gesagt hätten, das Haus jedoch seit 3 Jahren leer stände und im vergangenen Sommer durch falsches Lüften sehr viel Feuchtigkeit ins Haus gekommen sei, die Heizungen im Winter nicht aktiviert wurden.

Mittlerweile sind die Wände deutlich abgetrocknet. Die Tapeten haben wir größtenteils entfernt. Es ist kein Schimmel darunter zu finden.
An einigen Stellen bröckelt der Putz, ist jedoch nichts Schlimmes.
Nun haben wir Teile des Fundamentes freigelegt und waren sehr erstaunt, dass es nur ca. 40cm in den Boden ragt. Es handelt sich um ein Pyramidenfundament aus roten Backsteinen.
Die Backsteine haben über die Jahre deutlich gelitten, und sollte es jemals Mörtel gegebenhaben so ist heute nur noch Sand zwischen den Steinen zu finden. Durch Frost, etc. sind einige der Steine zerbröckelt. Die Verputzten Wände haben jedoch keine nennenswerten Risse, sodass behauptet werden kann, dass das Fundament bisher gut gehalten hat.

Da wir das Haus nun komplett sanieren stellt sich uns die Frage wie wir auf die Problematik reagieren:

1. Feuchte Wände, was tun?
Da die Wände seit der Befreiung von Tapeten und sinnvollem Lüften deutlich trockener geworden sind fragen wir uns, ob eine Horizontalsperre überhaupt nötig ist, oder ob man den Verlauf erstmal 1-2 Jahre beobachten sollte/könnte.

2. Fundament nicht frostsicher, was tun zum Erhalt?
Die Idee ist, das Fundament stückweise freilegen, es säubern, loses entfernen, den Rest verputzen, Abdichten und eine Drainage installieren um Feuchtigkeit um das Fundament zu minimieren. Sinnvoll?

Zur Info:
Heute steht das Haus auf Streifenfundamenten (Pyramidenfundamenten), mit Holzboden auf Sand gebaut. Wir werden im Rahmen der Sanierung eine Bodenplatte einziehen.


Sollten Fotos zur Klärung helfen, bitte sagen was ich fotografieren soll.



Sanierung



Wenn Sie sanieren wollen sollten Sie zuerst Ursachenforschung und ein Gesamtsanierungskonzept erstellen.

Am besten mal bei mir anrufen .

Wohne ebenfalls in Bremen..

Lg.Peter Schneider



Unbedingt:



... einen Sachverständigen und einen Statiker zu Rate ziehen und nichts tun, bevor die Situation im gesamten Zusammenhang betrachtet und bewertet worden ist.

- es ist sehr wahrscheinlich, das die Feuchtigkeit in den Wänden aus der kondensierten Bodenfeuchte stammt. Wäre typisch für 3 Jahre Leerstand, nicht ausreichender Lüftung und Dielenboden über Erdreich.

- Wenn die Fundamente nicht mehr tragfähig und nicht frostfrei gegründet sind (80-100cm unter OK Erdreich) müssen sie abschnittsweise unterfangen und entsprechend tiefer gegründet werden. Das ist nichts für den Heimwerker.
Ob ggf. eine Neuverfugung ausreicht, muss der Statiker bewerten. Wenn bisher keine Setzungserscheinungen/Risse zu bemerken sind, mag es ausreichen.

- Eine Drainage ist komplett überflüssig. Fundamente müssen nicht drainiert werden. Es sei denn, es gibt einen Keller und Probleme mit drückendem Wasser.

- Eine Horizontalsperre muss in´s MW eingebaut werden. Dies im Zusammenhang mit einer sorgfältigen Lösung für den Sockelbereich (Dämmung/Abdichtung gegen Spritzwasser). Wenn Sie darauf verzichten, besteht immer die Gefahr, das Ihnen die Bodenfeuchte/nichtdrückendes Wasser in die neue Bodenkonstruktion einzieht. Dieser Punkt muss sehr sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Nichts für den Heimwerker. Und erst recht nichts für die Gilde der "Mauertrockenleger" und deren alchemistisches Instrumentarium.

- Eine neue Bodenplatte ist sinnvoll, inkl. Dämmung, am besten unterseitig, kapillarbrechender Schicht usw. Abklebung oberseitig usw. Nichts für den Heimwerker ohne Kenntnisse der baukonstruktiven und bauphysikalischen Zusammenhänge.

Kein Aktionismus ohne sorgfältige Planung. Investieren Sie in diese und sparen Sie sich Geld, Zeit und Nerven. Es besteht die Tendenz bei "Selbersanierern", fachkundige Beratung und Erfahrung nicht honorieren zu wollen. Statt dessen wird viel Geld in die Baumärkte getragen und in Form selbst verursachter Bauschäden in´s eigene Haus eingebaut.
Klingt polemisch, ist aber leider wahr.