Wanddämmung

17.01.2010



So ich schon wieder!
Neue Frage, neues Glück. Wir sind momentan dabei die Außenwände unseres Hauses zu dämmen! Es sind ca. 12 cm Wände. Außenputz bzw. Fachwerk mit Schiefer verkleidet, Innenputz (mit Tapete). Nun wissen wir wieder nicht so richtig wie wir es anpacken soll.
Ein Freund meinte einfach Ständerwände, Dämmung rein, Dampfsperre und Gipskarton davor. Aber irgendwie muss es da doch noch etwas anderes finanzierbares geben--> ohne gleich in einem Gewächshaus leben zu müssen.

Vielen Dank für eure HILFE!

MFG anna



Ständerwände



Die Ständerwände mit Dämmung und Dampfsperre sind die sicherste möglichkeit das Fachwerk endgültig zu ruinieren. Anders als bei Massivbauten (wo ebenfalls die dichte Verklebung der Dampfbremse ein Problem darstellt), gibt es bei Fachwerk nicht nur das Problem, daß Kondensfeuchtigkeit von innen kommt, sondern auch Feuchtigkeit von Außen eindringen kann. Deshalb ist es bei Fachwerkhäusern absolut zwingen eine Hohlraumfreie, kapillar leitfähige Dämmung einzubauen, falls eine Innendämmung nötig sind. Diese kann erfolgen mit z.B. Holzfaserplatten oder Holzleichtlehm. Ganz gute Informationen hierzu gibt es z.B. auf der Website von Claytec.



Gute Freunde



sind ein kostbares Gut. Aber manchmal sind die Ratschläge nicht so gut.
Eine Dampfsperre erfordert 100%ige Dichtheit, um die Funktion zu gewährleisten. Ist wie mit Kondomen: kleines Loch schadet wohl nicht ;-)), und die Folgekosten wachsen ins astronomische.
Eine Dampfsperre ist im Altbau nicht zu realisieren, deshalb lieber ein diffusionsoffenes System aus geeigneten Materialien wählen, Lehm- oder Kalkputz, Holzweichfaser- oder Hanfdämmung, eventuell mit einer Wandheizung kombinieren. Zu diesem Thema gibts hier im Forum reichlich Beiträge.
MfG
dasMaurer



In diesem Fall



wäre auch eine Mineraldämmplatte (z.B. Ipor) denkbar.
Sperrende Untergründe entfernen, die Platten bis in die Bodenebene führen. Im Boden würde sich Rieselschutz, Lehm-Hobelspan-Dämmung als Schüttung und Rauhspund anbieten.

Grüsse



Finger weg



Hallo,

bitte bitte Finger weg zu versuchen ein Fachwerkhaus komplett Abdichten zu wollen. Das wäre so als wenn Du Dir eine Plastiktüte über den Kopf stülpst und diese zuziehst. Bitte hör nicht auf Ratschläge von Freunden sondern hole Dir einen echten Fachmann. Auch wenn es teurer ist habe bitte im Auge das es Dich hinterher das ganze Haus kostet sollte es falsch gemacht worden sein. Und in ein paar Jahren möchtest Du sicherlich Dein Haus genießen oder? Ich selbst habe ein Fachwerkhaus gekauft und renoviert. Eine Komplettsanierung war bei mir nötig da mein Vorgänger alles versucht hat mit Billigmaterialien abzudichten und zu isolieren. Da hatte ich nun den Mist. Alles raus und neu. Schau im Internet nach Angeboten für günstige Fachwerkfähige Materialien und lasse diese dann verarbeiten. Oder bei handwerklicher Begabung unter Aufsicht eines Fachmannes selbst machen. Das ist so das einzige wie Du sparen kannst. Versuch auch nicht alles dicht zu bekommen. falls Du niedrige Decken hast sparst Du so schon Heizkosten gegenüber normalen Häusern. Decken lassen sich prima dämmen mit Hanfplatten und Holzweichfaserplatten. Diese können atmen. Selbst das Bad nicht abdichten. entsteht eine Lücke in der Abdichtung wird es früher oder später anfangen zu schimmeln. Problem dabei wenn Du es bemerkst, ist es oft viel viel zu spät und der Schaden am Gebälk ist groß. Bei mir waren schon nach 5 jahren Balken durchgefault. Und diese waren tragend!!!! Falls Du nicht wirklich frierst und keine Böen durchs Haus ziehen würde ich da außer evtl Lehmwände einsetzen nichts machen. Dein Haus lebt und hat wohl schon viele Jahre gut überlebt. Warum tot renovieren. Früher war nicht alles schlecht und heut ist nicht alles immer gut. Wie gesagt ich bin selbst leidgeplagter Laie und habe frühere Renoviermängel teuer beseitigen lassen müssen.
Es wird immer Menschen geben die Dir teuer was verkaufen wollen oder Tips geben doch bei Fachwerk kann einem wenn man nachdenkt und sich mit dem Thema enger befasst der gesunde Menschenverstand sehr weit helfen.

Viel Glück trotzdem

Hermann



DANKE



Vielen Dank erstmal für die Tipps!
Ich muss echt sagen, dass ich froh bin mich hier angemeldet zu haben. Seitdem ich hier bin, verstehe ich das unser Haus lebt und es auch so bleiben soll.
Ich hatte riesen Angst das Projekt Sanierung/Umgestalltung in Angriff.
Ich war gestern in einem Naturbaustoffhandel und war begeistert von der Beratung und den Materialien. Wir haben gleich eine Hanfdämmung mitgenommen und unseren Fußboden gestern befüllt und beblankt. Für die Wände hat er mir auch zu Holzfaserdämmplatten mit anschließendem Lehmputz geraten. Allerdings wollte er mit noch eine zweite Variante vorschlagen, da unsere Wände schief und krumm sind--> und man für diese Platten ja gerade Wand benötigt(man könnte sie allerdings vorher auch gerade putzen mit Lehm.
Auf jeden Fall soll alles diffusionsoffen bleiben. Ich bin mal gespannt ob man auch Holzständer, mit z.b. Hanfdämmung benutzen kann und dann halt noch etwas vor die ständerwand blendet.
Was meint ihr??

Grüße Anna



Die Holzweichfaserplatten



sollten Hohlraumfrei in Lehm eingebettet werden. Damit lässt sich schon eine Menge an Unebenheiten ausgleichen, den Rest kriegt man dann mit dem Putz. Wenn ihr keine Erfahrung mit Putzarbeiten habt, kann ich nur empfehlen, eine alten Maurer mit Putzerfahrung zumindest für den Anfang hinzuzuziehen.
MfG
dasMaurer



Richtig



genau so haben auch wir es machen lassen wie das maurer es beschrieben hat. Gerade hier sind die Älteren dieser Branche sehr sehr hilfreich. Bei uns ist der Fußboden nicht isoliert. Wegen der geringen Deckenhöhe hatten wir uns entschieden Holzdielen auf einer Unterkonstruktion zu verbauen und eine Luftschicht als Isolation und zur Zirkulation zu nutzen. Innenwände wurden massiv gemauert und das Ständerwerk unseres Hauses wurde durch neue Eichenbalken ersetzt. Einige Räume haben wir so zusammengeführt um etwas Größe und Tiefe zu erhalten. Nebeneffekt ist dabei das die alten Balken zum Vorschein gekommen sind und ein wunderbares Gesamtbild abgeben. Ebenso haben wir nichts verkleidet sondern alle Wände offengelegt und die Gefache ausgeputzt. Freunde und Bekannte sind begeistert und es kamen Balken zum Vorschein welche wirklich noch Seele haben. Das macht ein Fachwerkhaus aus und das hat kein Neubau. Soviel Flair und gemütlichkeit ist doch in der heutigen Welt der Niedrigenergiehäuser garnicht möglich. Haben ebenso im Wohnzimmer zum Garten hin eine schöne große Fensterfront einsetzen lassen um Licht zu erhalten. Auch hier müssen nicht die Superteueren Wärmedämmfenster eingebaut werden. Einfache wärmeisolierte Fenster haben uns auch gereicht. Kein Kondenswasser, nix. Die Zwischendecke haben wir mit Hanf und Holzweichfaserplatten zwischen den Balken gedämmt.
Balken sind nunmehr noch ca 3cm Sichtbar und die Zwischenräume der Decke wurden mit Rigipsplatten verkleidet. Die Wohnung über uns haben wir vermietet und die Lautstärkendämmung des Tritt und Akustikschalles ist für ein Fachwerkhaus schon nicht schlecht. Alles in allem wäre mein persönliches Fazit: Fachwerkwände Freilegen und nur die Gefache Verputzen und Zwischenwände massiv mauern. Eines jedoch habe ich falsch gemacht :-( der wasseranschluß am Übergabepunkt ist aus Unwissenheit von mir nicht isoliert worden und damit habe ich nun Kondenswasser an der Leitung. Das macht mir noch zu schaffen da ich ja alles schon verputzt habe. Aber auch hierfür wird es eine lösung geben denke ich. Das ist eben der Nachteil wenn man Kosten sparen will und vieles allein macht. Aber man lernt ja dazu.

Viel erfolg noch

Hermann Ahrens



FERTIG



Zumindest ein Zimmer ;D!



Renocell



Gerade hier ist Renocell eine gute Möglichkeit.
Früher haben wir Fachwerkwände von innen mit Lehm und Holzweichfaserdämmplatten gedämmt. Nachteil: Lange Trocknungszeiten. Vorteil: Kann der Bauherr auch selber machen.
Vorteil bei Renocell: das Ausgleichen des unebenen Untergrundes ist schon Dämmung!
Ich empfehl das nicht weil ich es ausführe - Ich führe es aus weil ich davon überzeugt bin.



Was isn das!?



RENOCELL noch nie gehört! Ist das denn besser und günstiger!?
Wir haben hier auch Holzfaserdämmblatten und lehmputz verwendet! Ist ne schöne Sache und wir konnten wirklich viel selber machen! Im Nächsten Zimmer möchten wir allerdings Tabete statt Putz haben (da Kinderzimmer)! Hat da von euch jemand erfahrung, wie sollte hier dann der Aufbau sein!?

LG ANNA





Einfach mal nach Renocell googlen