Kalte Wände im Backstein-Haus

10.01.2009



Hallo,
wir haben letztes Jahr unseren Traum verwirklicht und uns ein Häuschen gekauft. Es ist Bj. 1933 und komplett aus Backsteinen gebaut. Als Heizung sind Ölöfen installiert. Da wir diese auch von Bekannten kennen - und die haben "tropische" Temperaturen - dachten wir, dass diese auch hier sehr gut heizen würden. Dies war bei uns Anfangs auch der Fall. Bei den tiefen Temperaturen in den letzen Tagen zieht nun aber mehr und mehr die arktische Kälte ins Haus. Die Räume Wohnräume kommen an knappe 20° und von den Wänden spürt man richtig die Kälte. Die Wände in Küche und Wohnzimmer haben nur 15° und im Flur 3°. Man merkt richtig dass das Mauerwerk die Kälte speichert.

Kann uns jemand einen Rat geben, was wir für den nächsten Winter machen sollten? Oder gibt ist es bei Backsteinhäusern normal, dass die Kälte so durch die Wand zieht.

Von einer Innendämmung halte ich persönlich nicht viel. Allerdings kommt eine Außendämmung auch nicht wirklich in Frage, da sonst die schönen Fensterbänke (die sich auch über den Fenstern befinden) verschwinden würden.

Viele Grüße
Patrick



Innendämmung



Hallo!

Ich bin Dachdeckermeister u.will mir ein zweites Standbein schaffen.
Zu diesem Zweck war ich Ende Nov. auf einem Seminar der Firma Gutex und diese Firma stellt Dämmung für Innen her.
Da diese Dämmstoffe zu 94-96 % aus Holz bestehen gibt das ein tolles Raumklima.
Die Firma Gutex unterstüzt die Handwerker u Bauherren um für das jeweilige Objekt die richtige Dämmungsdicke zu ermitteln.
Vielleicht solltest Du Dich mal darüber informieren, ich selbst bin gerade dabei ein Fachwerkhaus zu kaufen u da entsteht das gleiche Problem, keine Dämmung von aussen möglich.

Gruß
Matthias



Ziegelbauwerk gedämmt



Ziegel sind nicht der schlechteste Baustoff von den Dämmwerten her gesehen. Bei 24er Wänden wird es aber auch schnell ungemütlich.

Ich würde aber immer, wenn irgend möglich, eine Außendämmung in Betracht ziehen. Wenn es "nur" die Fensterbänke(?) sind, die könnte man auch nachbilden, um den Charakter zu erhalten.

Innen ginge es auch mit Mineralschaum (z.B. Multipor).

Wände sind nicht alles, meistens wird aber auch erst noch mit vernünftigen Fenstern und Dachgeschossdämmung ein gutes Ergebnis erreicht...



hallo



wie stark sind denn die wände in den betroffenen bereichen und stehen in jeden Zimmer ölöfen und sind diese auch entsprechend dimensioniert?



Zusätzliche Infos



Vielen Dank für Eure Antworten. Als zusätzlich Info mal noch: Bevor wir eingezogen sind, haben wir ziemlich umfangreich renoviert: Elelktrik, Wasser, Abfluss, Dach neu. Beim Dach wurde auch schon eine Dämmung verarbeitet (160 mm von Bauder). Da wir ein Sichtgebälk haben liegt diese auch komplett auf dem Gebälk und nicht zwischen den Sparren. Somit gibts dort schon mal keine Kältebrücken.

Die Wände haben folgende stärken: im Keller 60 cm und die anderen Stockwerke ca. 40 cm.

Viele Grüße
Patrick



Zusätzliche Infos



Eines habe ich eben noch vergessen. Neue Fenster sind auch drin. Außer im Keller, aber da wohnen wir ja auch nicht.



@ Georg Böttcher



Da könnten sie recht haben! :o}
Nur, dass ich "vermute", da das Baujahr 1933 fiel, dass es sich um ein doppelschaliges Hohlmauerwerk handeln wird.
Sollte sich das bestätigen, werden die Karten neu gemischt!
Nicht alles was KF probargiert ist okay, doch der Weisheit letzter Schluß wird die Fraktionen noch lange beschäftigen.
Das ist ja gerade das interessante an der Wissenschaft.
Wo steht den der Ofen? GR-Skizze würde auch helfen.
20°C im Raum bei Strahlungswärme fühlt sich an wie Sauna!
Da brauch mir auch keiner Wiedersprechen, ich wohne so!
Passende Lösungen kann man eh nur am gesamten und ersichteten Objekt, mit allen einbezogenen Größen erarbeiten.

Gruß Ronny



Es kommt darauf an, was Sie wollen.



Hallo Patrick,
wenn Sie es auf Dauer gemütlich haben wollen, investieren Sie ihr Geld weder in Innen- noch in Außendämmung, (somit wird ein diesbezüglicher Bauschaden wirkungsvoll unterbunden) sondern in eine Zentralheizung.
Wenn Sie eine etwas bessere und vorläufig billigere Lösung anstreben, dann den ein oder anderen Ölofen durch einen mit mehr kW austauschen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Fürstberger



Kalte Wände



Durch Nichtstun werden Bauschäden und Folgeschäden nicht logischerweise unterbunden sondern unter Umständen gefördert.
Beispiele: Schimmel, geplatzte Wasserleitungen, übermäßige Ausgaben für Heizung.

Mit GUTEX oder anderen brauchbaren Innendämmungen (erster Beitrag) dürfen Sie ruhig liebäugeln. Ohnehin frage ich mich, warum Sie bei der Modernisierung an alles mögliche aber nicht an die Dämmung gedacht haben.

Heizung: eine Ausgabenreduzierung erreichen Sie mit der Zentralheizung gewiß nicht.

Fazit: Wahrscheinlich ist eine Innendämmung angesagt.

Grüße vom ausnahmsweise eiskalten Niederrhein





Herr Böttcher schreibt: "Was mich wundert, das sich bei solchen Beiträgen die Jünger des Konrad Fischer nichts von sich hören lassen."

Vielleicht haben die wahren Konrad Fischer Jünger nicht immer Zeit! ;-)

____________

Hallo Patrick,

bevor Du Euer Häuschen von oben, unten, innen oder außen dämmst, lies dir durch was Konrad Fischer zum Thema Dämmung meint:

http://www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm

Ein bisserl Zeit mitbringen zum Lesen schadet nicht!
Vergnügliches Schmökern! :-)