Nasse Wände

23.10.2014 Martin



Hallo,

ich habe mich schon ein wenig auf dieser Seite durchgelesen, aber bin mir nicht sicher ob die Antworten auch auf mein Problem passen, deshalb wollte ich einfach mal Nachfragen.

Vor einer Woche bemerkten wir das in der oberen Ecke an der Innenwand unseres Schlafzimmers die Tapete dunkel wird, jetzt nach dem Wetterumschwung (von 20 grad C auf 8 grad C und viel Regen) ist die Wand plötzlich nass und an der Kannte (Wand/ Decke) entlang fühlt sich die Tapete auch etwas nass an.

Wir haben aber an dem Haus nichts verändert und hatten bisher auch keine Probleme mit Schimmel da wir alte Holzfenster haben und der Raum (denke ich) nicht so sehr Luft dicht ist.

Das haus wurde in den 70igern gebaut und Innenisoliert

Was könnte sich auf einmal verändert haben das die Wände auf einmal feucht werden??

Gibt es dafür eine einfache Variante das Problem für ein paar Jahre in den Griff zu bekommen da wir eigentlich mit dem großen Umbau in unserem Wohnbereich noch ein paar Jahre warten wollten und dann eher auf eine Dämmung von Außen gehen wollten.

Ach ja das Interessiert mich auch kann man ein Haus das von Innen isoliert ist einfach noch zusätzlich von Außen Isolieren oder ist das schlecht für die Mauer? Da mir immer vorschwebt bei dem Haus später von Außen Ytong vorzumauern oder ist das eher nicht zu Empfehlen?

Ich würde mich sehr freuen wenn mir das jemand erklären könnte.



Dachziegel, Fallrohre und Wasserleitungen gehören zu den Verdächtigen...



Hallo,
ich weiss nicht, wie weit das Dach von der Wand weg ist. Ich hatte letztes Jahr einen kaputten Dachziegel, der genau oberhalb der Aussenmauer gebrochen war. Und zwar quer durchgebrochen und der untere Teil war schon abgerutscht. Durch den Spalt lief das Wasser genau in die Aussenmauer und gemerkt habe ich es erst durch das Abplatzen der Farbe aussen und der Verfärbung. War fast nicht zu sehen, obwohl es ein Kaltdach war. Auch alle Dachziegel oberhalb der Stelle kommen natürlich in Frage, denn es kann eine Holzplatte darunter als "Wasserrutsche" dienen und das Wasser in die Mauer leiten.

Auch die Fallrohre und Regenrinnen würde ich auf Verstopfungen überprüfen.

Und nach Wasserrohren in den Wänden, Böden, Decken suchen.

Viel Erfolg!

Walter



Könnte auch die Innenisolierung schuld sein?



Hallo Walter,

danke für deine Tipps, aber ich denke das ich eher bei der Innenisolierung ein Problem habe da ich das Problem nicht nur an einer Stelle habe sondern überall an den Wandkanten entlang also von Wand zu Wand und von Decke zu Wand sieht man einen nassen Streifen.

da dieses Zimmer im ersten Stock liegt und darüber noch ein Dachboden ist der komplett trocken ist zweifle ich das es vom Dach kommt. Auch die Dachrinne und das Fallrohr kann ich ausschließen da es auch an der Giebelseite entlang feucht ist.
Wasserleitungen kann ich auch ausschließen da die Heizungsrohre das einzige sind was in den Wänden dieses Zimmers laufen und diese kommen auch nur von dem unteren Zimmer die Decke hoch und laufen genau neben der Heizkörperaussparung hoch bis sie seitlich aus der Wand kommen, also nur max. einen Meter Leitung in der Wand dieses Zimmers.

Ich habe in dem Forum oft etwas über eine Dampfsperre gelesen und weiß nicht ob unser Haus aus den 70igern mit einer Isolierung mit Dampfsperre gebaut wurde oder ob das damals Diffusionsoffen Isoliert hat, denn so wie das aussieht habe ich das Gefühl das diese Dampfsperren an den Kannten undicht werden und deswegen der ganze Raum zum Biotop wird.
Könnte meine Vermutung stimmen oder ist das eher unwahrscheinlich?

Aber danke für deine Tipps bin um jeden Ratschlag froh wie ich dieses Problem wieder aus dem Haus bringe.

Gruß Martin



Feuchtigkeitsquelle innen?



Hallo Martin,
Mich macht das "plötzlich" in deinem posting skeptisch. Wieso sollte gerade jetzt Feuchtigkeit dort kondensieren? Ohne Änderung im Verhalten beim Lüften? Eine Feuchtigketsquelle könnte auch innerhalb der Wohnung sein:
Ich hatte vor vielen Jahren einen kleinen Bungalow im Sommer angemietet. Wir haben alles neu tapeziert und gemalt. Es war ein ganz klappriger Nachkriegsbau mit alten Fenstern und Ölheizung. Mit Beginn der kalten Jahreszeit haben wir plötzlich überall Schimmel entdeckt. Es war unglaublich,wie der rausgekommen ist. Wir waren völlig ratlos und sind nur durch einen Zufall auf die Ursache gekommen: der Vermieter hatte einen sehr grossen Wasserschaden im Frühjahr gehabt. Trocknung fand nicht statt und beim Malern im Sommer haben wir nichts gemerkt. Im Herbst kam die Feuchtigkeit raus (Heizung!) und ist dann an den kühlsten Stellen kondensiert. Also ich würde mal hinter Schränken nachsehen, ob es dort auch feucht ist,und einfach mal alle Wände mit einem billigen Messgerät absuchen und die Verteilung feststellen. BTW: Verputzt habt ihr nichts erst kürzlich? Da fällt viel Wasser an kalten Wänden aus.

Viel Gluck bei der Suche,
Walter



Nun wäre es gut zu wissen über was man redet, dazu wären einfache Messungen gut.



Z. B. welche Raumtemperatur und welche Feuchte (Thermohygrometer mit Aufzeichnung) z. B. bei Matzner Messtechnik) sind im Raum.
Weiter machen Sie einen Test an der Fassade zur Wasseraufnahme. Nehmen Sie ein Glas Wasser und schütten dies an die Fassade - entweder es saugt die Fassade Wasser auf oder es perlt ab.
Dann sollte noch die Temperatur an der feuchten Wand gemessen werden.
Weiter wäre noch wichtig - wo und wie im Raum geheizt wird.
Dazu evtl. Fotos !



Wenn ich Sie schon mal "dran" habe .... (:-)



Lieber Herr Bromm,
bei einem Freund versuchen wir gerade zusammen die Ursache für die Feuchtigkeit im Kellergeschoss zu finden. Die Informationen auf Ihrer Homepage helfen uns dabei enorm! Vielen Dank dafür!
Ein kleine Frage hätte ich noch, da Sie auf das Messen der Feuchtigkeit verwiesen haben: Wir plagen uns da momentan mit einem billigen 12 Euro Tool herum. Das hat uns ein paar Hinweise gegeben, aber so eine richtige Verteilung lässt sich damit nicht feststellen. Also muss etwas Besseres her. Auf der Messtechnik-Seite von Metzner finden sich zwei Hydrometten: Compact und Blaue Serie. Beide mit der Kugel die angeblich bis zu 4 cm in die Wand messen kann. Und ich verstehe den Unterschied zwischen beiden nicht. Reicht die "Kleine" für den Hausgebrauch (Ab und an verdächtige Stellen am Hof prüfen, Kellerfeuchte prüfen etc.) ? Oder sollte es sogar eines mit den beiden Spitzen sein?
Für einen Tipp bin ich sehr dankbar,

Viele Grüsse,
Walter



Messen der Feuchte..



..damit meine ich nicht irgendwelche Leitfähigkeitsgeräte/Werte sondern gute Thermohygrometer.
Was wir genau wissen sind die Temperaturen im Keller. Diese kann man aus den Kaltwassertemperaturen sehr gut ableiten - so um 8-14 Grad. Damit kann man auch den Taupunkt ermitteln.
D. h. Es darf die Raumfeuchte bei einer Raumtemperatur von
20 Grad 60% nicht überschritten werden sonst entsteht Tau Wasser. Oder auch wenn zum falschen Zeitpunkt gelüftet wird usw.. Weitere Info dazu auf meiner Seite.
Wie wird denn der Raum genutzt und beheizt ?