Behandlung mit Bienenwachs

24.05.2011



in einem alte Beitrag aus 2008 von Herr Achim Hecke, wird eine Mischung mit Bienenwachs empfohlen. anbei ein Auszug aus dem Beitrag:
"Verwendbar sind Produkte in denen das Wachs mit z. B. Leinölfirnis gelöst wurde, soll der Anstrich härter sein, gibt man Carnaubawachs hinzu.
Falls Sie den Anstrich selbst herstellen möchten, gebe ich Ihnen gerne ein Rezept"
Wir sind sehr an diesem Rezept interessiert. Kann diese Mischung auch für Hölzer im Aussenbereich verwendet werden?
Vielen Dank düe eine Rückantwort
Mftg Fam. Wittchen



Kreidezeit



Löle...

schaut mal bei der Fa. Kreidezeit unter Lappenwachs!

aber für Ausen ist das nix.

Gruß Lacerta



Was ...



...wollt Ihr denn überhaupt machen?

Wachse sind nicht hinreichend wasserfest, und sie dringen nicht in das Holz ein. Für außen allesamt ungeeignet.

Grüße

Thomas



Behandlung mit Bienenwachs



Wir haben eine Pergola, die wir behandeln wollen und reichlich Bienenwachs :-)
Wir wissen das die Fa. SIK Holz ihre Akazienhölzer mit Bienenwachs behandeln. Das sind auch Hölzer fuer den Aussenbereich.
Deshalb haben wir gedacht den Bienenwachs dafür zu nutzen.
Aber wir wissen nicht wie.
Danke für die Antwort..
Fa. Wittchen



Lasst es besser.



Begründung siehe oben.



Grüß Gott Fam. Wittchen,



habe Ihre Frage erst jetzt entdeckt.

Eine Behandlung von Holz mit Bienenwachs würde ich auch nur für den Innenbereich empfehlen.

Folgendes Rezept ist mir bekannt:

Als Lösungsmittel sind Terpentinöl, Leinöl, Leinölfirnis und auch Holzöle geeignet. Soweit Hölzer behandelt werden sollen, die keiner großen Beanspruchung ausgesetzt sind kann man einen Grundanstrich herstellen im Verhältnis 1 : 0,5 (Wachs : Öl). Soll der Anstrich härter sein, gibt man in der Regel neben dem Bienen- noch Carnaubawachs hinzu. Dann beträgt das Verhältnis 1 : 1 : 1 - Gemischt wird flüssig, das Wachs also vorher im Wasserbad erwärmen (ca. 60 Grad Celsius) und vollständig aufschmelzen. Es empfiehlt sich, auch das Öl zu erwärmen. Im Falle der Mischung mit Terpentinöl muß diese dann aber mit ziemlicher Vorsicht vorgenommen werden, es ist leicht entflammbar (deshalb scheidet es meiner Meinung nach aus). Der Anstrichtauftrag sollte ebenfalls in erwärmtem Zustand erfolgen, da so eine größtmögliche Eindringtiefe in das Holz erreicht wird und die Lasur besser zu verstreichen wird.

Vorteile dieses Anstriches:

- Gesundheitlich absolut unbedenklich
- Ausschließlich biologische Inhaltsstoffe
- Preiswert
- Das Eindringen von Feuchtigkeit in das Holz wird verhindert, es bleibt aber trotzdem atmungsaktiv.
- Ablagerungen von Staub und Schmutz werden vermindert
- Anfeuernde Wirkung auf das Holz (Geschmacksache)

Ein großer Nachteil aus meiner heutigen Sicht ist aber (damals war ich noch sehr idealistisch), daß die Herstellung recht Zeitaufwendig ist und das richtige Mischungsverhältnis schon auch ein bißchen "Probiersache" bedeutet. Zudem ist, soweit ich richtig informiert bin, z. B. nicht unbedingt jedes Terpentinöl (so man denn dieses Öl verwenden möchte) zur Verwendung geeignet. Wenn Sie also wirklich selber "kochen" wollen, setzen Sie am besten zunächst eine kleinere Menge an und richten Sie sich Probeflächen ein, an denen Sie den Anstrich testen und die Mischung ggf. verfeinern können.

Hierzu noch eine Buchempfehlung: Armin Spürgin, "Bienenwachs"

Fazit: Sollten Sie wenig Zeit haben (was ja heut zu Tage bei uns allen chronisch der Fall sein soll ;-)) und auf Anhieb einen Erfolg verbuchen wollen (also ohne Herumprobieren im Sinne von Probeanstriche durchführen etc.) lege ich Ihnen die Bienenwachsprodukte von Kreidezeit, Biopin, Auro oder Naturhaus ans Herz. Dort gibt es gute Produkte zu angemessenen Preisen und nochmals: Nur für den Innenbereich!

Machen Sie doch Kerzen aus Ihrem Bienenwachs.

Viele Grüße
Achim



@ Achim



So einfach ist das aber nicht mit den Mischungsverhältnissen. Terpentin"öl" ist ein Lösemittel und verfliegt, Leinöl ist ein Bindemittel und bleibt an Bord. Mischt man das eine oder das andere mit Wachs, kommen äußerst verschiedene Sachen 'raus. Aber niemals eine "Lasur". Eine Lasur ist ein pigmenthaltiger Anstrich, der nicht deckt, sondern eben lasiert.

Grundsätzlich würde ich wegen der Trocknungsverzögerungen von Öl-Wachs-Gemischen nie Leinöl verwenden, sondern immer Leinölfirnis, und dieses Gemisch denn auch nur dünn auftragen und Überstände abnehmen.

Aber das ist für die Familie Wittchen erstmal unwichtig, vermute ich. Hinsichtlich der Nichteignung für draußen sind wir uns ja einig. Kerzen aus Bienenwachs sind tatsächlich etwas Wunderschönes, nicht zuletzt wegen des feinen Duftes beim Verbrennen.

Grüße

Thomas



Servus Thomas,



stimmt, Lasur war die falsche Bezeichnung und die von Dir benannten weiteren Punkte sind eben die, die mich mittlerweile von manchen Eigenproduktionen abhalten. Wie gesagt, wenn man die Zeit und die Muße hat zum Experimentieren ist das alles kein Thema und auch dann nicht, wenn man relativ sicher sein kann, daß sich der gewünschte Erfolg in erträglichem Zeitrahmen einstellt. Anderenfalls zahlt man in meinen Augen zu viel Lehrgeld. Das Rad ist schließlich schon erfunden und im konkreten Fall würde ich sagen, haben Kreidezeit & Co. gute und ausgereifte Produkte vorgelegt, warum dann noch groß selber pratschen.

Wie gesagt, ich würde aus dem Wachs Kerzen ziehen/gießen oder das Wachs einem Imkerbetrieb verkaufen, der daraus wieder Mittelwände für die Bienen herstellt. Von dem Erlös könnte man dann bei den genannten Herstellern einkaufen gehen.

Viele Grüße
Achim