Vorstellung und eine erste Frage

14.09.2014 gse


Vorstellung und eine erste Frage

Hallo in die Runde

Mein Name ist Stephan und Ich kommen aus dem Hannoverschen Umland.
Ich habe mir gerade ein altes Bauernhaus gekauft und beginne mit der Renovierung/Restaurierung.
Monentan sind wir dabe das Haus zu entrümpeln und einige Bausünden (Vertäfelung, komische Deckenverkleidungen, etc) zu entfernen.
Einige Ternnwände werden in den nächsten Tagen auch fallen, nachdem wir deren statische Bedeutung geklärt haben.
Das Haus war mal ein Fachwerkhaus, die Fachwerkkonstruktion wurde aber in den 50er Jahren größtenteils durch Mauerwerk ersetzt(Außenwände, tragende Wände in längsrichtung)
Wir haben in den letzten Tagen die Deckenkonstruktion in unserer Diele und unseren zukünftigen Wohnzimmer freigelegt. Hier haben wir vor, die Tragbalken als sichtbares Element zu belassen und die Zwischenräume neu zu verkleiden.
Mir schweben hier als Verkleidung Lehmbauplatten vor und Ich frage mich, ob ich unter den Platten noch einen Rieselschutz anbringen sollte.
Vorher war unter den Balken einfach eine Lattenkonstruktion und auf diese waren Hartfaserplatten genagelt. der dadurch entstandene Zwischenraum war vollgerieselt mit einem Strohsandgemisch, welches vom darüberliegenden Dachboden durchgerieselt ist.
Ne tote mumifizierte Katze haben wir dort übrigens auch noch gfunden!!!
Der Dachboden bleibt unausgebaut und soll mit einer Hanf/Lehmschüttung gedämmt und dann mit einem Belag aus OSB Platten oder einer einfachen Dielung begehbar gemacht werden. Ich tendiere zu letzterem, wegen dem besseren Feutigkeitsaustausch.

Nun Mal in die Comunity gefragt. Was haltet Ihr von meinem Deckenaufbau?
Ich bin für jeden Tip Dankbar :-)

Beste Grüße aus Langreder

Stephan





da gibt es einiges zu bedenken.

Das zentrale Problem ist die Decke, die oben kalt (Dachboden) und unten warm (Wohnzimmer) ist.

Üblicherweise wir dort eine Dampfsperre auf der warmen Seite eingebaut, weil es sonst Kondensat in der Decke am Taupunkt geben könnte.
Eine dichte Dampfsperre wird aber die Balken verdecken, weil die Sperre natürlich die Risse in den Balken und die Wandanschlüsse bedecken muss, die selbst keinesfalls dampfdicht sind.

So bleiben eigentlich Nur zwei Möglichkeiten:
entweder eine dichte Decke schaffen, oder aber das System soweit offen lassen, dass mögliches Kondensat schnell wieder ablüftenten kann und natürlich großzügig heizen.

Dicht bekommt man die Decke z.B. per Abhangdecke, dann sieht man die Balken nicht mehr,
oder man nimmt die Balken auf die "warme Seite"und schafft oberhalb der alten Decke eine neue Ebene, die durch eine Dampfsperre nach unten abgeschlossen ist.

Wir haben die offene Version gewählt (Holzfaser + Rauspund oben).
Der Grund war, dass ich mir nicht wirklich habe vorstellen können, dass man auf der alten decke wirklich eine dauerhaft dichte Dampfsperre realisieren kann.

An den Stellen, die besonders heikel sind (vielgenutzte Küche unten und Fußpfette oben), habe ich Temperatur und Feuchtesensoren eingebaut. Bisher gab's da kein Problem, eine Garantie kann aber keiner übernehmen.

Natürlich ist der Wärmeverlust über eine solche luftige Decke auch höher, die beiden betroffenen Räume werden großzügig von einem Grundofen beheizt.

Ob ich nur die Balken als Öffnung für die ggf. notwendige Rücktrocknung offen lassen würde weiß ich nicht.
Da werden die entscheidenden Elemente der Decke oberhalb der Platten (Material ist eigentlich egal) sicher kälter und kondensatanfälliger sein.
Nebenbei: Allein zu Verkleidung sind Lehmbauplatten m.E. herausgeworfenes Geld.

Mit herzlichen Grüßen über's Feld aus Redderse

von

Götz