Vorspritz bei Sauerkrautplatten?

13.01.2016 Daniellus



Guten Morgen die Damen und Herren,

mich beschäftigt zur Zeit die Frage in der Überschrift.
Ich verstehe nicht warum man auf der schwach saugenden Oberfläche, welche ja zudem auch noch gute Griffigkeit bietet (so das sich der angeworfene Mörtel gut in die Zwischenräume krallt), einen Vorspritz benötigt?

Kann der Vorspritz auch aus dem zukünftigen Unterputzmörtel bestehen anstatt aus reinem Zement? Bei mir Kalkputz(CL90 und 0-2mm Sand) mit eventuell etwas Zement.

Grüße
Daniel



es



geht nach der Regel - der untere Putz muß eine höhere Festigkeit haben als der Oberputz - das erreicht man mit einer größeren Körnung und mehr Zement. Außerdem stellt der Zementputz einen guten Haftverbund her. Auch wenn man es nicht versteht, sollte man fachliche Anweisungen nicht gleich in Frage stellen und anders machen wollen. Mach es einfach - sonst machst Du es ev. 2x :-)



Ja, in der Tat...



...habe ich es in Frage gestellt. Einfach machen ohne zu verstehen ist manchmal schwierig bei mir. Erst recht wenn ich Aufwandsminimierung rieche...
Habe in der Zwischenzeit mit Heraklith telefoniert. Der freundliche Mann am Telefon sagte es empfiehlt sich einen Vorspritz rauf zu machen, muss nicht Flächendeckend sein. Es wird damit, wie Olaf aus Sachsen auch sagte, der Haftverbund verbessert. Ohne Vorspritz geht es auch, da der Putz aber >100 Jahre halten soll, nehme ich die empfohlene Variante.

Gruß und Danke an Olaf!
Daniel



Vorspitz



wird übnlicherweise mit 50% Deckung ausgeführt. Du solltest also mind. 3 Lagen Putz einplanen.(duch die schwach saugende Oberfläche der Platten sollten die voprhergenden Lagen vollflächig trocken sein, sonst dauert es ewig, bis zu verreiben kannst.



Armierung unter Vorspritz???



Da ich von Armierung keinen Schimmer habe...diese muss nicht unter die 1. Lage (Vorspritz),oder?

Ich weiß wie gesagt nicht, wie diese Armierung an den Stößen funktioniert und das auseinanderreißen des Putzes verhindert. Wenn sich die Holzunterkonstruktion(auf der die Platten angebracht sind)bewegt, dann bewegen sich die Platten und es reißt. Die Armierung kann doch nicht die Bewegung verhindern.



Armierung



das Gewebe kann ohnehin nur bedingt Risse verhindern, dazu ist es zu beweglich. Dann müssten sie eher Hasenstallgewebe viereckig über die Stöße betten - auf den Vorspritz , sonst ist das Gewebe ja nicht im Putz eingebettet. Für das Gewebe gilt: Armierungsgewebe sind in der Kalkputztechnik in den oberen Bereich des Unterputzes einzulegen. Die Gewebe sollen die Materialgrenze ca. 20 cm überlappen und sind gegen Kerbrisse diagonal aufzubringen. In der Regel handelt
es sich um kalkresistente, kunstoffummantelte Glasfasergewebe, mit einer Maschenweite von ca. 2 cm oder darüber. Schrumpf-, Fett-, Sack- und Schwindrisse sind daher auf folgende Parameter zurückzuführen: Kalk-Sand-
Wasser Verhältnis, Saugverhalten des Untergrundes, Sieblinie, Korngröße, Putzstärke und Art und Umfang des Nachwässerns, bzw. der Bewitterung. Generell sollten Sande mit einer ausgewogenen Verteilung von Fein-Mittel und
Grobanteilen gewählt werden. Quelle: http://www.baubiologie.de/downloads/kalkputzregeln.pdf