Vorsatzschale innen mit 2DF Lehmsteinen 700kg/cqm 11,5cm

16.02.2018 Patrick



Hallo in die Runde!

Ich habe mich nun in Sachen Dämmung für die Innenvorsatzschale mit Lehmsteinen entschieden.

Habt Ihr praktische Tipps zur Umsetzung?

1.Frage:
Wie gründe ich auf der Holzbalkendecke im Bereich des Giebels, wo es keine Stichbalken zur Auflage gibt? Wie könnte ich den Gründungsbalken an der Außenwand befestigen. An diesen Balken muss später noch das Auflager für die Dielung, die im Moment noch auf einem an der Wand angenagelten Kantholz liegt.Wenn Ihr Bilder zur Ausführung habt wäre ich sehr dankbar.

2.Frage:
Wie bilde ich die Fensterstürze aus? Soll ich einen Stich mauern bei Fenstern unter 1m? Soll ich ansonsten (größer als 1 Meter) einen Holzsturz verbauen? Wie sorge ich dafür dass hinter dem Holz kein Hohlraum entsteht (Kondenswasserproblematik).

3.Frage:
Mein Freund, seines Zeichens Maurertechniker mit sehr viel Erfahrung meint, dass ich im EG (Bestand 24er HBL) die Lehmwand mit Abstand/Hohlraum vermauern soll. Die minimalen Kondensatmengen würden durch den Lehm reguliert.

Danke!



Hallo Patrick



"Ich habe mich nun in Sachen Dämmung für die Innenvorsatzschale mit Lehmsteinen entschieden.

Habt Ihr praktische Tipps zur Umsetzung?"

Was sagt den der der, der Dir Materialien verkauft hat?

Warum die Entscheidung für diesen Aufbau, hast Du andere Varianten geprüft?

Hast Du schon den Einsatz einer Wandheizung geprüft?

Grüße aus Koblenz
Gerd





Hallo Gerd,

ich möchte keine Wandheizung.Habe für 240 qm Wohnfläche ungefähr 2500€ für Leitungen und Heizkörper eingerechnet.
Wenn wir das mit der Wandheizung auch hinbekommen denke ich vielleicht nochmal drüber nach.
Die Steine sind noch nicht gekauft.
Die Entscheidung ist nach langem Überlegen gefalle und soll nicht mehr angezweifelt werden.



Innendämmung



Auch wenn Ihnen das was folgt absolut nicht gefällt:

Ich zweifle Ihre Entscheidung an weil ich glaube das:

1. Sie sich dessen was dabei auf Sie an Detaillösungen, Arbeitsaufwand und Kosten zukommt nicht im Klaren sind
und
2. das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen ineffektiv sein wird. Nicht nur wegen der Lösung an sich sondern wegen der Fehler die Sie machen werden.

Sie sollten so eine Entscheidung nicht selber treffen sondern sich dabei von einem kompetenten Fachmann Rat holen, es sei denn Sie verfügen über die notwendigen theoretischen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen in Planung und Ausführung solcher Vorhaben.
Das scheint hier nicht der Fall zu sein und ob Ihr Maurertechniker dafür der richtige Mann ist- halten zu Gnaden das bezweifle ich auch.



Lehmstein-Vorsatzschale als dämmung???



Als Dämmung sind die Steine mit einem Lambda von 0,21 nicht zu bezeichnen-
selbst massives Holz hätte mit einem Lambda-Wert von 0,13 eine 50 % bessre Wärmedämmung.

Solche Vorsatzschalen würden ausschließlich bei fehlender Masse zur Schalldämmmung Sinn machen.

Unkontrollierbare Luftschichten zwischen Fachwerk und Innenwand sind schadensträchtig.

Wie soll eine derartige Wand verankert werden?
Die Decke soll hoffentlich nicht belastet werden.

Wer gerne mauert kommt vielleicht auf eine derartige Konstruktion- nur ist der Sinn nicht nachvollziehbar.

Ob Segmentbogen oder Holzsturz über den Fenstern ist eine überwiegend gestalterische Frage- technisch möglich ist beides.

Andreas Teich



Sorry Patrick,



aber hier fehlt das Gesamtkonzept! Aus Kostengründen auf ein WH zu verzichten, statt dessen aber ein möglichst teuer und aufwendiges Dämmverfahren einzusetzen halte ich für fragwürdig und nicht ausgegoren.



Das verstehe ich alles nicht



Wozu werden denn die 700 kg Lehmsteine , Klasse 1a verkauft?
Die taugen schließlich nicht zur Ausmauerung der Gefache.
Wenn ich Euch hier richtig verstehe ist eine Innenvorsatzschale mit Leichtlehmsteinen kategorisch abzulehnen. Waraum werden diese Steien verkauft???



11,5er Vorsatzschale bewirkt U-Wert Verringerung um 55%



http://www.naturbauhof.de/lad_lehm_daemm.php

Alles falsch?



Nö nicht alles Falsch:)



Moin,
was die Herren versuchen dir zu vermitteln ist das Du auf schnellerem Wege eine Bessere Dämmung bekommen würdest wenn du es anders machen Würdest.
Aber ich Kann den Wunsch nach einer Gemauerten Wand auch Verstehen,aber gemacht wird sowas nach den Heutigen Richtlinien wohl anders.
Mach doch mal ein Foto von dem Bestehenden Giebel,inclusive Wandfuss wo dein Mauerwerk losgehen soll, dann weiss man vielleicht mehr.
und so ne wand mit Luftschicht irgendwo vorzumauern und diese Gänzlich hohl zu lassen so a´la" Der Zauberlehm wird das schon machen",nährt natürlich auch den gedanken das dein Kumpel Maurertechniker das auch nochmal überdenken sollte..
greets Flakes..



Hin oder her...



...ihre Entscheidung für eine Innenvorsatzschale aus Leichtlehmsteinen, aber homogen ausgebildet sehr wichtig(!), ist eine gute und sinnvolle Entscheidung für ihre Fachwerk.
Wir machen dieses seit Jehren mit guten Langzeiterfahrungen.
Ihre detailfragen sind gut und gerechtfertigt.
Ich würde diese gern mit ihnen mal telefonisch diskutieren wollen.

Einfach mobil mal durchklingeln.

FG Udo Mühle



Innendämmung Lehmsteine



Niemand behauptet, dass Leichtlehmsteine generell keine Daseinsberechtigung haben.

Wenn aber nicht Masse sondern Dämmung benötigt wird sind Lehmsteine das verkehrte Material und völlig unwirtschaftlich,
zudem technisch fragwürdig, wenn die Auflagerung und Befestigung ungeklärt sind und ein viel höherer Feuchteeintrag erfolgt.

Der mit dieser Leichtlehmstein-Vorsatzschale erreichbare U-Wert ist um 30 % schlechter und der Raumverlust um 300 % größer als bei einer Innendämmung mit 40 mm Holzfaserplatten.

Bei 60 mm Holzfaserplatten ist der U-Wert ca 50 % besser gegenüber der mit 115 mm dicken Lehmsteinen 'gedämmten' Vorsatzschale, die dann immer noch mindestens doppelt so dick ist.
Zudem wiegen 20 qm der Lehmsteinwand mind. 1600 kg, die irgendwie aufgelagert werden müssen.

Warum mit Lehmsteinen-
Die Hälfte an Wärmedämmung
bei doppelter Dicke
mind. doppelten Materialkosten und
17 Mal höherem Gewicht
gegenüber 60 mm Holzfaserplatten???

Auch die Hersteller bieten die nicht zur Wärmedämmung sondern nur zur Erhöhung der thermischen Masse, des Schall- und Hitzeschutzes an.

Das gesparte Geld könnte zb in eine Wandheizung investiert werden- für Lehmsteine gibts bessere Verwendungszwecke.

Bei der geringen Dämmstärke und schlagregensicherer Fassade ist die Taupunktverschiebung kein Probelm-
noch weniger bei Wandheizung und bei zeitweise besonnter Fassade und Rückdiffusion.

Andreas Teich



@ A. Teich



...und schon mal über die Problematik von Taupunktverschiebung bei Holzweichfaserdämmplatten als Innendämmung zur bestehenden Wand nachgedacht?
Ist zwar alles hygroskopisch offen, aber es heißt ja nicht um sonst: "Dämmplatte"!!
Bei derartigen Systemen holt man sich den Taupunkt sicher weiter in die bestehende Außenwandkonstruktion herein und die Holzweichfasersysteme behalten über die Jahre immer etwas mehr an kapillarer Feuchtigkeit in sich und wie sieht es dann nach 8 oder 10 Jahren aus?
Und dies trotz Wandheizungsauflagen!

Ich plädiere im Altbau seit Jahren auf etwas schlechtere Aufbaulösungen, aber alle funktionieren mittlerweile ohne Schimmel und Probleme.