Fachwerhaus abbauen und wieder aufbauen

06.03.2012



Guten Tag,
auf der Suche nach Auskunft-Beratung bin ich hier, voilà. Ich habe die Moeglichkeit ein Fachwerhaus , Groesse 7m auf 20m zu kaufen, demontieren und es an anderer Stelle wieder aufzubauen.Das Haus ist aus dem 18JHD und steht auf einem Steinfries , ca 1m hoch.Ich bin absoluter Laie und moechte einen reelle Vorstellung haben von der potentiellen Arbeit ,die auf mich zukommen wuerde.Lebe nicht in DE, also Denkmalschutzkonditionen nur bedingt.
Was wuerde so ein Vorhaben kosten,Dauer...?Was ist als allerwichtigstes zu beachten. Ist Fachwerk fuer den Laien ueberhaupt machbar?
Danke im voraus fuer eine Einschaetzng.



forum 185715



Der Rückbau ist nicht so sehr das Problem, Sie müssen nur vorher alles akribisch durchnummerieren ( Verbindungsteile)
am Besten Bilder davon machen, nachdem die Verbinungsstellen nummeriert wurden. Das erleichter den Neuaufbau enorm.
Eine gute Adresse für solche Bauvorhaben ist:
Historische Baustoffe Ostalb

Martin Häberle

Rathausgasse 1
89555 Söhnstetten
Telefon: +49-162-2093055 ( Martin Häberle)
Telefax: +49-7323-9522396
eMail: info@historische-baustoffe-ostalb.de

Dort bekommen Sie evtl. auch eine umfassende Beratung zum Zeitaufwand.
Gutes gelingen; M.Mehlhose



Sie müssen ...



... vor allem in Erfahrung bringen, ob Sie dafür in Frankreich (?) einen Bauantrag benötigen und welche bau- und planungsrechtlichen Einschränkungen/Vorschriften etc. an Ihrem zukünftigen Bauplatz existieren. Ob ein Haus dieser Größe z.B. auf Ihrem zukünftigen Grundstück gestattet ist und ob das Haus wie ein Neubau behandelt wird oder ob es besondere Vergünstigungen bekommt. Ob es so etwas wie eine "Energieeinsparverordnung" für Gebäude gibt, die Wärmedämmwerte für die Aussenbauteile vorschreibt... (Wahrscheinlich nicht. FRankreich hat ja Atomkraftwerke).

Es ist ein sehr komplexes Vorhaben, das Sie ohne erfahrene Hilfe seitens eines Planers/Architekten oder/und eines Zimmerers nicht bewerkstelligen können.

Zudem erfordert der substanzgerechte Ausbau eines FW-Hauses spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten, das Wissen um die geeigneten MAterialien, um baukonstruktive und bauphysikalische Zusammenhänge.

Davon abgesehen wird es schlußendlich sehr (!) teuer werden oder sehr viele, lange Jahre dauern, bis es bewohnbar geworden ist.

Sie sparen durch das geschenkte Material nichts. Das ganze Vorhaben wird trotzdem erheblich teurer werden, als neu zu bauen.

Aber vielleicht wird es auch ein unglaubliches Abenteuer ...



Ich habe sowas



schon ein paar mal gemacht. Das A & O ist die gründliche Dokumentation vor der Demontage. Ein Zimmerer sollte die Markierungen seiner Kollegen aus früheren Zeiten lesen können. Ansonsten: Die Hölzer neu bezeichnen. Demontage und Neuaufbau wird insofern teurer als ein Neubau, da erfahrungsgemäß Hölzer zu flicken und/oder zu ersetzen sind. Dies wird aber preiswerter als bei einem " im stehenden Bestand" zu bearbeitenden Haus, da die Hölzer(auch ganze Wände/ Dachbinder)in der Waagrechten auf den Zimmererböcken kontrolliert und repariert werden können. Ersetzen ist preiswerter als flicken.
Das Entnageln und Säubern ist eine Aufgabe die Möglichkeit mit Eigenleistung Kosten zu sparen.
Schade, dass es so weit weg ist.
Gruß
Ralph



Hallo Nikaia,



lebst Du in F und kennst Dich dort aus?
Wenn nicht, kann ich Dir ein paar Erfahrungen weitergeben.
Gruß Walle



Manchmal



aber nur Manchmal hat man den Eindruck das engagierten Leuten eigentlich nur abgeraten wird sich zu engagieren.

Natürlich gehört es für die Fachleute auch dazu auf alle möglichen Gefahren und Notwendigkeiten hinzuweisen. Aber es wird so oft die gute alte Zeit und deren Baustoffe verwiesen das man sich wundert, das keiner bedenkt, das damals der Zimmermann ein Fachwerkhaus auch ohne EnEV, Facharchitekt und Planer hin bekommen hat.

Festzuhalten bleibt, das ein Fachwerkhaus auch die Möglichkeit gibt für einen engagierten, handwerklich begabten Menschen, der Zeit und Arbeit investiert um ein Haus vor dem verschwinden zu retten. Wenn der Bauherr nicht den Anspruch hat, es in kurzer Zeit in den selben designorientierten Zustand zu versetzen wie moderne Herz und geschichtslose "Baukastenhäuser" von der Stange die selten einfallslos von unterbezahlten Architekten aufs Papier gekritzelt wurden, dann hat er die Chance sich ein Stück Kulturgut zu sichern.

Sicher wird er dann, wenn er alles optimiert und natürlich aufgebaut hat und die Arbeiten alle von ausgesuchten Handwerkern und Spezialisten hat ausführen lassen, teurer werden als wenn er das Haus von der Stange kauft. Trotzdem hoffe ich das es auch in Zukunft noch viele engagierte Menschen gibt, die nicht den einfachen Weg wählen. Die Fachwerkhäuser und die Menschen haben es verdient das immer wieder solche Leute mit Herz und Hand gibt.



Markus Mattonets Schnack



möchte ich mich anschließen!
Ralph Schneidewind



Hallo,



es ist erfreulich, daß ein Ing. und Zimmermann sich positiven Themaverfehlungen hingeben.
Da schließe ich mich auch gerne an.
Zum Gruße, Walle



Vom Laien.....



Sicherlich ist es zu wünschen, dass es genügend Leute gibt, die im positiven Sinn "verrückt" sind und solche Projekte in Angriff nehmen ohne dabei aufs Geld zu schauen. Wenn es einem das Wert ist und man es vor allem auch finanzieren kann ist dagegen ja auch nichts zu sagen.

Hier war allerdings die Ausgangsfrage, ob das von einem LAIEN durchführbar wäre, also nix mit erfahrenen Zimmerleuten etc. Und da halte ich die Einwände für durchaus berechtigt, dass man so ein Projekt nicht ohne professionelle Hilfe angehen sollte.



Fachwerhaus abbauen und wieder aufbauen



Ich bedanke ich mich bei allen Teilnehmern, die mir bisher geantwortet haben. Ich habe nicht mit so einer aktiven Beteiligung gerechnet.Wer denkt ueberhaupt an solch ein Vorhaben? Einer der mit ausreichenden Mitteln ausgestattet ist und den Kitzel des "Neuen" sucht, oder jemand, der keine Mittel hat, aber verrueckt genug ist, Verruecktes zu denken.Die Idee ein Haus mit seiner Geschichte zu erhalten und wiedererstehen zu lassen finde ich wunderbar.Mein Vorhaben muss weiter duchdacht werden, Mut machen mir einige Beitraege, die andeuten das dies vorher schon bereits praktiziert wurde.Auch die kritischen Beitraege finde ich gut!
Ich betrachte meine Anfrage noch nicht als beendet.
Bis hier schon mal ein grosses MERCI!



Naja,



erst letzten Herbst ist wieder einmal ein Fachwerhaus am Stück durch die Hohenlohe getuckert! Im Osten war´s gar `ne Kirche.
Ok, im Freilandmuseum und in `ner Kirche muß auch keiner darin leben. Die üblichen Konstruktionsänderungen fallen erst gar nicht an.
Gruß Walle