Vordach an Fachwerkhaus Denkmalgerecht ausführen




Hallo,

wir besitzen ein (altes) Bauernhaus, das Erdgeschoss ist massiv gemauert
(Sandstein/Ziegel) und der 1. Stock (volle Höhe) ist "später" in Fachwerkbauweise
errichtet worden.

Jetzt ist es so, dass der Flur relativ eng ist (also kein Platz für eine richtige
Garderobe) und fast unmittelbar nach dem Eingang auch schon der Zugang zum
Esszimmer liegt.

Mittelfristig würden wir ganz gerne die kleine Haustreppe (zwei Stufen) und den
Eingangsbereich aussen etwas bedachen um einen gewissen Regenschutz beim
Aufschließen der Türe zu gewährleisten und auch einen Fußabtreter sinnvoll
positionieren zu können.
Aktuell würd der auch mit vollgeregnet werden.

Schön wäre es, wenn es etwas mehr als nur ein kleines Dächlein wäre, es sollte
aber auch die Optik des Hauses nicht "zerstören".

Vieleicht hat ja hier jemand eine Idee, was man da bewerkstelligen könnte, was
auch den Denkmalschützern zusagt.

viele Grüße

Johannes D.



Denkmalgerechtes Vordach oder Vorbau



dazu wäre ein Foto des Gebäudes notwendig.

Entweder ein Vordach mit Fachwerkkonsolen oder Pfosten, wenns zum Gebäude paßt schmiedeeiserne Unterkonstruktion.

Bedachung mit Holzschindeln, Biberschwänzen oder Naturschieferplatten, evt Kupferdeckung

oder als geschlossenen Vorbau errichten als Windfang,
was auch énergetisch Sinn macht.
Dann wie den Hauptbau konstruieren, evt die Haustür nach außen versetzen und innen eine Tür mit Glasfüllung verwenden.

Bei Denkmalschutz muß es ohnehin besprochen werden-
zB anhand Fotos von gelungenen historischen Vorbildern.

Andreas Teich



Vordach an Fachwerkhaus Denkmalgerecht ausführen



Hallo,
ich habe an meinem Fachwerkhaus in zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz einen Windfang aus Glas bauen dürfen da er von der Konstruktion her unauffällig war



Vordach an Fachwerkhaus Denkmalgerecht ausführen



Hallo,
Nach der Charta von Venedig von 1964 kann ein neues Vordach auch "neu" aussehen.
Also auch eine Stahl-Glaskonstruktion.

viele Grüße



Denkmalschutz



Moin, um denkmalfachlich Stellung nehmen zu können, wäre ein Foto des Hauses unabdingbar. Die Auffassung der unteren Denkmalschutzbehörden geht bei Vordächern auseinander. Die einen sagen eine Fachwerkkonstruktion, die sich ins Gesamtbild einfügt kann ausgeführt werden, die anderen sagen dazu, dass diese Konstruktion historisierend ist und eine neue Konstruktion z. B. Stahl-Glaskonstruktion ausgeführt werden sollte. Bei uns in der Region haben einige nur eine Glasplatte als Vordach. Das ist eine sehr filigrane Konstruktion, die das Erscheinungsbild kaum beeinträchtigt.



Vordach



Nach den Kriterien der Charta von Venedig sollte ein nachträglich an ein Denkmal angefügtes Bauteil auch als solches erkennbar sein, also moderne Materialien und moderne Bauweise.
Kein Versuch einer disneyhaften Historisierung.



Bild kommt



Hallo,

vielen Dank schon mal für die zahlreichen Rückmeldungen!

Als wir das Haus übernommen haben, war ein "modernes" Vordach montiert. Als "kleines" Satteldach mit Dachpappschindeln und einem Holzunterbau.
Das war zwar zweckmäßig, hat aber nicht gut zum Gesamtbild gepasst.
Der Wetterschutz (zB gegen Regen beim aufschließen der Türe) war auch nur sehr bedingt gegeben.

Im Rahmen der Dachsanierung haben wir es entfernt weil es dem Gerüst im Weg
war und optische eben so überhaupt nicht passte.

"Unsere" Denkmalschutzbehörde steht Änderungen jeglicher Art (so unsere Erfahrung
bisher) sehr kritisch entgegen.

viele Grüße

Johannes D.



Bild



Hi,

so, auf die Schnelle habe ich kein Bild gefunden, hab daher einen Schnappschuss
per Handy gemacht.



Wie man sieht sind an der Fassade ohnehin noch einige "Restarbeiten" zu erledigen ;-).

viele Grüße


Johannes D.



zweiter Versuch fürs Bild


zweiter Versuch fürs Bild

ich hoffe jetzt klappts mit dem Bild.



Denkmalschutz



Was ist an diesem Gebäude von außen denkmalwürdig?



das dürfen Sie nicht mich fragen



Hallo Herr Böttcher,

das dürfen sie mich nicht fragen, wir haben uns nicht um den Denkmalstatus
"gerissen". Denn das hat auch verhindert, dass wir und eine Solaranlage aufs
Dach bauen "durften" oder bei der Dacherneuerung eine Aufdachdämmung
zu wählen. Sinngemäßg war beim Vorort-Termin die Aussage "Die X Prozent
Baudenkmäler in Deutschland müssen die Welt nicht retten".

Die Behörde wollte weder Gauben noch Dachflächenfenster um das Dachgeschoss
zu Wohnraum ausbauen zu können.

Bis vor einiger Zeit stand auch noch unsere Scheune unter Denkmalschschutz.
Die besagte Scheune wurde in den 70er Jahren "wild" umgebaut, das Dach mit
Eternitplatten eingedeckt, eine Moderne Garage angebaut und ein Großteil des
Sichtbaren Mauerwerks erneuert....
Ohne Info an uns (die Eigentümer) wurde dieses Gebäude irgendwann von der
Denkmalliste gestrichen. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir insgesamt
evlt. anders geplant (aber das ist eine andere Baustelle).

Und nein, auch im Innenraum ist kein Altbestand der in meinen Augen Denkmalwürdig
wäre.

viele Grüße

Johannes D.



gutachtliche Äußerung zum Denkmalwert



Existiert ein Denkmalwertgutachten oder eine gutachtliche
Äußerugn zum Denkmalwert, um zu erfahren, was die Denkmalkritierien sind? es gibt ja ortsgeschichtliche, stadtbildprägende, baugeschichtliche Bedeutung etc... Ich würde immer mit dem zuständigen Sachbearbeiter einen Termin vor Ort machen um dort die Sachen vorabzustimmen, bevor man irgendeinen Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis stellt.





@EnduroHansen
Solche Unterlagen / Informationen liegen mir leider nicht vor.
Für einen Vor-Ort-Termin muss ich mich im Voraus gut Informieren um starke Argumente bei der Hand zu haben.
Wie schon geschrieben der/die für uns zuständige Sachbearter(in) ist Änderungen gegenüber nicht aufgeschlossen. Ich will jetzt hier nicht auf Kleinigkeiten herumreiten, aber Ideen die wir aus Umbaubeschreibungen anderer Denkmäler hatten wurden kategorisch abgelehnt.
Umbauwünsche wurden zum Teil mit aus einer Sicht unprofessioneller Argumentation als nicht notwendig abgetan (Wozu wollen Sie das Dach ausbauen, das Haus ist doch groß genug).
Ich werde aber versuchen an entsprechende Inormationen zu kommen, der Hinweis ist gut, vielen Dank!

viele Grüße

Johannes D.



Denkmalschutz



Wer ist denn der Ansprechpartner? Auch in Bayern gibt es unterschiedliche Kompetenzen von Gemeinde und dem Landesamt für Denkmalpflege. Es gehört zu den Aufgaben des Denkmalschutzes eine Nutzung der Denkmale zu unterstützen. Dazu können auch Erweiterungen gehören. Für mich wäre es ein Unding wenn mir ein Sachbearbeiter vorschreiben will ob ich auf 60 oder 100 qm wohnen soll.

Ich stelle aber auch fest, dass an öffentlichen Gebäuden häufig moderne Baumaterialien verwendet werden, die bei anderen in Frage gestellt werden. Solchen Entscheidungen muss man hinterfragen können und dazu gibt es auch entsprechende Beschwerdewege wenn es notwendig ist. Denkmalschutz ist keine Enteignung. Auf der anderen Seite bietet der Denkmalschutz eine kostenlose Dienstleistung an. Fragen sie doch direkt nach Optionen oder einer Begründung. Wenn solche nicht gegeben werden, würde ich schriftlich ein Konzept erstellen und einreichen. Dann muss der Sachbearbeiter in einer angemessenen Zeit dazu Stellung nehmen.

Für mich sehe ich den Denkmalschutz als Chance. Die Gebietsreferenten sind Fachleute in ihrem Bereich und mit den Jahren habe sie eine unschätzbare Erfahrung durch die betreuten Denkmale. Versuchen sie doch von dieser Erfahrung zu profitieren.

Ich wäre bei ihrer Tür für eine einfache Glaslösung an möglichst dünnen Edelstahlstäben. Eine moderne Lösung die jederzeit auch wieder entfernt werden kann - auch das ist wichtig für das Denkmal.



Idee für Vordach



Hi, ich hätte ein Idee für ein Vordach, was hier schonmal im Forum vorgestellt wurde. Ich wollte irgendwas leichtgewichtiges, ohne schweren Aufbau und Materialschlacht, ohne Angst vor Schneelast zu haben usw.

Die Grundkonstruktion sind einzelne Bretter, die gut "durchlüftet" sind und auch Licht durchlassen, aber eben diesen Regenschutz am Eingang bieten.

Ich bin von der Konstruktion vollends überzeugt, einzig mit der Holzbehandlung auf Leinölfirnis-Basis hab ich etwas danebengegriffen, die Bretter werden bei uns schnell dunkel. Aber das kann man ja anders machen :-)

http://blog.bieszczak.de/wordpress/baublog-vordach/

http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/update-holzvordach-fuer-interessierte-251293.html

Guckts euch an, vielleicht könnt ihr meine Idee ja weiterspinnen.

Gruß



Danke!



Hallo,

danke schon mal für die vielen Antworten!

@CaptainBee
Danke für Deine Verlinkung, aber ich denke das würde optisch bei uns nicht passen.

Eine Lösung aus Glas und möglichst filigranen Edelstahlelementen könnte ich mir
auch gut vorstellen. Schick wäre es, wenn es nicht nur Schutz von oben, sondern
auch von der Seite bieten würde, zumindest von der Westseite her.

Ich werde mal versuchen das mit den zuständigen Behörden abzustimmen, zuvor
müssen aber noch ein paar Arbeiten an der Fassade abgeschlossen werden.

viele Grüße

Johannes