Vor- und Nachteile wasserführender Grundofen

26.01.2017



Hallo Gemeinde,

wir bauen ein ca. 200 Jahre altes Bauernhaus aus und haben uns überlegt, einen wasserführenden Grundofen einzubauen. Der Ofen soll einen ca. 60 qm großen Raum heizen und mit der Gasheizung gekoppelt werden. Geplant ist ein 1400l Pufferspeicher und eine Regulierung zwischen 25 und 75% wieviel Energie ins Wasser gehen soll.

Nun höre ich immer wieder, dass ein solcher Grundofen mit Wasser diverse Nachteile hat. Angefangen mit hohen Kosten (ist uns klar), wären wohl auch die Instandhaltungskosten deutlich höher. Bei Stromausfall kann man diesen Ofen außerdem nicht betreiben. Am überraschendsten fand ich allerdings die Aussage, dass wir einen solchen Ofen nicht mehrere Stunden heizen können, weil er ständig Wasser braucht um zu kühlen und dieses dann quasi als Abwasser verschwendet wird, wenn der Pufferspeicher voll ist.

Gibt es hier Leute mit Erfahrungen, die sich damit auskennen und uns weiterhelfen können?

Danke im Voraus.



kühlender Grundofen



ist natürlich Unfug. Der Pufferspeicher sollte natürlich so groß bemessen sein, dass die wasserseitige Heizleistung des Grundofens auch über eine geplante Betriebsdauer (z.B. 8h) des Ofens vom Pufferspeicher abgenommen werden kann. Wahrscheinlich wird am Pufferspeicher ja der Rest der Heizanlage und das Warmwasser hängen, sodaß auch während des Betriebes des Grundofens ja immer eine Warmwasserentnahme aus dem Speicher geschieht. Das sollte der Ofenbauer in Kommunikation mit dem Heizungsbauer aber rechnerisch hinkriegen.



Wasserkessel oder Absorber



Ja, so ist es, am Puffer ist die Heizung angeschlossen.
Ich habe außerdem gelesen, dass Absorber besser sind als Wasserkessel. Der momentan geplante Einsatz Brunner HKD 2XL-SK-h hat einen Kessel.

ISt das eine sinvolle Variante oder haben Absorber mehr Vorteile?



Unterschiede



Besser ist immer relativ- Absorber sind anders. Zum Einlesen:
http://biofire-cheminee.ch/ganzhausheizung/



Notkühlung für den Reaktor



Uebertemperaturventil, kaltes Leitungswasser... Geht auch ohne Strom.

Man sollte natürlich nicht einheizen wenn das Wasser im Pufferspeicher sowieso schon heiss ist.





Technisch ist das sicher kein Problem.
Nach der Zeichnug von Brunner hat der Ofen zwei verschiedene Abgaswege, die je nach Bedarf ausgewählt werden können: einen für die Nachheizfläche (Speichermasse) und den Anderen für den Kessel (WW).

zu bedenken bleibt aber:

allein um die 1400 l Wasser von 10 auf 90° zu erhitzen, sind etwa 32 kg Buche nötig (Verluste nicht eingerechnet). Wenn man gleichzeitig Energie entnimmt für Heizung und WW wird's entsprechend mehr.
Dazu kommt die eigentliche Ofenwärme (min. 25% der Leistung) für Abluft und Strahlungswärme via Glasscheiben.

Ich habe das gleiche Modell ohne Wassertasche. Der Feuerraum kann mit 20 kg Holz beladen werden und brennt dann etwa 4 h, Glut hat man auch noch nach 24h.

Soll heißen: um so ein System sinnvoll und effektiv mit Holz zu betreiben, muss man wahrscheinlich 2x / Tag oder auch öfter nachlegen, auch wenn der Ofen noch nicht ganz ausgebrannt ist.

Wenn wir die Zimmer-Türen offen lassen, ist die Wärmemenge (1x 20 Kg) so groß, dass nicht nur die anliegenden Räume per Strahlung beheizt werden, sondern auch die obenliegenden Räume über die Treppe (2 Stockwerke). So ein Grundofen produziert ja auch eine ganze Menge heiße Luft, machmal muss man oben die Fenster öffnen.

die andere Frage ist, ob die 25% Minimalleistung als reine Ofenwärme, die bei der gewünschten Unterstützung der Heizungsanlage mind. abfallen, für die 60 qm nicht doch zuviel ist.


Ich hatte auch erst an ein solches Kombi System gedacht, habe mich dann aber für ein getrenntes entschieden.

Grundofen + Gastherme (600l Speicher).

Der Gas Verbrauch (incl. WW für 3-4 Pers.) beträgt umgerechnet weniger als 140 kWh / qm * a.
Ich habe Zweifel, ob die Mehrkosten für in solches Hybridsystem durch die Ersparnis an Gas wieder reinkommen.
20 kg Buche für jede zusätzlicher Feuerung kosten eben auch 4 Euro.

Ich bin übrigens sehr zufrieden!

GE