Kosten für die Renovierung eines Fachwerkhauses

26.04.2004



Hallo Fachwerker,

wir hatten am Wochenende eine Besichtung eines 300 Jahre alten Fachwerkhauses (ca. 150 qm Wohnfläche ink. Dachboden; Einzeldenkmal), das seinem äußeren verputzten Zustand nach eine gute Grundsubstanz besitzt. Nichts desto trotz würde eine komplette Entkernung und Sanierung anstehen.

Hier hat uns der Makler mit den Kosten doch sehr verunsichert, da er von 1800 € bis 2000 € pro zu sanierendem qm ausgeht, sofern man auf Eigenleistungen verzichtet. Wie seht Ihr diesen Wert bzw. was sind die größten Kostenblöcke und was kann man davon evtl. durch Eigenleistung (Achtung - Anfänger einem linken und einem rechten Daumen) einsparen.

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten,

Sven



??? Komplette Entkernung???



... *öhm, alsoooo...* wenn die "Grundsubstanz" in Ordnung ist, braucht man das Haus nicht komplett entkernen. Das ist total unsinnig. Unser Haus hat ohne Dachboden mehr als 120 qm (ich glaub, es sind 135, bin mir aber nicht sicher) und wir haben bis jetzt ca. 100.000 Euro reingesteckt. Gut, wir sind noch nicht fertig, der REst wird aber nicht mehr viel kosten, höchstens 20 T Euro (mit Dach und Treppe). Wir haben nur die Heizung, Wasser/Sanitäranschlüsse, Strom, Fenster und Zimmermannsarbeiten machen lassen. Den Rest haben wir selbst gemacht

:Alles raus, was nicht rein gehört (Putz abschlagen, Tapeten...). Fußböden Abschleifen oder neu Verlegen (auch mit Unterbau). Dämmung aus Schilfrohr anbringen, Lehmputz und Lehmoberputz (sozusagen "Tapete"). Rohre verlegt, Decken saniert, Gefache ausgemauert... (ich weiß es schon garnimmer alles....). Auf jeden Fall alles, was sonst angefallen ist und noch anfällt. Es kommt halt drauf an, was an Ihrem Haus alles gemacht werden muss. Die Zimmermannsarbeiten waren bei uns am teuersten,14 Fenster haben wir gebraucht, die Heizung kostete gleich mal nen Batzen... aber ansonsten bis auf nen Nagel im Fuß und nen gebrochenen Finger (und klar: angestoßene Köpfe) war alles andere ganz harmlos ;-). Wenn man bedenkt, dass man heutzutage schon 50 Euro Stundenlohn für nen Handwerker zahlen muss... macht man doch lieber vieles selbschd. Grüße Annette



fachwerkhaus hilfe



guten tag
ich kann weiter helfen und sie können sich ja bei mir melden wenn sie fragen zum Fachwerk haben

Sachverständigenbüro Andreas Vollack
Von der Handwerkskammer Hildesheim
Öffentlich bestellt und vereidigter Sachverständiger
für das Zimmererhahnwerk
Sachgebiete :
Historisches Fachwerk
Fachwerk Konstruktionsschäden
Altholzuntersuchungen
Pilze und Holzschädlinge an Fachwerken
Beweissicherung
Lehmbau im alt und Neubau
Bauberatung

Wesersraße11 OT Hemeln 34346 Hann.Münden
Tel. 05544/ 8376 D2.0172/5641202
Fax.05544/ 999779 E-Mail. Andreas.vollack@t-online.de

mit zimmerlichem gruß
andreas vollack



Fachwerkhaus=Selbstmachhaus



Hallo Sven
Natürlich kann man sich kein genaue Bild vom Zustand des Häuschens machen, vielleicht ist vieles zu Sanieren, vielleicht ist es aber auch maßlos übertrieben.
Das schöne an anseren Häusern ist das man vieles selbst machen kann, vieles was kaputt scheint lässt sich reparieren, bei manchen Sachen langt es auch einfach die Farbe runterzuholen.
Wenn man ein Haus so belässt wie es gedacht war kann man trotz Modernisierung viel Geld sparen.
Letztendlich ist alles Frage des eigenen Anspruchs, ich würde einen Sachverständigen zu Rate ziehen, und wenn es wirklich komplett entkernt werden muss würde ich mir die Sache gut überlegen.
Ich glaube aber das wenige Häuser wirklich so restlos Ausgeblasen werden müsssen das es einem Neubau gleichkommt.
Für solche Fälle werden ja auch oft Abgeschlagene Häuser mit Instandgesetztem Balkenwerk angeboten welche man sich dann irgendwo in ein gut sortiertes Neubaugebiet stellen kann.
Viel Glück bei der Entscheidung und frohes Schaffen wünscht
Hartmut