Vielen Dank, aber wie geht's denn richtig?

18.03.2015 ReinerM



Ich bezwecke mir meiner Frage nicht das kostenlose erschnorren von Informationen zur Einsparung eines Fachplaners! Ich möchte mir gerne selber Fachwissen aneignen, damit ich entscheiden kann, was ich wirklich will. Ich bin auch kein Heimwerker, der möglichst billig solch ein Vorhaben nach Feierabend in Eigenleistung realisieren möchte!

Was mich halt irritiert ist, daß es offensichtlich viele Meinungen darüber gibt, was alles schlecht ist und was alles falsch gemacht werden kann!

Auf meine Frage habe ich leider nur 1 wirklich konstruktive Antwort erhalten, nämlich die "Hanf" Lösung. Aus den anderen Antworten ist nur herauszulesen, was alles falsch ist und was nicht geht usw!

Daher nochmals meine Frage, etwas detaillierter: wenn ich die Dachdämmung nach herkömmlicher Art ausführe, müsste die innere Dampfsperre wirklich absolut luftdicht ausgeführt werden, richtig? Meiner Meinung nach ist das technisch und vor Allem dauerhaft nicht möglich! Das ist meine Meinung und auch meine Erfahrung.

Was wären denn die Alternativen zu Mineralwolle, möglichst dick und möglichst luftdichtes einpacken??

Ich freue mich auf Alternativ Vorschläge!

Herzlichen Dank!



Dachdämmung



Nix Information- nix Hilfe!



Infos stehem im anderen Beitrag



Einfacher ist es im selben Beitrag weiterzuschreiben!

Möglichkeiten gibts viele, mit Zellulose einblasen, hinterlüftete, mit Folien, ohne.....

Bemühe dich etwas beim Benutzen der Suchfunktion. Detailfragen dann stellen. Oft ist dies ohne Besichtigung schwer. Gute Bilder sind das Mindeste.

Zudem musst du beachten, dass viele wege nach Rom führen. Manch einer ihr Rom ist der volle Geldbeutel. Denen ist gar nicht so wichtig wie nachhaltig dein Dach wird.

Ich bin froh, dass mein Dach erst 100 Jahr ist und somit noch gut in Schuss.



Der richtige Weg



Die Hanf-Lösung ist nicht die richtige Lösung, sie ist nur ein relativ konkret erscheinender Beitrag. Die LÖsung weicht von den anerkannten Regeln der Technik (a.R.d.T.) ab, die Sie z.B. bei Interesse nachlesen können in den ZVDH-Regeln für Unterdeckungen und Unterspannungen, zu bestellen beim ZVDH (Zentralverband des Dt. Dachdeckerhandwerks e.V.) oder wenn Sie im Internet die Suchbegriffe "Dachdeckung" und "erhöhte Anforderungen" eingeben.

Wenn Sie, wie bei der "Hanf-Lösung" von diesen a.R.d.T. abweichen, können Sie das als privater BAuherr jederzeit machen, wenn Sie sich über die KOnsequenzen im Klaren sind. Die ausführende Fa. oder der Fachplaner muß sich bei diesem Bauherrenwunsch schriftlich von der Haftung für die Abweichung von den a.R.,d.T. befreien lassen Diese a.R.d.T habe ihre Berechtigung, auch wenn die deutsche Menatlität hier gern zur Überregulierung neigt. Die a.R.d.T. stellen die gesammelte Erfahrung in einem Gewerk dar und beruhen meistens auf der Analyse fehlerhafter Konstruktionen und Vorgehensweisen. Wenn man schlau ist und vorankommen möchte, lernt man aus den Fehlern anderer und erfindet nicht jedesmal das Rad neu.

In meinem Beitrag habe ich alles z.Zt. notwendige zu Ihrer Frage beschrieben.
Genaues kann erst gesagt werden, wenn alle Informationen vorliegen und das Gebäude in seiner Gesamtheit gesehen werden kann. Die a.R.d.T. müssen individuelll den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden, die man aber erst einmal kennen muss.

Ihr Bauvorhaben ist anspruchsvoll und nicht mit isolierten Detaillösungen zu planen, auch nicht mit improvisierten HAndwerkerratschlägen vor Ort.
Suchen Sie sich einen erfahrenen Fachplaner und beginnen Sie mit einer Bauaufnahme, der Feststellung der Bauschäden und der Bewertung der Bausubstanz, auch unter statischen Gesichtspunkten.

Zu Ihrer Frage konkret: nein, die innere Dampfbremse muss nicht absolut luftdicht sein, das wird nicht funktionieren. Sie muß nur luftdichter sein als die äußere Windbremse/die 2. wasserführende Schicht/die Unterspannung/die Unterdeckung etc. Sie sollte auch die Rücktrocknung im Sommer ermöglichen, also eine feuchtevariable Dampfbremse sein. Der äußere Gefacheabschluß kann auch -sehr empfehlenswert- eine diffusionsoffene Holzfaser-Unterdeckplatte sein. Das verwendete Dämmmaterial können Sie nach Ihren persönlichen Überzeugungen, Ihrem Geldbeutel und den Anforderungen der EnEv wählen.

Wenn Sie Interesse an einer detaillierten Bauberatung zu Ihrem Stallausbau haben, können Sie mich gerne kontaktieren. Ich habe z.Zt. ein Bauvorhaben in D´Dorf-Ratingen und kann mir das Objekt einmal anschauen.



Standardaufbauten verwenden...



... kein Gebastel. Gerade beim Dach, dem wichtigsten Teil des Bauwerks. Absolute Luftdichtheit gibt es nie, darum sollte jede Konstruktion fehlertolerant und rücktrocknungsfähig sein.

Konkretes Beispiel von unserem Haus:

Ziegel (1904 und 2014, passen mechanisch zusammen)
Dachlatten
Konterlatten
Unterspannbahn
Holzfaserdämmplatten 35 mm
eingeblasene Zellulose zwischen bestehenden Sparren
Dampfbremse Intello Plus
Untersparrenfilz Glaswolle 40 mm zwischen Traglattung
Gipsfaserplatten 12.5 mm

Mineralwolle kann keine Feuchtigkeit aufnehmen (nicht sorptionsfähig), und hat wenig thermische Masse bei Sommerhitze.

Gerade bei einem Stall braucht es ein übergreifendes Konzept, damit z.B. die Dampfbremse sauber weitergeführt werden kann, genug Licht in den Raum kommt usw.



Je nach Sorte...



ist Hanf zwar nicht die einzige konkrete Lösung, im Wechselspiel zwischen Sativa und Indica soll sich aber schon manches Problem in Rauch aufgelöst haben :-)

Im Ernst: Mit viel Input können Sie hier eine substanzreiche Unterhaltung initiieren. Sortieren und entscheiden müssen Sie dann selber. Sonst bauen Sie die verbal überzeugendste Variante nach. Das muß aber keine Gute sein.

Grüße

Thomas