Vibrationen von Holzbalkendecken durch Verkehr

23.01.2016 Daniel



Hallo Zusammen,

wir haben vor Kurzem ein Haus, Baujahr 1935, gekauft. In der ersten Nacht nach dem Umzug wurden wir am frühen Morgen schlagartig wach, da durch das Vorbeifahren eines Busses die Holzbalkendecken zu sehr starken Vibrationen angeregt wurden. Seitdem begleitet uns dieses Problem und unsere Suche nach einer Lösung war bisher erfolglos.

Einige Infos zum Haus:
- Sandsteinkeller, darüber 42 cm Bimssteinmauern
- Untergrund vom Haus sollte Sand sein, wie es in dem ganzen Viertel in Flussnähe (Main, ca. 500 m)der Fall ist
- Abstand Haus von der Strasse: ca. 5 m
- Holzbalkendecken mit Blindböden, darauf 5 cm Lehm und 5 cm Sand, darüber 2cm Dielen. Von unten Latten, Schilfmatten und Putz.
- Holzbalken (12x22 cm), Abstand 70 cm, es sind Mehrfeldbalken mit max. 5 m Länge pro Feld.

Die Vibrationen der Holzbalken sind im gesamten Haus, am schlimmsten im 2. OG, wo wir gerade während des Umbaus provisorisch wohnen. Spührbar sind Bewegungen, wenn ein LKW oder ein Bus vorbeifährt. Dann merkt man das Wackeln auch an den Möbeln usw. - so stelle ich mir ein Erdbeben vor! Nachbarn auf der gleichen Strassenseite berichten ähnliche Vibrationen im Haus, allerdings deutlich schwächer.

Ich habe erste Versuche gemacht, die Holzbalken von unten zu versteifen, was eine Verbesserung gebracht hat, allerdings ist die Situation noch weit von "ertragbar" entfernt.

Meine konkreten Fragen an das Forum mit Hoffnung auf ihre hilfreichen Antworten:
- Nach meinem Verständnis werden die Erschütterungen durch Bewegungen der Straße durch LKWs in den Boden eingeleitet. Der Bürgersteig ist vermutlich nur durch ein Mäuerchen des Zauns direkt mit dem Haus verbunden, sonst ist der Vorgarten (sehr wahrscheinlich Sand) dazwischen. Macht es Sinn, die fordere Kellerwand durch eine "Dämmung" von dem Vorgarten zu entkoppeln? Oder werden die Erschütterungen sowieso durch die darunterliegenden Schichten übertragen?
- Wer kann hier fachkundig beraten? Die Architekten hier haben so etwas noch nie gehört.
- Wie kann man die Schwingungen der Holzbalken weiter verringern? Gibt es außer der Erhöhung der Masse weitere Tipps? Die Dielen sind noch sehr gut, die wollten wir eigentlich nicht durch einen komplett neuen Bodenaufbau ersetzen.

Über jegliche Hinweise und Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße

Daniel



Schwingungen



Solche Schwingungen zu entkoppeln ist schwierig. Man muß zuerst feststellen über welches Bauteil bzw. über welche Bodenschicht diese Schwingungen übertragen werden.
Dann kann man sich Gedanken über die Verringerung machen. Das geht entweder durch Entkopplung des Gebäudes (teuer und riskant) oder durch Verringerung der Resonanz.
Beides gehört in die Hände eines Spezialisten.
Einfacher ist es die Ursache an der Quelle, der Straße, zu suchen und abzubauen. Das geht nur in der Gemeinschaft aller Betroffenen, mit einem Gutachten zur Ursachenfindung und einem Rechtsbeistand.
Ist die Straßendecke aus Beton, aus Pflaster oder Bitumen?
Sind die betroffenen Häuser in Bauart und Baualter vergleichbar?



Schwingungen



Danke, Herr Böttcher, für ihre Antwort.

Die Straße und der Bürgersteig sind aus Asphalt. Bei einem Nachbarn sind im Altbau Vibrationen spührbar, im Neubau nicht. Im Neubau sind aber natürlich auch massivere Decken vorhanden, die auf die Anregung weniger stark reagieren. Da wir erst kurz hier wohnen, weiss ich noch nichts genaues über Baujahr etc. der anderen Nachbarhäuser.

Wie finde ich Spezialisten, die sich mit dem "Entkoppeln des Hauses" und der "Verringerung der Resonanz im Haus" auskennen? Hier gibt es vermutlich nur wenige, die sich wirklich auskennen.

Grüße aus dem Spessart.

Daniel



Schwingungen



Eine Straße in Bitumenbauweise ist relativ weich und elastisch, hier werden höhere Punktlasten und damit Schwingungen in den Untergrund übertragen.
Ich sitze hier am Ostrand des Harzes, woher soll ich wissen wer bei Ihnen das kann?



Haus wackelt wieder nach ausbuddeln



Wir wohnen in einem alten Doppelhaus von 1903 an einer stark befahrenden Straße. Vom Haus bis zum Fußweg sind 5m. Der Straßenbelag ist mit Asphalt. Mein Mann erzählte, als die Straße eine Querrinne von Bauarbeiten hatte, wackelte das Haus auch, wenn ein LKW oder Bus vorbei fuhr. Dann wurde die Straße mit neuem Belag versehen und es war vorbei. Das gleiche berichtete er von der Sache, dass es im 1. Stock stärker zu merken war.
Nun haben wir 2006 das Haus ausgebuddelt, und das Haus mit einen Bitumenanstrich und mit 5cm Dämmung versehen. Es war gestampfter Lehm. Heute würden wir dies nicht mehr machen. Er meint zu merken, dass das Haus danach wieder etwas schwingt.
Gruß Ally