Verzogene Fensterbretter Eiche

18.09.2020 Molki

Verzogene Fensterbretter Eiche

Hallo liebe Forumsmitglieder,

wir sind auf das tolle Forum gestoßen, da wir gerade ein altes Haus aus dem Jahre 1927 renovieren.
Leider haben wir aktuell ein kleines bzw. größeres Problem mit unseren Fensterbrettern aus Eiche.
Diese sind 18 mm stark und aus 4 Teilen verleimt.

Vor etwa drei Wochen wurde unser Haus innen mit einem Kalkputz verputzt.
Die zuvor eingebauten Fensterbretter haben leider dadurch Wasser aufgenommennd sich in der Trocknungsphase nach oben verzogen. Teilweise sogar richtig hässliche, ich vermute Gerbsäureflecken, bekommen.

Ich müsste noch erwähnen, dass diese vor dem Einbau bereits einmal verzogen waren. Die Bretter wurden von mir dreimal mit reinem Leinöl behandelt und nach dem einziehen dann ca. eine Woche lose auf das Fensterbrett gelegt. Als ich mich dann an den Einbau machen wollte, fiel mir diese Wölbung nach oben auf. Habe die Bretter mit Schraubzwingen und ein paar gekürzten Dachlatten wieder geradebiegen können. Ich vermute, dass die Wärme der Sonneneinstrahlung durch das Fenster diese verzogen hat.

Nun mit der Feuchtigkeitsaufnahme durch den frischen Putz und der erneuten Sonneneinstrahlung durch das Fenster stehe ich vor dem gleichen Problem. Nun aber eingeputzt. Ein Bild habe ich angefügt. Leider weiß ich noch nicht wie man mehrere (sowie das geht) hochläd. Man sieht richtig, wie sich das Brett am Überstand zur Wand nach oben wölbt. Mittlerweile ist trotz leichtem Gefälle beim Einbau fast kein Platz mehr zwischen geöffnetem Fenster und Fensterbrett. Wir dachten eig. das sich die Bretter durch den Einbau mit Bauschaum und den eingeputzten Enden nichtsmehr verziehen kann.

Hat jemand einen Tipp wie und ob ich die Bretter wieder in den Ursprungszustand zurück bekomme?
Evtl. hat auch jemand Erfahrung im Einbau und eine Idee was ich falsch gemacht haben könnte.

Viele Grüße,
Matthias



Teil 2


Teil 2

Hier ein weiteres Bild



Weiter geht es


Weiter geht es

Und zu guter Letzt ein drittes



Holz ist stark



Lieber Matthias,
es gibt einen alten Spruch der sagt "Das Einzige was in einer Tischlerei IMMER arbeitet ist das Holz". Was anderes macht es auch bei dir nicht. Deine relativ flach liegenden Jahrringe und dünnen aber dafür breiten Brettchen die da zusammengeleimt wurden, reagieren heute und für alle Zeit relativ stark auf Feuchtigkeitsschwankungen. Da wird keine Zwinge und kein Bauschaum helfen (wobei der da sowieso nix zu suchen hat).
Die werden für eine gwisse Zeit ind en Ursprungszustand, wenn die die Ursprungsfeuchte wieder haben. Aber ich vermute, angesichts schwankender Feuchtigkeiten an der Stelle, werden die Bretter, so wie die sind, immer schüsslen.
Es gibt zwei Möglichkeiten die ich sehe - rausreißen neu machen oder akzeptieren das die machen was die Natur ihnen an Eigenschaften mitgegeben hat.

Viel Vergnügen weiterhin mit dem Fachwerk - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



andere Optionen Fensterbänke, Wie könnte es funktionieren?



Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Gerne würde ich vermeiden die Bretter wieder herauszureißen, da ich befürchte ein neues Verputzen wird an den alten Anschlussstellen des Putzes auffallen.
Welche andere Möglichkeit als Bauschaum würde es geben? Man sieht öfters mal in anderen Häusern eingeputzte Fensterbretter, bei denen kein Verzug festzustellen ist. Wie könnte der Einbau dirt erfolgt sein bzw. was wurde hier besser gemacht?

Diese extreme Wölbung ist irgendwie seltsam.

Für den Fall ich reiße diese heraus, haben Sie Vorschläge welche Fensterbänke optisch zu einem alten Haus passen würden? Einfach glatt geschliffene Granitplatten finden wir persönlich nicht allzu ansprechend und spiegeln den Charakter des Hauses nicht wieder.

VG
Matthias



Das Holz



Holz funktioniert gut. Erst recht Eiche. Aber möglichst stehende Jahrringe verwenden und schmalere Lamellen verwenden, die fachgerecht verleimt sind damit sich die Verformungen aufheben.
Bauschaum funktioniert gar nicht - er wird dauerhaft abreißen vom Holz.
Fensterbänke werden im dazugehörigen Falz im Fensterrahmen befestigt. In unserer Gegend geht das gar nicht anders weil wir die Rahmen innen vor die Balken setzen.
In einigen Gebieten und Einbausituationen werden Fenster ins Lichte gestellt. Hier kann man auch die Innenfensterbank auf den Brüstungsriegel auflegen udn an diesem befestigen.
Bei gemauerten Gebäuden können diese natürlich auch auf der Brüstung mit Montagekleber befestigt werden, nachdem ich die Luftdichtigkeit am Fenster sichergestellt habe.

P.S. die Verformung von Holz ist nicht "seltsam" sondern ganz normal. Je größer die Feuchteschwankung desto größer die Verformung. Das kannst du dem Holz auch nicht austreiben. Das ist ein Naturgesetzt. Nur Trump und Co. können versuchen sowas nicht zu akzeptieren. :-)



Wandverputz



die Wände scheinen dem Foto nach noch nicht mit Farbe ( welche auch immer, ich empfehle Kalkanstrich) behandelt worden sein. Nach dem Rausspitzen der alten Fensterbänke wie von Herrn Mattonet empfohlen wieder einbauen, ein versierter Putzer, vorzugsweise der, der den Wandverputz hergestellt hat, sollte mit dem gleichen Material einen ordentlichen Anschluss wieder hinkriegen, nach dem Streichen ist da nichts mehr zu sehen.
Du fragst, was bei anderen Häusern anders gemacht wurde ? Wir haben:
- die Bretter in einer Tischlerei vom Fachmann aus Kiefernstäben herstellen lassen ( 30 mm stark) und dies bereits vor dem Fensteraufmaß so festgelegt, also gut auch im Detail geplant
- sie ausreichend gegen schnelle Feuchteaufnahme durch mehrmaligen Leinölanstrich geschützt
- beim Wandverputz Dummyleisten eingelegt und die Fensterbretter erst nach der Putztrocknung eingebaut und beigeputzt. Zu sehen war nach dem Kalkanstrich nichts mehr und wenn, hätte es uns nicht sonderlich gestört, weil marginal.



Eingebaut lassen...



...sollten Sie die Brettchen nicht. Es sieht erbärmlich aus und wird nicht besser werden, höchstens anders... Es würde ja noch ein schönes Vogelhaus daraus werden können.

Die Bretter sind vom Grunde her ungeeignet, weil zu dünn. Ob Sie je die richtige Einbaufeuchte hatten? Jetzt jedenfalls ist ein massiver Verzug durch Baufeuchte von unten (nicht von der Sonne von oben!) gegeben.

Also, nehmen Sie die Bretter besser wieder heraus. Sorgen Sie für ein geeignetes Bauklima (trockner Putz, Normale Luftfeuchte, funktionierende Heizung).

Die neuen Bretter sollten nicht dünner als 24mm sein, eine bessere Holzauswahl mehr aus der Stammmitte schadet nicht. Holzfeuchte um 10%. Früher war man sich schon bewusst, daß die Einbaulage etwas kritisch ist, weil einseitig auf der Wand aufliegend. Oft wurden unterseits Leisten zur Stabilisierung eingegratet, oder Hirnleisten montiert. Das wären also Aufgaben für den Tischler.

Ich habe darauf verzichtet. Montiert habe ich 24mm starke Bretter, in den unteren Fensterfalz eingeschoben. Die Bretter waren sichtseitig oberflächenfertig lackiert mit einem Öllack aus dem Fußbodenbereich namens Bonaseal (wusste ich 1996 nicht besser). Umlaufend habe ich eine stärkere Baufolie straff befestigt um die Feuchtigkeitsaufnahme unten und seitlich zu verhindern und die Oberseite während des Putzens zu schützen (würde ich wieder so machen). In den seitlichen Wandschlitzen habe ich die Fensterbank in Waage verkeilt und ca. die äußersten 5cm mit Bauschaum ausgeschäumt. An dieser Stelle fällt mir auch heute noch kein anderes vollständig abdichtendes Material ein. Letztlich hatte ich unter der Fensterbank eine Fuge von vielleicht 2cm Höhe auszuffüllen. Den Rest der Fuge von vielleicht 30cm Tiefe habe ich mit Putz ausgestopft, dann unterseitig fertigverputzt und auch seitlich bis auf die Keile, die habe ich erst eine Woche später entfernt und dann beigeputzt. Ganz zum Schluss wird die Baufolie knapp unter wandbündig abgeschnitten. Würde ich heute wieder so machen. Auch wenn der Eine oder Andere des Bauschaumes wegen in die Schnappatmung verfällt, für diese Stelle ist er gut geeignet.

Die Bretters sind alle gerade geblieben.

Grüße

Thomas



Stopfhanf und Kalkputz



würde den Bauschaum durchaus winddicht ersetzen können, liebster Thomas. Es geht doch nicht drum, hier aus idiologischen Gründen den Bauschaum zu verteufeln: da das Fenster aber nun mal der bauphysikalisch kälteste Ort in der Wand sein sollte, kommt es hier eher zu Kondensation.

Lothar Janssen-Greef hat auf YT ein schönes Video zum Einmauern von Fenstern mit Stopfhanf und Kalkputz verfasst. Sehr sehenswert!

Was die Stärke betrifft, stimmt es natürlich, sollte man eher nicht schüsselndes und dickeres Kernholz wählen. Gern Eiche oder Esche.



Nun,



an eine klimatisch schwierige Stelle, die ich nicht einsehen kann, wo ich mit den Fingern nicht hinkomme...da stopfe ich kein organisches Material hin. Ich kann ja nicht 'mal sehen, ob ich überall vollständig und gleichmäßig dicht verstopft habe. zudem: Auch Stopfhanf kann verrotten. Es gibt ein paar gute Einsatzmöglichkeiten für Stopfhanf; aber nicht unbedingt hier.

Ideologie? Es stürzen sowieso schon zuviele durchgedrehte hauptberufliche und Freizeitideologen jeglicher Glaubensrichtung über den Acker. Vielleicht wenigstens nicht hier?

Mit fehlt jeglicher sachliche Grund, Bauschaum an dieser Stelle NICHT einzusetzen. Die Vorteile jedoch liegen auf der Hand.

Zu einer Kondensation wird es am ehesten da kommen, wo der Versuch des winddichten Arbeitens trotz youtube misslang. Und genau dort platziere ich dann organisches Material. Das kann zu einer unfreiwilligen Biotopneuschöpfung führen. Bauschaum hingegen findet, besonders auf vorgenässtem Untergrund, selbst die Fugenfortsetzungen, die ich gar nicht sehe. Er ist in sich sich dicht und presst gegen alle Begrenzungen. An der eingebauten Stelle ist er nicht der Verwitterung ausgesetzt und wird somit auf lange Zeit beständig sein.

Es empfielt sich im Übrigen, nach oben in die Fensterlaibung abzuspreizen, damit der Bauschaum das Brett nicht hochdrückt.

Grüße

Thomas

P.S. Was soll "liebster Thomas"? Ist das die eskalatorische Vorstufe zum "Depp" (Motivation Mitleid) oder eine aus dem Ruder gelaufene Respektbekundung? Beides wäre unangebracht.



Oh Mann, Du hast Probleme....



Es sollte lediglich verständlich machen, das es sehr wohl Alternativen zum Bauschaum gibt. Deine Auffassung in allen Ehren,- ich halte sie für ziemlich dämlich und sachlich einfach falsch! Natürlich kann es sein, dass Du an geschützter trockener Stelle bisher Glück hattest mit Deinem heiligen Baumschaum. Und sorry, NEIN: ich werde keine weitere Antwort Deinerseits zu dieser Thematik zur Kenntnis nehmen. Dann auch noch die beledigte Leberwurst zu spielen....



Hallo Frank,



ganz sicher fehlt es Dir an Stil, vermutlich auch an Praxis. Eine fachliche Diskussion willst Du nicht führen. Du bist hier genau das, was Du mir unterstellst: unsachlich. Hätte ich je Bauschaum seeliggesprochen? Ich stehe diesem Material, je nach Anwendung, durchaus kritisch gegenüber. In der geschilderten konkreten Situation halte ich dieses Material jedoch für angebracht. Ein Hinweis auf einen bei youtube unter "Video-Helden" zu findenden Kollegen ist kein Argument.

Du unterstellst mir, Probleme zu haben und die beleidigte Leberwurst zu geben. Du sprichst in Wirklichkeit von Dir selbst. Ich habe Dich zurechtgewiesen, weil ich mich nicht von einem Frank Nobody (du bist hier anonym unterwegs) mit "liebster Thomas" ansprechen lassen will. Das steht Dir nicht zu.

Beleidigt? Ich habe Dich nicht beleidigt. Du aber gibtst dich hochgradig madig:

"Und sorry, NEIN: ich werde keine weitere Antwort Deinerseits zu dieser Thematik zur Kenntnis nehmen"

Ich finde Dich lächerlich und hoffe, Du erfüllst Dein Versprechen zumindest insofern, daß Du hier nix weiteres in dieser Preisklasse ablässt. Das ist offenbar das falsche Medium für Dich. Falls Du weitere Fragen oder Beschuldigungen auf Lager hast, ich bin auch telefonisch erreichbar.

Einen schönen Sonntag gehabt zu haben wünscht

Thomas



@TWB



Du schreibst:

„An eine klimatisch schwierige Stelle, die ich nicht einsehen kann, wo ich mit den Fingern nicht hinkomme...da stopfe ich kein organisches Material hin“

Wäre es dann nicht die logische Konsequenz auch auf die organische (Holz) Fensterbank zu verzichten und hier anorganisches Material einzubauen?



Gute Frage...



aber: Die Fensterbänke selbst wurden nicht nur allerhäufigst tatsächlich aus Holz gemacht, sie sind auch nicht direkt von der Gefahr der Kondensfeuchte betroffen.

Der Thread geht um die Abdichtung des Raumes darunter. Kann sich da kein Kondensat bilden (und ist auch kein Bauwasser vorhanden), feuchten weder Fensterbank noch der Wandstumpf auf.

Grüße

Thomas

P.S. Auf steinernen "Fensterbrettern" siechen leider die meisten Zimmerpflanzen dahin...



Holzfensterbank



Ich würde aus dem Bauch heraus den Verzug erstmal der Holzqualität in die Schuhe schieben. Wie Thomas schon erwähnte, waren Holzfensterbänke völlig üblich. Ebenso üblich war es, sie einzuputzen. Wäre dieser Arbeitsschritt grundsätzlich ein Problem, hätte man es nicht über Jahrhunderte gemacht oder aber kein Holz für Fensterbänke benutzt.

Der Umstand, dass Matthias schon Probleme mit Verzug hatte, bevor er die Fensterbänke eingeputzt hat, ist eigentlich schon ein deutliches Indiz. Das wäre mit einem besseren Schnitt (stehende Jahresringe) wahrscheinlich nicht so stark passiert. Darüber hinaus dürften moderne Trocknungsverfahren auch noch einen negativen Einfluss haben. Ich würde daher gar nicht so viel Wert auf die Frage legen, ob hier Bauschaum oder Stopfhanf angebrachter ist, sondern einfach qualitativeres Holz besorgen.

Viele Grüße
Tilman

PS: Wir haben im ganzen Haus Holzfensterbänke, die allesamt nicht verzogen waren, obwohl sie teilweise am hinteren Ende vor dem Fensterrahmen aufgrund des Kondenswasseranfalls in den letzten 100 Jahren schon halb verrotet waren. Alles, was ich an Holz ersetzen musste, ist ausgewählte Qualität und jahrzehntelang abgelagert. Auch hier habe ich beim Einputzen bisher keinerlei Probleme gehabt.