Verwirrung bei dem Thema "Wandsanierung "

22.06.2014



nachdem ich inzwischen reichhaltige Informationen gesammelt habe ,habe ich doch leider keinen konkreten Plan, wie wir unsere Lehmwände am besten sanieren . Wir leben in einem Backsteinhaus von 1920 , das zweischalig gemauert wurde. Außenwand: Backstein 24cm, Luftschicht ca 10cm , Innenwand aus Lehmsteinen 12cm ,Lehmputz.
Bei der Sanierung bzw. Neunutzung eines Raumes als Küche stellt sich die Frage , wie Wandflächen am besten saniert werden sollten. Bringe ich einen Kalkputz oder einen Lehmputz auf ? Streiche ich dann mit Kalkfarbe, mit Kaseinfarbe oder mit Lehmfarbe ?
Die Lehmwände sind mit Lehm verputzt bis auf einige Stellen, die mal mit Zementputz ausgebessert wurden. Nach dem Freilegen der Flächen(alle Schichten Tapeten entfernen) haben sich auf einem sehr festen Untergrund (welche Farbe ?) Wandmalereien gezeigt, die allerdings nicht sehr wischfest sind . Die Oberflächen sind auf weiter Strecke beschädigt , ca 3-5mm tief vermutlich von einem Spachtel .
Mir ist nicht klar. Wir würden am liebsten im Ergebnis eine gestrichene verputzte Wand haben, wenn das aber zu aufwändig oder mit zu großen Nachteilen verbunden ist, auch eine gestrichene Raufasertapete akzeptieren.
Ich bin sehr dankbar für alle Gedanken, Beurteilungen und Vorschläge zu diesem Projekt



Innenwand



Der Wandaufbau den Sie da beschreiben klingt für das Baujahr 1920 sehr ungewöhnlich. 24 cm Wandstärke empfand man damals als ausreichend für ein- und zweigeschossige Gebäude. Vormauerungen hatten einen Luftspalt von 2-5 cm; 10 cm finden sich höchstens im Gründungsbereich von Häusern Mitte bis Ende des 19.Jahrhunderts. Ihre Außenwand müsste eine Dicke von ca. 50 cm aufweisen.Die Verbindung Lehmwand- Ziegelwand wäre problematisch in der Ausführung.
Zum Putz: den vorhandenen Lehmputz freilegen, ausbessern, mit Lehmfeinputz überarbeiten, Bei Bedarf mit Lehmfarbe streichen.



Lehmwand



Vielen Dank für die Anmerkung und den Tipp. Der Wandaufbau scheint wirklich nicht geläufig, ist aber dennoch Tatsache, das Haus wurde genau 1922 gebaut, der Luftzwischenraum ist etwa 10-12cm ,die gesamte Wandstärke beträgt tatsächlich etwa 50cm . Auch das Feldsteinfundament macht nicht den Eindruck, daß es nachträglich verbreitert worden wäre, um nachträglich die Innenwand aus Lehm davor zu bauen. Inwiefern ist die Kombination Lehmwand /Backstein problematisch ? Sie raten, den vorhandenen Lehmputz frei zu legen- bedeuten das, daß der alte Farbauftrag auch entfernt werden soll ? Die Oberfläche macht einen abriebfesten , sehr strapazierfähigen Eindruck . Kann ich da den feinen Lehmputz aufbringen ? Gibt es denn auch Lehmfarbe in hellen Tönen , auch weiß ??



Wandflächen



Farbe muss runter, ebenso Leimreste und Tapete.
Dann können Sie den Putz nachbessern.
Etwas anderes wäre neu zu verputzen, das bedeutet den vorhandenen Putz(mit allem was drauf ist) abschlagen und dann einen neuen Putz auftragen. Die Art des Putzes spielt dabei erst mal keine Rolle. In der Küche gehen sowohl Lehm- als auch Kalk- bzw. Kalkgipsputz. An der Außenwand würde ich Kalkputz PI nehemen, an den restlichen Wänden Lehmputz.
Zur Wand:
Beide Wandschalen müssen miteinander verankert werden. Das macht man mit Durchbindern, Ziegel die in beiden Schichten stecken. Da ein Ziegel von damals nur 25 cm lang ist bleiben zur Verankerung beidseitig nur 6,5 cm. Das ist in den relativ weichen Lehmziegeln sehr wenig um Halt zu geben.



Lehmputz ausbessern.............



vielen Dank für die Informationen. Die Verbindung zwischen den beiden Schalen wurde nicht mit hilfe von Steinen sondern mittels Draht(ca 5-6mm) vorgenommen.

Zu dem Lehmputz: WQie ich bereits beschriebenhatte, ist die Oberfläche des unbeschädigten Lehmputzes sehr strapazierfähig , dicht und die aufgebrachte Farbe nicht abwaschbar.Wenn wir die Farbe also - wie Sie empfehlen - entfernen wollten, könnte das also nur auf mechanschem Wege stattfinden, d.h. abschlagen !



Innenputz



Dann ist das kein Lehmputz, Lehm wird weich wenn er nass wird.



Wer weiß....



....ob es ein lehmputz ist?
Haben Sie selbst diese Erkenntnis gefasst oder haben Sie da Anregungen erhalten.
Zu tiefgründigeren Ratschlägen, sollte man sich mal telefonieren und systematisch abfragen.

Egal was Sie auf ihrer wand nun vorfinden, soweit die Flächen fest am Untergrund haften, kann man diese auch problemlos gut mit Lehmfeinputzaufträgen neu herrichten und gestalten.



ich weiß.....



... daß es Lehmputz ist ! An den Stellen,wo die Oberfläche beschädigt ist, habe ich schon Putzversuche gemacht und einige Schlitze für Elektrokabel hergestellt , und diese wiederum aufgefüllt mit Lehm aus den alten Lehmsteinen aus diesem Haus. Lediglich die Oberfläche hat mich etwas irritiert, da sie nicht einfach abwischbar ist. Nun habe ich aber festgestellt, daß mit etwas Wasser die Farbe schon verwischt werden kann. ich vermnute , daß es eine Kalkfarbmischung ist. Mit einer Feinlehmmischung habe ich schon kleinere Flächen geputzt . Diese Stellen sind erstaunlich fest geworden und ich habe gehofft, daß ich den gesamten Raum damit sanieren kann . Ist zwar eine Fleißarbeit , wenn man keine Übung darin hat, aber es scheint ein gutes Ergebnis zu werden



Lehmputz



"...Zu dem Lehmputz: WQie ich bereits beschriebenhatte, ist die Oberfläche des unbeschädigten Lehmputzes sehr strapazierfähig , dicht und die aufgebrachte Farbe nicht abwaschbar."
"...Nun habe ich aber festgestellt, daß mit etwas Wasser die Farbe schon verwischt werden kann. "

Ja was denn nun?