Verwirrt!... Pellethzg. oder Ölbrennwert




Hallo Zusammen.

Da der Schornsteinfeger mir mitgeteilt hat das meine Ölheizung nun in der nächsten Saison ihr Alter von 30 erreicht hat und das Gesetz es so will das ich diese dann austauschen muss bin ich am Nachforschen was das effektivste und sinnvollste ist.
ist ja am Ende klar das jeder Betrieb sein Favorit an den Mann bringen möchte und somit am Ende jeder was anderes erzählt....
da ich in einem Haus von 1901 wohne (Dach frisch gedämmt 180mm, Fassade wird gedämmt mit 80 Mineraldämmung) schätzte eine Beraterin den KW Wert am Ende auf 70 kw/qm. komischer Weise lese ich immer etwas von 100-150 kw bei Altbauten. Fragezeichen...
Wir möchten im Haupthaus 100 qm Ersgeschoß mit FBH und 80 qm Dach konventionelle Hzg. sowie ausgebautes Dach im Nebengebäude 90-100 qm (konventionell) beheizen. Zusätzlich Warmwasserversorgung. Gebäude stehen 4 Meter auseinander.
Platz für Pelletlager ist reichlich vorhanden.
Geplant wäre evtl. Solarthermie 12 qm, (Kamin wasserführend- Kostenabhängig),WW-Zirkulation, Pufferspeicher 1000l sowie eine 20 KW Heizungsanlage.
Habe bisher noch kein konkretes Angebot, nur den hinweiß das das Umrüsten auf eine Ölbrennwerthzg. günstiger ist als Pellet...
Aber wie siehts in 5-10 Jahren aus? ......

Interessant für mich ist die Firma Solaren, hat dort jemand Erfahrungen mit?
Genauso mit MyTherm, die verkaufen Bruns Pelletheizungen....

Wäre echt klasse wenn ihr mir die Versiertheit ein wenig eindämmen könntet.

Vielen Dank
Stefan



Heizung



So wie ich das interpretiere haben Sie schon eine funktionierende Zentralheizung mit Warmwasserbereitung auf Heizölbasis. Das heißt Tankanlage, Heizkörper, Heizleitungen, Warmwasserversorgung, Heizungsraum, alles ist vorhanden.
Warum tauschen Sie nicht einfach den alten Wärmeerzeuger gegen ein neues Brennwertgerät auf Ölbasis und den alten Speicher gegen einen neuen Schichtladespeicher aus?
Alles andere kann bleiben, eventuell noch eine neue Schornsteinverrohrung.
Wenn Ihnen das zu einfach erscheint und Sie noch Geld übrig haben dann leisten Sie sich noch ein paar Sonnenkollektoren für die WW- Bereitung im Sommer.



Heizsystem und Dämmung



Wenn Erdgas verfügbar ist sollte es auch in Betracht gezogen werden-
im Allgemeinen günstiger -auch die Anlage-, umweltfreundlicher, bessere Brennwertausnutzung, geringere Servicekosten beim Brenner.

Pelletheizung ist ökologisch günstiger und um wegzukommen von importierten Energieträgern mit politischen Abhängigkeiten.

Wenn ein entsprechendes Grundstück existiert kann Erdwärme überlegt werden zB mit Grabenkollektor (siehe 'Energiesparhaus' und 'Haustechnikdialog' unter Stichwort 'Grabenkollektor'.

Dabei dann Fotovoltaikanlage installieren- die Kosten werden immer günstiger und die Energie ist vielseitiger verwendbar als nur Warmwasser-
große Speicher sind nur sinnvoll bei hohem WW-Bedarf durch viele Bewohner.
Zirkuläre qtung nach Möglichkeit vermeiden durch kurze Leitungswege.

Wenn nicht Platzmangel dies bedingt mehr als 80 mm Außendämmung vorsehen- die Kosten sind nicht viel höher, da Kosten für Montage, Putz etc gleich bleiben und nur etwas mehr Kosten für den Dämmstoff anfallen.

Werden die Fenster auch erneuert?

Zuerst die komplette Dämmung, Sanierung etc vornehmen bzw den Energiebedarf berechnen und abhängig von diesem Wert die Größe und Art der Heizungsanlage festlegen und diese nicht überdimensionieren.

Andreas Teich



Heizung



Ich habe mich schon gewundert das Sie bisher nichts zur weiteren Verwirrung des Fragestellers beigetragen haben, Herr Teich. Das hat sich jetzt wohl erledigt. Anzumerken von mir noch die Luftwärmepumpe die Sie vergessen haben zu erwähnen, dazu noch Geothermie und eine Nukleonenbatterie. Erzeugt Strom, wärmt das Haus, läuft Jahrzehnte ohne Brennstoff nachzufüllen.



Heizungssystem



Schön dass ich nicht enttäuscht habe...

Luftwärmepumpe würde ich kaum vorschlagen (wobei die auch langsam besser werden), auf Island Geothermie (und die Nukleonenbatterie kommt dann vielleicht auch noch, wenn ein findiger Ingenieur so etwas erfindet)

Bei guter Wärmedämmung und Flächenheizsystemen ist Erdwärme in Verbindung mit Photovoltaik ein völlig problemloses, wirtschaftliches und zuverlässiges System.
Die Möglichkeiten und Bedingungen müssen natürlich gegeben sein.

Am besten Erfahrungsberichte in den gen. Foren lesen.

Es ist sicher sinnvoll alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Wir haben schon lange eine Pelletheizung, die auch gut funktioniert-trotzdem viel mehr Arbeit macht und nach kompletter Sanierung überdimensioniert ist und teuer in der Anschaffung war-
bei heutigem Kenntnisstand und Bedingungen würde ich mich wohl für Erdwärme und Photovoltaik entschieden haben (mit E-Auto)

Andreas Teich



Solarthermie



Sicher haben Sie die Amortisation Ihrer 12qm Solarthermieanlage bereits kritisch (nicht schöngerechnet) ausgerechnet?



Heizung



Ich ergänze noch den Beitrag von Herrn Teich:
Preise bzw. Angebote vergleichen.
Das kann zu einer Entwirrung führen wenn Sie erfahren was eine Pelletheizung samt Pelletlager, Schornstein, Einschleifen in die vorhandene Verteilung... sowie das Abbrechen und Entsorgen der vorhandenen Öltanks und der alten Anlage im Verhältnis zu einer neuen Anlage samt Speichereinheit kostet.

Wie es in 4 oder 5 Jahren aussieht:
Falls Sie glauben das Pellets nicht im Preis steigen werden wäre das sehr naiv. Der Preis von Energieträgern wird sich immer nach den Ölpreisen richten, wenn das teurer wird steigen auch die Pelletpreise. Nicht nur weil die Hersteller verdienen wollen sondern weil zur Herstellung von Pellets eine ganze Menge fossiler Energie zum Einsatz kommt. Die Dinger wachsen nicht auf Bäumen.
Unabhängig davon wird es eine stetige Preissteigerung geben denn der eingesetzte Rohstoff der früher mal ungewünschter Abfall in der Holzindustrie war ist mittlerweile ein begehrter Rohstoff geworden. Ein Freund von mir kauft europaweit Holzabfälle/Schwachholz und beliefert damit Kraftwerke. Der Markt ist dort sehr eng geworden; ein stetig steigender Verbrauch steht einem stagnierenden Angebot gegenüber. Man kann die Wälder nicht unbegrenzt abholzen. Es werden mehr und mehr Plantagen aufgebaut die Biomasse wie schnellwachsende Weichhölzer und zelluloseproduzierende Pflanzen liefern sollen; der Rohstoffbedarf wächst durch neue Märkte rasant. Vor 20 Jahren haben Dämmstoffe aus Holzfasern noch keine Rolle gespielt, das ändert sich zusehens.
All das wirkt sich auf die rasant steigenden Preise aus. Rechnen Sie also damit das die Pelletpreise schneller steigen werden als die Ölpreise.
Die schwindende Einsparung am Energieträgerpreis Pellets/Öl
(gibt es den überhaupt?) wird also ins Verhältnis zum Anschaffungs- und Unterhaltungspreis der Heizungsanlage zu setzen sein.
Rechnen Sie das auf einen Lebenszyklus von 30 Jahren dann wissen Sie welche Anschaffung sich lohnt.
Gas ist natürlich eine Alternative, bedeutet aber das ein Gasanschluß vorhanden sein muss. Wenn nicht dann kostet der Geld, das kann richtig heftig werden.
Ob Gas, Flüssiggas oder ÖL- an der Heizungsanlage ändert sich da nicht viel. Eine wandhängende Brennwerttherme, daneben oder darunter ein Schichtladespeicher, ein Abluftschornstein.



Heizungssystem



Gerade weil niemand zB politische Wirren etc vorhersagen kann ist Holz eher unproblematisch-zumindest wächst immer noch mehr nach als verbraucht wird und Pellets lassen sich aus allen möglichen brennbaren Materialien anfertigen -notfalls selbst mit kleinen Pelletpressen, mit denen man auch die Nachbarn beliefern könnte.
Momentan haben Pelletlkesselhersteller wohl eher Absatzschwierigkeiten aufgrund zu günstiger Ölpreise, die vor ein paar Jahren auch niemand erwartet hätte.
Ich denke sehr gute Dämmung, Erdwärme und Photovoltaik werden wohl längerfristig das günstigste System sein- auch weil Strom für den Haushalt oder das Auto verwendbar ist und nicht nur fürs Warmwasser sorgt.

Am besten die Varianten kosten- und aufwandsmäßig gegenüberstellen und bei den Technikforen nach Erfahrungen fragen- es gibt mittlerweile genügend, die in Eigenarbeit Grabenkollektoren zu sehr günstigen Preisen verlegt haben, sofern ein Garten in entsprechender Größe zur Verfügung steht- sonst muß gebohrt werden.

Voraussetzung ist immer eine sehr gute Wärmedämmung und Flächenheizsysteme, um niedrige Vorlauftemperaturen zu ermöglichen.

Andreas Teich



Heizung



Jetzt sind Sie schon beim Herstellen kleiner wahrscheinlich handbetriebener Pelletpressen, Herr Teich.
Merken Sie überhaupt noch was Sie da verzapfen?



Pelletheizung



Das ist keine Empfehlung dafür, die wurden angeboten und funktionieren.
Ohnehin nur für den seltenen Fall gedacht, dass Pellets nicht erhältlich sein sollten oder jemand Selbstversorgung betreiben will.
Statt Fitnessstudio ist natürlich Handbetrieb möglich oder ggf der heimische Esel..(ich habe noch keine für Handbetrieb gesehen)

Genau lesen hilft.
Die Empfehlung gilt für sehr gute Dämmung und dann Beurteilung verschiedener Heizsysteme.

Andreas Teich



Holz für Pellets



dass mehr nachwächst als verbraucht wird, halte ich für einen Witz - Herr Teich, wo haben Sie denn diese Info her. Ich glaube, dass es in anderen Teilen Europas (z.B. Polen) und des Balkans ganz enormen Raubbau mit Schwarzfällungen gibt, um den deutschen Pellet- und Heizholzhunger zu stillen.Erst kürzlich kam ein Beitrag auf arte oder Phoenix dazu. Als Hilfe zum Einlesen: https://www.2030report.de/sites/default/files/bericht2030/Kapitel_2-18-1_Maraz-Holz.pdf



Pelletnutzung



Das geht jetzt etwas vom Thema weg, trotzdem
Zumindest in Österreich gibt's erheblich mehr Zuwachs als Abholzung-in den letzten 50 Jahren 300.000 ha mehr Wald.
Ca 50 % Österreichs sind von Wald bedeckt (Je Einwohner etwa 5000m2)

In Deutschland nähert sich momentan der 'verwertbare' Zuwachs der Nutzung an- ingesamt also ein schon Zuwachs, aber nicht verwertbar.

Speziell bei unseren östlichen Nachbarn sieht sicher anders aus- ich habe auch die Sendungen über Korruption, illegale Abholzung, Pelletimporte aus Kanade etc gesehen.
Eben auch deshalb Photovoltaik und Erdwärme wenn möglich

Andreas Teich



strom, wärme etc



sofern ich mich da im letzten halben jahr nicht falsch informiert habe, kann man mit einer grossen voltaik(mit grosser pufferakku-anlage), einer Wärmepumpe und für strengen frost unterstützung für diese zb über Erdwärme oder gastherme, gut wegkommen.
interessant dabei sind, wenn erdwärme mnicht so gut funktioniert(zb wegen hohem grundwasser) in meinen augen diese derzeit langsam in den markt kommenden brennstoffzellen-geräte, welche auch Strom erzeugen können.
natürlich ist das nur meine meinung als gemeiner elktriker der sich für ein eventuell mögliches projekt(ein haus und Scheune wiederaufbauen) etwas umgehört/gesehen hat.

ob nun Holz schlecht gewirtschaftet wird und somit pellets etc teuerer werden, oder das öl zuende geht und das teurer wird, kommt auf's selbe raus, für den endverbraucher, aber, holz könnte man entsprechend mehr anbauen und damit die situation verbessern, bei öl wenns wirklich alle geht ist das kaum so gut möglich :-)

auch das ist natürlich ehr meine laienhaftere sicht ;-)

mfg
r.busch



Erdwärme



Die funktioniert auch bei hohem Grundwasserstand.
Wenn du Platz im Garten hast ist ein Grabenkollektor überlegenswert.
Nach der Rohrverlegung kann sofort der Graben während des Verlegens wieder zugeschüttet werden.

Wenn du ohnehin Eektriker bist kannst du eh bei der Photovoltaikanlage vieles selbst machen
.
Ich werde auch demnächst 10 und 5 Kwp Anlagen bauen.

Andreas Teich



Erdwärme



Die funktioniert auch bei hohem Grundwasserstand.
Wenn du Platz im Garten hast ist ein Grabenkollektor überlegenswert.
Nach der Rohrverlegung kann sofort der Graben während des Verlegens wieder zugeschüttet werden.

Wenn du ohnehin Eektriker bist kannst du eh bei der Photovoltaikanlage vieles selbst machen
.
Ich werde auch bis zum Sommer eine 10 und eine 5 Kwp Anlage montieren.

Andreas Teich



Heizen



Lieber r.busch,
Sie wollen also eine große Photovoltaikanlage mit Pufferbatterie und als Ergänzung wenns mal richtig kalt wird eine Erdwärmepumpe bzw. eine Gasbrennwerttherme bauen.
Warum ein Heizungssystem wenn zwei auch reichen.
Ein gemeiner Elektriker muß aber ordentlich Geld verdienen um sich das leisten zu können.
Dazu noch ein Vorschlag von mir:
Mit dem Strom aus den Pufferakkus können Sie eine Elektrolyseanlage betreiben und Wasser spalten. Mit dem Wasserstoff können Sie dann Brennstoffzellen betreiben, mit dem Strom dann die Pufferakkus aufladen...
Habt Ihr alle schon mal was vom Prinzip KISS gehört?

Ich erklärs sicherheitshalber:
Keep
It
Simple
Stupid





bleibt eigentlich nur die Frage, was der Fragesteller Stephan in seinem ersten Satz wirklich gemeint hat mit
"das effektivste und sinnvollste"

gehts um Geld, um ÖKO, um kWh, um Planungssicherheit .... ?

wenn's tatsächlich um nur 70 kw/qm im Jahr geht, dürften die Investitionskosten bei dieser Betrachtung wesentlich stärker in's Gewicht fallen, als die Verbrauchskosten.
Nur wenn der Verbrauch hoch ist, wären hohe Investitionskosten für dieses Sammelsurium an Energiequellen gerechtfertigt.

Die Vergangenheit lehrt: die Energiequellen werden auf einem Markt gehandelt, das gilt auch für Fotovoltaik.

wenn die Referenzenergiequelle (Öl) billiger wird, werden alle anderen folgen und umgekehrt.