Erstbehandlung Massivholzdiele Nussbaum

25.02.2009



Hallo,

ich möchte im Küchenbereich eine Massivholzdiele (Diamant Nussbaum) verlegen.
Was muss ich nach der Verlegung beachten?
Das Holz ist roh. Sicher ist ein erster Feinschliff erforderlich.
Wie behandle ich die Oberfläche danach? Hartwachsöl- oder nur Öl... oder gibt es bessere "Nahrung" für das Holz?
Die Oberfläche sollte seidenglänzend werden.
Wie und mit welchen Mitteln Pflege ich dann den Boden?
Ich bin für jeden guten Rat sehr dankbar.



Fußboden



Löle...

ich würde nur mit einem Hartöl Ölen (Narural, Kreidezeit, Auro, usw,)

als Bodenwischpflege kann ich die Carnaubawachsemulsion von Kreidezeit empfehlen

Gruß Lacerta



natürliche und haltbare Oberflächensysteme



gibts z.B. von Biofa.
Reine Hartöle sind meist einfach zu verarbeiten, enthalten jedoch meist noch natürliche Lösemittel (Zitrusöl)
Hartwachsöle lassen sich mit der Rolle auftragen und sind für den Laien mit am einfachsten aufzutragen und enthalten keine oder wenig Zitrusöle
Parkettöl Spezial - gibt die beste Oberfläche - muss aber mit einer Maschine eauspoliert werden
Die brauchst Du auch zum Schleifen grob anfangen und langsam feiner werden - ist für ungeübte schwierig.
Gunther





Hallo Marco Bigale,

erst mal ist ein ordentlicher Schleifaufbau nötig. Der Endschliff sollte wenigstens 180er Korn, bzw. 120er Schleifgitter sein. Die Abstufungen der Körnungen bis dahin dürfen nicht zu hoch ausfallen.

Dann das Holz mit Öl sättigen. Wir verwenden dafür das Parkettöl - Fußbodenöl.

Danach den Überstand abnehmen.

Nach 24 Stunden kann man noch einen Feinschliff vornehmen und Öl oder Pflegewachsöl noch einmal dünn aufpolieren.

Für einen Seidenglanz benötigst Du eine Füllung der Holzporen. Entweder nach dem Ölen o.g. Pflegewachsöl oder aber ein leicht schichtbildendes Öl mit Naturharzen - bei uns das Finish-Öl verwenden.

Die Pflege sollte mit einem Reiniger erfolgen, der wenig Seifenanteil und viel nachpflegende Stoffe enthält. Wir verwenden da den Spezialreiniger.

Nähere Infos kann ich dir gerne zuschicken.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



@ Gunther



"Reine Hartöle sind meist einfach zu verarbeiten, enthalten jedoch meist noch natürliche lösemittel (Zitrusöl)
Hartwachsöle lassen sich mit der Rolle auftragen und sind für den Laien mit am einfachsten aufzutragen und enthalten keine oder wenig Zitrusöle"

Wieso Hartwachsöle weniger Lösemittel enthalten bzw. enthalten können, als Hartöle, erschließt sich mir nicht. Da das Wachs auch gelöst werden muß, ist es eher anders herum. Zudem gibt es mittlerweise viele High oder Pure Solid Öle, wo das Thema Lösemittel gar nicht steht. In guten Hartölen nach Naturfarbenstandard wird zudem sauberes (mehrfach destilliertes und pestizidfreies) Orangenschalenöl verwendet, das auch nicht allergischer ist als Erdbeeren oder Rotwein.

Zu dem Auftrag von Hartwachsölen mit der Rolle und der dadurch oft verbundenen Überdosierung gibt es mittlerweise auch hier im Forum reichlich Berichte - Trocknungsverzögerungen, Kleben, Schmutzbindung incl.

@ Marco

Ich rate, mehrfach dünn ein gutes Hartöl (z.B. Natural, Naturhaus) aufzutragen, jeweils Überstände abzunehmen und Trocknungszeiten einzuhalten. Die Diamantnuß hat als Tropenholz nichts mit dem heimischen Nußbaum zu tun, und sie wird nur wenig Öl aufnehmen, also sparsam sein. Jeder Auftrag sollte mit der Einscheibenmaschine erfolgen, die Qualität der Fläche wird deutlich besser. Zwischenschliffe können dann auf jeden Fall entfallen.

Sollte die Fläche für Deinen Geschmack dann zu wenig glänzen, kannst Du nach einer Trockenzeit von einigen Tagen mit einem Bodenwachs noch wachsen. Ich halte von Ölwachsen nichts und von Wachsen wenig, die Flächen werden weniger wasserfest und sind pflegeintensiver.

Grüße

Thomas



@Thomas



Hartwachsöle enthalten nicht prinzipiell keine lösemittel.
Da gibt es auch Unterschiede.
Im Gegensatz zu reinen, sogenannten Hartölen, die fast immer lösemittel enthalten, gibt es beispielsweise das Parkettöl-Spezial von Biofa, das tatsächlich aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht UND lösemittel-FREI ist.
Technisch funktioniert das über eine spezielle "verkochung" unterschiedlicher Öle und Wachse.



lösemittelfrei bedeutet nicht völlig natürlich



"das tatsächlich aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht UND lösemittel-FREI ist"

@ Gunther

bis zu 1% Kobaltoktoat/Cobaltbis (2-ethylhexanoat)als Antioxidan und Beimischungen von Mikrowachs aus Paraffin haben mit Natur nicht viel zu tun.

Lösemittelfrei ist nach den VOC-Verordnungen der letzte Schrei. Dadurch strengen sich die Hersteller an und versuchen möglichst, dieser Verordnung gerecht zu werden.

War früher das Lösemittel der Kompromiss und die Feststoffanteile völlig aus natürlichen Rohstoffen, ist es jetzt der Kompromiss bei den Feststoffen.

Völlig natürlich ist das nicht mehr.

Grüße,

Frank



@ Gunther



Du vermischst da einiges.

Ich habe widersprochen, weil Du schreibst, Hartöle enthielten meist Zitrusöl, Hartwachsöle hingegen keine oder wenig Zitrusöle.

Es ist aber nicht so, daß der Wachsanteil generell mit weniger Lösemittel einhergeht, ob nun Isoparaffine (was ja nun keine natürlichen Stoffe, sondern Erdölprodukte sind) oder Citrusöl, oder Balsamterpentin.

Ein gut destilliertes Citrusöl ist für mich ein positiver Aspekt der Inhalststoffliste. Während Isoparaffine als Ersatzstoffe für Citrusöl nicht nur keine natürlichen Stoffe sind, sondern auch eher als Verdünnung anzusehen sind, weil miese Lösemittel, beobachte ich, daß citrusölhaltige Hartöle gerade mit harzhaltigen Hölzern besser zurechtkommen. Ob Iso-Paraffine, nur weil nicht riechbar, "gesünder" sind bezweifle ich.

Biofa ist in meinen Augen kein Naturfarbenhersteller, solange ich z.B. den Begriff "Volldeklaration" vermisse. Betrachte ich dann das technische Merkblatt zu dem erwähnten Spezialöl, taucht in diesem Öl-Harz-Wachsgemisch ein natürliches Wachs gar nicht erst auf, sondern "Mikrowachs" (mikrokristallines Wachs), ein Erdölprodukt. In etwa dasselbe Wachs, mit dem Papa am Sonntag die Familienkutsche zum glänzen bringt.

Mit der Natur werben heute Viele, echte Naturfarbenhersteller sind weit seltener. Für mich rangiert das erwähnte Produkt im selben Regal wie das OSMO-Hartwachsöl, billig (weil mit Ersatzstoffen) und hinsichtlich der "Natur" Etikettenschwindel. Warum wohl hat sich "Livos" die Marke "Biofa" einverleibt? Neben dem (höherpreisigen) Markt mit echten Naturfarben hat man sich auch an billigeren Produkten mit Ersatzstoffen Marktanteile gesichert, ohne die eigene Marke zu beschädigen. Kein ungewöhnliches Verfahren.

Grüße

Thomas



@ Frank



Da haben wir gleichzeitig am Thema getippt.

Und jetzt husche ich auf die Messe "HAUS 2009", mein bestes High-Solid Öl anreisen, das "Natural" - Heißöl:-)

Grüße

Thomas



@@Thomas



Habe ja vorhin betont daß es Unterschiede in den Zusammensetzungen der einzelen Produkte gibt und nicht generell alles über einen Kamm zu scheren ist. Das hängt u.a. von den einzelen Herstellern ab und von der gewählten "Marschrichtung".
Man kann nicht immer alles haben. Ich persönlich komme gut mit Citrusölen zurecht, wenn der Anteil nicht zu hoch ist und bekomme schöne Oberflächen. Viele andere reagieren da äußerst allergisch drauf. Dann ist mir eine geringe Menge metallischer Trockner lieber.
Aber das muß jeder selbst entscheiden was für ihn persönlich am besten passt.
Dieses Thema wird überall leidenschaftlich diskutiert und es gibt unterschiedliche Denkrichtungen, die nicht immer alle unter einen Hut zu bekommen sind. Vielleicht kommt das noch. Ich kann jedenfalls auf beides eingehen. Vor- und Nachteile abwägen, die Wahl hängt letztlich von der persönlichen Eionstellung des Kunden ab.
Gruß
Gunther



@ Gunther



"Ich persönlich komme gut mit Citrusölen zurecht, wenn der Anteil nicht zu hoch ist und bekomme schöne Oberflächen. Viele andere reagieren da äußerst allergisch drauf. Dann ist mir eine geringe Menge metallischer Trockner lieber."

Citrusöle und Sikkative haben völlig verschiedene Aufgaben im Fußbodenöl und sind nicht wechselseitig austauschbar.

Citrusöle sind, wie Isoparaffine, Terpentin oder Testbenzin, Verdünnungen für verkochte Leinöle. Sie Erleichtern das eindringen des Öles in das Holz und verflüchtigen sich.

Sikkative fördern und beschleunigen die Oxydation des Standöles im Fußbodenöl ("Trocknen"). Sie sind auch in Fußbodenölen nach Naturfarbenstandard unverzichtbar. Blei- und Bariumverbindungen wurden ersetzt durch z.B. Calcium-, Mangan- und Zirkoniumverbindungen, die gering dosiert werden und nach heutigen Erkenntnissen unkritisch sind.

Grüße

Thomas





Es ist gut, wenn man von einem Produkt überzeugt ist und das perfekt anwenden kann.

Aber natürlich gibt es auch noch andere gute Produkte auf dem Markt. Also locker bleiben... :-)

Grüße,
Peter

ps. wie war das mit dem Muster?



Bin locker...



...und empfehle im Forum auch gern Livos oder Naturhaus. Es gibt zum Beispiel Anwendungen, wo ich Naturhaus vorziehe. Unbestritten, daß auch mit nicht im engeren Sinne "Naturfarben" gute Flächen entstehen können. Aber darauf hinweisen, daß die deshalb so billig sind, weil billige Zutaten drin sind, ist ja wohl nicht unbillig:-)

Die Probe? Mal schauen, wann der Spieltrieb wieder Oberhand gewinnt. Das Thermopadverfahren ist durch die Größe der Maschine eher für eingebaute Dielen geeignet.

Grüße

Thomas



Erstbehandlung Massivholzdiele Nussbaum



Vielen Dank für die zahlreichen Informationen.

Ich hab mich für die Öle von Frank von Natural-Farben.de entschieden und werde sie mit der Einscheibenmaschine, wie Thomas von Restauratio GmbH mir rät, einarbeiten. Ich bin also guter Dinge was das Öl angeht.

Spritzt das Einarbeiten des Öls mit der Einscheibenmaschine?? Ich wollte die Wände schon vor dem Verlegen der Dielen streichen...

Als letzten Dienstag die Dielen geliefert wurden, war ich ein wenig erschrocken. Die Oberfläche hat stellenweise einen Grünstich... Kann mir jemand verraten was das ist?

Gruß Marco



Grünstich



Was das ist: Natur pur :-)

Spaß beiseite, die Holzfarbe wird sich ohnehin ändern, durch Alterung von Holz und Öloberfläche. Ich vermute, der grüne Ton wird verschwinden.

Gerade bei Heißöl darf nur sehr sparsam aufgetragen werden (Breitspachtel, ohne Schlieren gut abziehen). Da sollte nichts mehr spritzen.

Grüße

Thomas



Erstbehandlung Massivholzdiele Nussbaum



Hallo,

hab nun gestern abend die Dielen verklebt. Das ging ganz gut. Die Späne (bezüglich Grünstich) waren bunt gemischt; von grün über rot bis hin zu braun und schwarz.
Ich hab dann auch noch eine Stelle, auf der später ein Schrank steht von Hand mit 240-er Schleifpapier bearbeitet und anschließend geölt. Ist zwar sehr glatt aber ich dachte die Diamantnuss ist vorwiegend braun und nicht rot oder gar grün. Auf den Paketen stand Ipé select 3/4. Die Dielen waren stellenweise unterschiedlich breit 1-2 mm Unterschied. An drei Dielen waren die Längs- und Querfedern und -nuten unterschiedlich hoch gefräst. Hab ich vielleicht minderwertige Qualität gekauft?
Mit welcher Körnung schleife ich das Ganze am Wochenende mit der Einscheibenmaschine? Reicht´s vieleicht mit 240- er Körnung?
Ich bin für jeden Rat sehr dankbar.

Viele Grüße Marco



Sind die Dielen denn schon irgendwie vorgeschliffen...



... wenn sie nur gehobelt wären, dann benötigst Du einen kompletten Schleifaufbau.

Wenn die Nuten unterschiedlich hoch gefräst wurden, hast Du dann jetzt im verlegten Zustand sogenannte "Treppchen" zwischen den Dielen? - Auch dann stünde ein kompletter Schleifaufbau an.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ein 150er Schliff



sollte völlig ausreichen. Nehmt Atemschutzmaske, viele Tropenhölzer sind biologisch aktiv, das kann über Kopfschmerzen, Schwindelgefühl bis zum Erbrechen reichen. Das Holz ist denn auch so hart, daß Schleifen nicht wirklich Spaß macht.

Die Maßtoleranzen sind ärgerlich, könnten teilweise (nur unverlegte Dielen) reklamiert werden.

Testet vorher an einem Reststück das Öl der Wahl, zuweilen wird von Trocknungsverzögerungen auf Ipe berichtet. Und schön dünn arbeiten, keine Schichten bilden.

Grüße

Thomas