Untersparrendämmung mit Linitherm im Fachwerkhaus

04.01.2009



Hallo, ich möchte unter Sparren mit Linithermplatten dämmen, da ich durch das platzsparende Material keinen Raum verschenke und die Platten gleichzeitig den Arbeitsgang Gipsfaserplatte unnötig machen (direkt darauf tapezieren)Wie verträgt sich das mit dem Thema Fachwerk (Taupunkt am Sparren, Holzatmung, Raumklima, etc) Ist das ohne Probleme möglich? Das Haus ist 100 Jahre alt und ich wohne im Taunus.

Viele Grüße
Jörg



Verträgt sich die eierlegende Wollmilchsau mit Fachwerk?...



Hallo Jörg,

auf Deine Frage
"Wie verträgt sich das mit dem Thema Fachwerk. Ist das ohne Probleme möglich?"

ist meine persönliche Antwort: Es verträgt sich genau so, wie ein Tesaband auf einem 100-jährigen Halbledereinband.

Das geht schon. Und dennoch passt es nicht zusammen. So ein Mulitfunkitonspaneel kostet auch sein Geld. Die Dämmwerte sind je nach Auswahl kritisch zu prüfen und sagen nicht alles aus. Das Material ist dampfdicht - also null offen, d.h. die Anschlüsse müssen 100% passen. Die Verlegung mit Distanzschrauben und Klickverbindung - da würde ich erst mal nach Erfahrung fragen.

Und wenn am Ende alles funktioniert und schön schlank und gerade ist, dann hast du ein chemisches Verbundprodukt mit Sondermüllstatus in ein Haus verbaut, das so eine Behandlung nicht verdient.

Grüße aus Frangn

Frank



eierlegende Wollmilchsau...



Hallo Frank, danke für Deine Antwort. Ich bin mir im Klaren, daß es philosophisch bedenklich ist und bin mit dem Thema an der Stelle auch noch nicht durch. Hier wurde speziell bei diesem Haus in den vergangenen Jahrzehnten sowieso schon falsch gemacht was geht. Daher würde, vom Liebhaberstandpunkt aus, sowieso eine Totalsanierung anstehen (allein dafür fehlt mir das Geld...) Was mich inetressieren würde ist, wie verträgt sich das ganze bauphysikalisch?

Grüße
Jörg



Plastiktüte über den Kopf ziehen...



Hallo Jörg,

die Platten sind dampfdicht - i.d.R. doppel kaschiert mit Alufolie - also da geht kaum mehr was durch. Dies aber im doppelten Sinn. Von Außen kann nichts rein und von Innen kann nichts raus. Alles was sich im Haus an Dunst ansammelt findet hier keinen Ausweg mehr. Aber es gibt ja noch kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagen oder die klassische Stoßlüftung.

Die Anschlüsse sollten konsequenter Weise auch dicht sein, sonst verlagert sich die Taupunktfrage auf einzelne Stellen - dort aber dann umso heftiger.

Durch die Innendämmung wird der Sparren mehr in die Kälte gestellt. Wenn eine ordentliche Hinterlüftung gewährleistet ist, dann stellt das kein Problem dar. Interessant wäre da, wie der Rest von der Dachschicht aufgebaut ist.

Grüße aus Frangn

Frank



Linitherm



Hallo Jörg,

wir arbeiten seit einiger Zeit mit Linitherm Aufsparrendämmung.
Das Material ist sehr gut.Aber die Vorarbeiten müssen gewissenhaft ausgeführt werden!!!
Auch für Innendämmung.
Wenn du das noch nie gemacht hast dann auf jeden Fall einen
Fachmann zur Beratung holen.
Noch besser den Aussendienstler von Linitherm anrufen.

Wie sieht den das Dach aus ?
Wie alt?Ist es dicht gegen Wind und Wasser?
Für so ein Vorhaben muss alles geklärt sein!

Mit besten Grüssen

Boris Skupke
Dachdeckermeister