Fußbodenheizkreisverteiler erweitern

20.04.2013 Achim



Hallo zusammen,

im Zuge umfangreicher Renovierungsarbeiten (Deckenaustausch im Erdgeschoss), möchten wir in diesen Räumen von Heizkörpern auf Fußbodenheizung umstellen. Im Wohnzimmer, welches sich auch im Erdgeschoss befindet, ist bereits eine Fußbodenheizung incl. Verteiler und Regelstation mit Umwälzpumpe vorhanden.

Nun möchte ich für die neuen Räume einen zweiten Heizkreisverteiler setzen und diesen mit Vor- und Rücklauf an den bestehenden Verteiler bzw. Regeleinheit mit anschließen.

Nun hatte ich schon zwei Fachleute vor Ort, der eine meinte das es geht, der andere nicht.

Was meint Ihr dazu kann ich meinen Vor- und Rücklauf von der bestehenden Regeleinheit mitversorgen lassen.
Ich hatte vor den bestehenden Verteiler durch zwei T-Stücke direkt an Vor- und Rücklaufbalken zu verlängern.

Könnte das funkionieren?

Ich stelle gerne auch Bilder ein

Gruß

Achim



Grundsätzlich...



... und prinzipiell kann das funzen, muss aber nicht...

Das ist abhängig von der Hydraulik, den jetzt angeschlossenen Heizkreisen und den neu geplanten.

So eine Regelstation hat auch ihre Grenzen, wenn die jetzt schon angelutscht sind, kann es sein, dass das System bei Erweiterung in die Knie geht.

Da Du Dich nicht weiter zum bestehenden und zu erweiternden System geäußert hast, muss es beim "kommt drauf an" bleiben.

Eleganter, natürlich auch teurer, wäre
a) ein Abzweig vor der Regelstation und dann eine autonome weitere Regelstation, oder
b) auch eine eigene gesteuerte Mischergruppe für alles, dann kann auch die VL-Temperatur wenigstens gleitend gefahren werden und man kommt vom unkomfortablen Klick-klack weg.

Im Zuge von anstehenden Umbaumaßnahmen wäre beides die bessere Option.

MfG,
sh



HKr-Verteiler erweitern



ohne Kenntnis der Anlage ist das aus der Ferne nicht zu beurteilen.
Wie Sebastian Hausleithner schon schrieb, kann es funktionieren, muss aber nicht.
Etwas mehr Info wäre sinnvoll.
SG





Hallo Zusammen Hier ein Bild der bestehenden Regeleinheit incl. Verteiler.





Der neue Heizkreisverteiler teilt sich in fünf Kreise wie folgt auf:

- Kreis 1. u. 2. Küche u. Esszimmer = 22m² (VA 15)
= 127m/2 Kreise = 63,5m/Kreis
- Kreis 3. Kinderzimmer = 16m² (VA 15) = 100m
- Bad = 6,5m² (VA 10) = 57m
- Flur = 12,7m² (VA 20) = 58m

Ein Bild des Verteilers habe ich eingestellt. Die einzelnen Kreise sollen über Thermostate in den Räumen und Stellmotoren geregelt werden, bei der bestehenden Fußbodenheizung würde ich ebenfalls gerne ein Thermostat nachrüsten incl. Stellmotoren.

Die Umwälzpumpe soll über ein Pumpenmodul mit allen Stellantrieben verbunden werden, so das wenn alle Kreise geschlossen sind die Pumpe ausgeht.

Die neue Fußbodenheizung soll mit Mehrschichtverbundrohren 20x2mm aufgebaut werden.

Ich hoffe Ihr könnt mit meiner Ausführung etwas anfangen

Gruß



FB-Heizung



Wenn ich das richtig sehe, sind fünf neue Kreise geplant und am alten Verteiler hängen drei Kreise dran.
Der vorhandene Verteiler samt Pumpe ist ja auch nicht mehr taufrisch.
Ich würde einen neuen Verteiler mit acht Kreisen (gibt's von den meisten Herstellern bis zu zwölf Kreisen) einbauen.
Ferner würde eine Mischerstation mit eigener Pumpe einbauen.
Ein Überströmventil ist auch sehr hilfreich.



Mischer für FB-Heizung



Hier ein Foto von einem Mischer für eine Wandheizung, die gerade im Bau ist.
Unten sieht man das Überströmventil.
Ein Foto vom Mischer ohne Abdeckhaube folgt.



Mischer für FB-Heizung ohne Abdeckung



… und das zweite Foto



Das geplante...



... Gemurkse ist, nunja, Gemurkse...

Es wundert mich nicht, dass sich mindestens ein Installateur dagegen ausspricht. Auch würde es mich wundern, wenn Dir ein "Fachmann" nicht von dem Verteiler mit der Plasik-Befestigung aus dem Internet-Shop abrät. Du hast dann ja noch mehr Materialmix in der Anlage... Rotguss, Kupfer, (wahrscheinlich) nicht diffusionsdichte Kunststoffrohre, MKV-Rohre, Edelstahl, Stahl... wäre spannend zu sehen, was da beim Spülen für 'ne Suppe aus der Anlage sprudelt...

Die etwas unorthodox selbstgebaute Regelstation dürfte das prinzipiell wahrscheinlich schaffen, dazu müsste die vorhandene alte Pumpe aber ordentlich juckeln. Was die an Leistung aufnimmt kannst Du selber ablesen... auch könnten die Anbindeleitungen je nach zu transportierendem Massen- bzw. Volumenstrom etwas knapp werden.

Ich plädiere wegen der doch sehr deutlichen Erweiterung für einen planmäßigen Neuaufbau mit Mischergruppe (witterungsgeführt), Effizienzpumpe (ohne Überströmventil dann) und neuem Verteiler für die acht Kreise, eventuell aus Platzgründen zwei Verteiler, natürlich mit Einzelraumregelung über Stellmotoren. Je nach Rohrart der vorhandenen drei Kreise wäre u.U. auch über eine Systemtrennung nachzudenken...

Das grundsätzliche Problem einer Festwertregelstation mit Einspritzschaltung ist halt der "feste Wert". Die Vorlauftemperatur wird immer auf dem eingestellten Wert festgeregelt (deshalb heißt das ja auch so) und die tatsächlich benötigte Wärmemenge durch "Abwürgen" der Kreise via Raumfühler und Stellmotor hergestellt. Für einen Raum, auch bei mehreren Kreisen, oder auch mehrere ähnliche Räume, mag das ja noch angehen mit dem Nachregeln per Hand. Bei Räumen mit stark unterschiedlicher Nutzung führt das dann dazu, dass man ständig am Regeln ist, oder es irgendwann sein lässt. Der Automatik-Mischer nimmt einem wenigstens das ab...

MfG,
sh



Regelstation



Hallo Achim,

grundsätzlich ist die angedachte Lösung heutzutage bewährte "state of the art" bezüglich Flächenheizungen und wird von allen führenden Herstellern von Wand- oder Fußbodenheizungen in dieser Art (Einzelraumthermostate, Stellmotoren, Pumpenlogikmodule) angeboten.

Ob die bestehende alte Regeleinheit von der Kapazität her für die Erweiterung ausreicht, wird man ausrechnen müssen.
Für weitere Spekulationen sind die Informationen zu dürftig.

Ich empfehle, sich einen Heizungsbauer zu suchen, der diesem System gegenüber aufgeschlossen ist. Logischerweise will dieser natürlich sein eigenes Material, also Buderus, Vaillant, Viessmann etc. verbauen, wird also dem Zeug aus dem Internet eher ablehnend gegenüberstehen, auch wenn es evtl. hochwertig ist und Mehrschichtverbundrohre keineswegs undichte Plastikschläuche sind. Durch den Material- und Querschnittsmix von alt und neu dürfte ein sauberer hydraulischer Abgleich natürlich eine echte Herausforderung sein.





Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen und schnellen Antworten.

Mir ist bewusst, das es bessere und sinnvollere Lösungen für die Regelung gibt. Ich möchte aber wenn möglich die vorhandene Regelung weiter verwenden, da in ein paar Jahren eine Erneuerung der Gasheizung geplant ist und es dann in diesem Zuge dann wieder Veränderungen gibt.

@ De Meinweg, finde ich im Internet Formeln um die Auslegung der Pumpe und Fußbodenheizung zu berechnen, oder welche Informationen bräuchtest du um eine genauere Aussage zu treffen ob die Regelungseinheit die Erweiterung noch stemmen kann?

Gruß

Achim



Man fragt solange, bis man...



... die gewünschte Antwort bekommt, bzw. sich seine Wunschantwort heraussuchen kann.

Das mit den (wahrscheinlich) nicht diffusionsdichten Rohren bezog sich auf die vorhandenen Heizkreise... aufgrund des Fotos schließe ich auf PB, nicht diffussiondicht. Dementsprechend wird es beim Materialmix zur Magnetit-Bildung (Fe3O4) im Umlaufwasser gekommen sein und auch weiterhin kommen, im Umgangssprachgebrauch spricht man auch von Verschlammung.

Die Berechnung einer Fußbodenheizung und Auslegung einer Pumpe in einer vor Jahren gebastelten und nun um das Doppelte zu erweiternden Regelstation lässt sich nicht ohne weiteres in ein paar Formeln aus dem web darstellen...

Aber mal so als Beispiel:
Der Volumenstrom lässt sich wie folgt errechnen:
V.=Q./((Tv-Tr)*cp*rho)

Deine "Fachleute" entpuppen sich als Laienratgeber...
Bedenken sind hier geäußert worden, mit Begründung...
Alternativen sind aufgezeigt worden, unabhängig voneinander fast identische fachgerechte Lösungen des Problems.
Ausgerechnet einem völlig Branchen-Fremden, der in diesem Fall besser das Nuhr-Zitat aus den Forumsregeln beherzigt hätte, stellst Du dann weitere Fragen?...

Komm' mal klar... Ich habe definitiv nix gegen Selbstbauer aber ich möchte mich auch nicht veralbern lassen...

Mfg,
sh



"Ich empfehle, sich einen Heizungsbauer zu suchen…"



War doch ziemlich eindeutig von mir, oder?
Was kann ich dazu, wenn der Threadersteller, statt diesen Rat zu beherzigen, Fragen an mich stellt?
Ich werde mich hüten, als Laie hier mit irgendwelchen Formeln oder Onlinerechnern um mich zu werfen.

Trotzdem kein Grund für unseren großen Theoretiker, im "ad personam"-Rundumschlag beleidigend zu werden.

Sinnvoll wäre es gewesen, eigene Vorschläge fachlich zu untermauern bzw. gegen unsinnige Vorschläge anderer entsprechend zu argumentieren, statt persönlich zu werden.

Im Gegensatz zu denjenigen, die hier kaum mehr tun, als kluges Angelesenes zum Besten zu geben, und aus Normen, Regelwerken und Gesetzestexten zu zitieren, bin ich gerade aktiv dabei, ein altes Haus zu sanieren. Dazu habe ich mich eingehend selber mit der Heizungstechnik befasst nachdem natürlich auch die 4 unterschiedlichen Meinungen von 3 unterschiedlichen Heizungsexperten an der Reihe waren.
Natürlich bin ich trotzdem nur Laie, aber deswegen werde ich mir noch lange nicht verbieten lassen, hier zu antworten.

Selbst gemachten Erfahrungen kann kein Theoretiker kaputtreden bzw. -schreiben. Wenn für den einen oder anderen User ein brauchbarer Tipp aus dem Erfahrungsaustausch abfällt, ist es doch hinreichend okay. Nur bei einer verschwindend geringen Anzahl von Usern hier muss die Kompetenz ständig wie eine Monstranz, vor der sich alle verneigen müssen, vor sich her getragen werden.