"Versottung" in heißem Kaminbereich farblich absperren

25.09.2018



Hallo zusammen,

Wir Streichen gerade unseren verputzten Grundofen mit Lehmputz und mussten feststellen, dass an wenigen Stellen an den verputzten Klappen der Züge eine bräunlich-gelbliche Farbe leicht durchschlägt. Die Züge sind gerade geprüft und gereinigt und dann neu verputzt worden, wir wissen daher nicht genau, was dort eigentlich durchschlägt, evtl alte Verrußungen oder der unterliegende Lehmputz. Im oberen Geschoss haben wir einige alte Flecken mit Isoliergrund Abdichten und dann überstreichen können. Die Züge werden allerdings wenn der Kamin läuft sehr heiß, weshalb wir unsicher sind, was für Isoliergrund an dieser Stelle geeignet ist? Zum einen soll es ja trotz der Hitze dauerhaft halten, außerdem wollen wir nicht irgendwelchen Chemieausdünstungen ausgesetzt sein. Hat jemand eine Idee?

Danke!





Das sind färbende Inhaltsstoffe kondensierter Verbennungsgase, die durch Feuchtigkeit an die Oberfläche diffundieren.

Dies kann auch mit natürlichen Mitteln abgesperrt werden. Traditionell wurde Rinderkot mit Kalk oder Milcheiweiß (Kasein) verwendet. Auch Schellack in Alkohol gelöst oder mit Salmiak verseift können als "Sperrgrund" eingesetzt werden.

Mit was wird den der Lehm gestrichen?



Antwort



Danke für die schnelle Antwort! Von Kreidezeit gibt es einen Schellack-Isoliergrund, im Shop konnten die mir leider nicht sagen, ob der hitzebeständig ist, das müsste man ausprobieren. Meinst du, dass sich da ein Versuch mit Schellack-Isoliergrund lohnt und nichts "giftiges" ausgedünstet wird bei Hitze? Der Grundofen ist schon mit Lehmputz versehen und wir streichen jetzt mit einem weißen Lehmrollputz ("Alabaster").

Off-Topic: Ist das den normal, dass da etwas durch Feuchtigkeit an die Oberfläche diffundiert, denn eigentlich sind die Züge doch zu, oder? Der Kaminexperte der die Züge gereinigt hat, hatte wie gesagt nichts zu meckern, aber von den Flecken wussten wir da auch noch nichts (war ohnehin in einem dunkleren Ton verputzt bis jetzt).

Danke!





Dieser Streichputz ist reversibel und wirkt nicht absperrend. Wurden den die Reinigungsöffnungen wieder mit "frischen" Lehm verputzt. Ich könnte mir vorstellen das da geringe Mengen Ofenschmutz ausgetreten sind und deren färbende Inhaltsstoffe dann in den feuchten Lehmverputz "mobilisiert" und an die Oberfläche diffundiert sind.

Zweckmäßiger wäre die Absperrung vor dem Verputz gewesen.

Wenn du jetzt einen frischen Anstrich aufbringst der hauptsächlich aus weißem Ton und Marmormehlen besteht, diffundieren die Farbstoffe ebenfalls in den zumeist noch feinporigen Anstrich.

Mit "Sperrgrundierungen" versucht man diese Kapillarwirkung zu begrenzen. Der "Alabasta" biete selbst einen Sperrgrund aus Schellackseife an. Der von "Kreidezeit" ist eine von Schellack alkoholische Lösung, mit Titanweiß.

Bei Fragen zum Produkt sollte man sich direkt an die http://www.kreidezeit.de und deren (Telefon-) Beratung wenden.

Schellack (durch Läuse "veredeltes" Naturharz) wird beispielsweise als Überzugsmittel bei Früchten eingesetzt, ist als Zusatzstoff zugelassen und gilt als physiologisch unbedenklich.

Was die Beständigkeit gegenüber Hitze anbelangt, so muss man wissen, das Schellack früher der Lackrohstoff war, damit wurden auch Ofenrohre gestrichen worauf dieser eine Schmelze bildete.

Auch in der frühen Elektrotechnik diente Schellack als Isolations und Klebemittel. Schellack soll bei hoher Temperatur regelrecht "verbacken" und dann Schmelztemperaturen um die 180 Grad Celsius aufweisen.



bräunliche Verfärbungen



können aber durchaus organische Bestandteile der Farbe oder des Putzes sein (z.B. Kasein), insbesondere wenn die Oberfläche sehr heiß wird.
Bei mir verfärben sich regelmäßig die Verschlüsse der Reinigungsöffnungen, gestrichen wurde mit Kalkkaseinfarbe. Je weiter die Revisionsöffnung von der Brennstelle entfernt ist, um so geringer ist der Effekt.
Schellack würde ich eher nicht nehmen, da hätte ich erst recht Angst, dass sich das bei großer Hitze verfärbt.
Wenn das Zeugs bei Hitze schmilzt, könnte ich mir schon verstellen dass man das auch einem weißen Untergrund sieht.

Gibt's ein Foto?

p.s. miss doch einmal bitte die Oberflächentemperatur an einer betroffenen Stelle mit so einem kontaktlosen Thermometer aus dem Baumarkt..



Holen sie sich den....



...Schellack Isoliergrund weiß von Kreidezeit.
Diesen nutze ich auch des öfteren.
Aber auf das Grundmauerwerk auftragen und erst nach durchtrocknen verputzen.
Auf dem Lehmputz hält es eher nicht so optimal!



Wie klug das Web oder die Menschen doch ist bzw. sind



Bisher kannte ich schon Kuhkacke gegen Versottung, aber Schellack nicht.

Auch wenn ich keinen alten Kamin habe, so danke ich für das Wissen.

fachwerk.de ohne Hegemon ist soviel angenehmer.



Es gibt auch noch ein weiteres Produkt....



...welches ich bereits mehrfach sehr erfolgreich eingestzt habe und damit komplett versottene ausgeblühte Schornstein- und Wandbereiche abgesperrte und isolierte!
Habe sie im frischen Zustand vor den weiteren Verputz mit Lehmputzen, besandet.

https://www.webac.de/loesungen/classic-line/dispersion-fuer-wand-und-boden/webac-5611/