Versotteter Schornstein - Kuhdung




Hallo Fachwerker,
ich arbeite weiter an der Sanierung/Renovierung meines Häuschens. Der Schornstein wurde vor vielen Jahren zwecks Einbau einer Gasheizung mit einem Edelstahlrohr versehen. Da er vorher versottet war, wurde er mit Alutapete verziert. Ich möchte aber auf natürliche Baustoffe umschwenken. Wer hat denn Erfahrung mit dem vielgepriesenen Kuhdung? Hält der auf dem Putz, oder muss dieser vorher runter. Wie rühre ich das Zeugs an und welche Schichtdicke muss aufgebracht werden? Momentan befindet sich auf dem Putz noch eine Art Backpapier, (Wasser perlt ab) die einfach nur in winzigsten Fetzen abgeht. Erfahrung damit?
Vielen Dank für Eure Hilfe



WTF



Vielpreist denn Kuhsch..., sorry: -dung für die optische Sanierung eines früher versottenen Schornsteins als Putzersatz?
Wenn die Optik weitgehend egal ist, weil es bspw. auf dem Dachboden stattfindet, dann lass alles so, wie es ist... es kommt ja nix nach...
Wenn Du es einfach „unschön“ findest, dann „pfriemel“ da im Laufe der nächsten Jahre halt immer mal wieder 'nen billigen selbst gemachten Kalkputz drauf, alle zwei/drei Jahre halt abspechteln, dann neu...
Ansonsten Sperrputz...
Wenn, wie gesagt, die Optik nicht stört, dann rupp den ganzen Alu- und was-weiß-ich-Krams runter und lass das Weglüften, oder mach gleich neu, wenn es denn doch stört...



WalterTrifft Frank ?



@ Sebastian ,wenn du die die Forensuche bemühst ,wirst du feststellen das der Gedanke gar nicht so schlecht ist, die Scheiße allerdings als Putz auf die Wand zu schmeißen ist Nonsens ,hat der Fragesteller aber glaub ich nicht vor.

Grüße Martin



Vielleicht



liegt das tatsächlich an mir, ich habe es aber aufgrund der Frage tatsächlich so interpretiert, wie ich dann sinngemäß geantwortet habe...
Wie häufig wären ein paar Fotos und eine etwas detailliertere Beschreibung durchaus hilfreich...

PS: das "WTF" ist eine nicht jugendfreie Abkürzung aus dem anglo-amerikanischen Raum... sollte im Detail nicht vertieft werden...



Schornstein



Wenn es nur um optische Verschönerung geht wäre ein Trockenputz (9 mm Gipskarton mit Ansetzbinder aufkleben) die einfachste Lösung.
Am wirkungsvollsten wäre das Entfernen des Putzes und das Ausräumen der Fugen bis in ca. 2 cm Tiefe. Darauf kann dann eine Sperre aufgebracht werden.
Möglich und wirkungsvoll ist eine mineralische Abdichtung, bestehend aus Verkieselungssperre, Dichtmörtel zum Fugenverstriich, mineralische Dichtschlämme. Darauf kann dann neu verputzt werden.
Die alte und in ihrer Wirkung umstrittene Methode wäre eine Sperre aus frischem Kuhdung von der Weide, 1:1 gemischt mit Kalkhydrat und Wasser. Es entsteht eine Art Kalkkaseingrundierung. Danach kann wieder verputzt werden.



@ Georg



Gipskarton ist ja nun wirklich nicht gerade ökologisch zu empfehlen.

Hier ist trotzdem die Frage erlaubt:
Wohnbereich oder Nebengelass.
Das wichtigste ist, die Grundursdache zu beseitigen.
Das scheint zwar in diesem Fall bereits durch die Edelstahlrohrsanierung erfolgt zu sein, ist aber noch lange kein Allheilmittel.
Die Feuchtebeeinflussung, das der Ruß überhaupt erst einmal zur Durchdringung und damit der Zersetzung der Mölrtelfuge kommen kann, sollte komplett beseitigt werden.
Auch Kondensatsituationen sind dabei möglich und denkbar.

Handelt es sich um punktional begrenzte Bereiche, kann man diese mit Schelllack weiß zweimal streichen.
Die Variante Kuhdung mit gutem Sumpfkalk ca. 1:3 vermischt und dann zweimal durchtrocknend aufgetragen ist auch möglich.
Aber kein Allheilmittel.
Wenn man den Putz bestenfalls komplett entfernen kann, dann kann man diese Flächen auch mit einem Produkt von WEBAC Streichen und nachher mineralisch oder auch mit Lehmputz überputzen.
Eine Haftträgerebene (Fliesenkleber) sollte dann aber auch nach Durchtrocknung aufgetragen werden.



wir haben das



mit dem Kuhdung als Kalktünche zum streichen der Gefache in unserer ehemaligen schwarzen Küche eingesetzt.

Die Rußflecken hat es immer wieder durch den Kalkputz und die ersten Schichten Tünche als gelbe Flecken durchgedrückt.

Den Kuhdung haben wir der Kalktünche beigemischt und nach 2 mal streichen kam nichts mehr durch. Ist beim auftragen schön braun, trocknet aber weis nach :-)

Besser wäre wohl gewesen den Spezialzusatz glich dem Kalkputz zuzugeben damit diese Sperrschicht nicht erst in den obersten Lagen Farbe entsteht.

Leider habe ich die genaue Rezeptur nicht mehr im Kopf, das kann ich aber bei Bedarf versuchen zu rekonstruieren.

Fazit: Bei uns hat es funktioniert...warum auch immer...der Tipp kam von einem ausgewiesenen Kalk Experten und Restaurator in unserer Gegend.



Leider



nicht punktuell, vermutlich sind beide Stockwerke des Wohnbereiches betroffen. Seit ich im OG die Alutapete entfernt habe, stinkt der ganze Raum trotz tagelangem Dauerlüften nach Kohlegasen. Obwohl noch dieses wasserabperlende "Backpapierzeugs" drauf ist. Im EG habe ich noch nicht nachgeschaut. Auf dem Dachboden ist der Schornstein mehr braun als weiß, stinkt aber nicht. Dach um den Schornstein ist dicht und auf dem Schornstein ist eine Edelstahlhaube. Wen sollte ich heranziehen,um sicher zu gehen, dass die Ursache beseitigt ist Heizungsbauer oder Schornsteinfeger? Aber erstmal danke für die vielen bisherigen Antworten. Fotos kann ich erst später nachreicen, da ich z.Z. nur am WE in meinem Häuschen bin.



Versotteter Schornstein



Hallo
Ich würde vielleicht versuchen erst einmal alles abzuschlagen was vergammelt, verfärbt etc ist(Steine natürlich lassen), Fugen auskratzen, mit Kalkmörtel Fugen vermörteln, dann Wasserglas als Sperre/Grundierung auftragen und dann solltest du wieder neu Verputzen oder anmalen können.