Versiegelung von Polygonalplatten

09.07.2008 Luminohof



Liebe Community,

wir haben im Bad einen Fliesenspiegel aus Naturstein-Polygonalplatten mit relativ breiten Fugen verlegt. Da die Platten auch in der Dusche an der Wand sind, brauchen wir jetzt eine zuverlässige Versiegelung. Trotz langen Googelns bin ich immer noch nicht ganz sicher. Wasserglas ist wohl eher für den nicht besonders spritzwassergefährdeten Bereich. An deutlich härteren Mitteln habe ich eine Nanoversiegelung von Dime und die Lithofin Natursteinversiegelung gefunden. Ich würde mich sehr interessieren, was andere damit für Erfahrungen gesammelt haben oder ob es eine bessere Lösung gibt.

Besten Dank!



Polygonalplatten



Aus was für Material bestehen die Platten?
Wie wurden sie auf welchen Untergrund mit welchem Material verlegt?
Mit was wurde verfugt?

Viele Grüße



Versiegelung



Hallo Frau Bruckmoser,

Ich halt es für grundverkehrt, Naturstein versiegeln zu wollen.
im Bad gehört die Abdichtung nun einmal unter den Belag.
Die obenliegende "Versiegelung" leistet auch nichts, weil sie
- Anfällig ist für Beschädigungen
- nicht ausreichend dick herstellbar ist
- nicht mit der aufgehenden Wand verbunden werden kann

Sie gibt dem Naturstein auch ein "unnatürliches" Aussehen.

Grüße



Mal wieder



keine Abdichtung unter der Oberfläche?
Im Bad gehört unter der Oberfläche in den spritzwasserbelasteten Bereichen eine wasserdichte Absperrung, dann muss ich mir keine Sorgen machen, dass Wasser ins Bauwerk dringt und brauche keine Versiegelung, solange das Material der Oberfläche nicht durch Wasser aufgelöst wird. Lediglich für gute Lüftung und schnelle Abtrocknung sollte gesorgt werden.
MfG
dasMaurer



versiegelung



kann die vorredner nur bestätigen. auch ich habe naturstein (solnhofer platten) im bad und sogar im duschbereich auf dem boden (statt duschtasse, ablauf mit ganz leichter neigung im boden), versiegelt wurde sorgfältig UNTER den platten; die oberfläche ist bei mir garnicht behandelt, das macht die olivenölseife beim duschen... lithofin wurde mir seinerzeit auch empfohlen, allerdings als imprägnierung/fleckschutz im wohnbereich, mehr nicht (auf das zeug hab ich dann verzichtet).
gruß carmen riedl



Versiegelung



Oh je, da sind wir anscheinend falsch vorgegangen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Antworten sich vielleicht auf Bodenfliesen beziehen. Wir haben die Platten ausschließlich an der Wand bei folgendem Aufbau: Fermacellplatten auf verputzter Ziegelinnenwand, darauf eine Grundierung, Armierung, flüssiger Fliesenkleber als Haftgrund, dann Flexfliesenkleber mit der Zahnspachtel, darauf die Platten (typisch mediterraner Kalkstein mit kleinen Versteinerungen). Als Fugenmörtel wollen wir Trassnatursteinmörtel (von Tubag, glaube ich) nehmen und eigentlich davor versiegeln - auch, damit das Verfugen leichter geht (d.h., die Platten nicht zu sehr verschmutzen).

Sowohl die Nanoversiegelung als auch Lithofin sollen laut Hersteller völlig transparent sein und das Wasser einfach abperlen lassen wie von einem Blatt. Dem Naturstein sieht man die Versiegelung also nicht an. Trotzdem bin ich halt immer skeptisch in Bezug auf so gesundheits- und umweltschädliche Materialien. Aber bei dem Unterbau habe ich jetzt wohl keine andere Alternative!?

Vielen Dank für die Antworten!



Polygonalplatten



Ich hoffe, die Platten liegen nicht im unmittelbaren Spritzwasserbereich in der Dusche.
Wenn, dann sind Kalksteine eine ungünstige Wahl.
Sie neigen bereits beim Verlegen zu Verfärbungen und haben ein hohes Ausblührisiko bei der beschriebenen Verlegeart.
Besser wäre das Verlegen nach dem Buttering- Floating- Verfahren.
Dann sind Kalksteine empfindlich gegen Tenside und Säuren aus Reinigern. Auch das kann zu Verfärbungen führen.
Für die Verfugung sollte man ein auf die Steinart abgestimmtes Produkt nehmen. Dazu am besten den Lieferanten der Steine oder den Fliesenfachhandel kontaktieren.
Ich kann dafür Produkte der Fa. PCI Augsburg empfehlen.
Von Versiegelungen rate ich ab.
Wenn sie doch zum Einsatz kommen sollen, empfehle ich eine Materialprobe zu behandeln und den Stein z.B. in die Dusche an die Wand zu stellen.
Dann bleibt abzuwarten, was im normalen Gebrauch mit dem Stein passiert.

Viele Grüße



Allein das Dichten...



...hat bei meiner Dusche irgendwas zwischen 150 und 200 Euro Material verschlungen. Unabhängig von den Meinungen, ob Naturstein versiegelt werden soll oder nicht, die Abdichtung ist das Wichtigste. Mal egal mit was für einer Versiegelung ist nicht die gleiche Sicherheit herzustellen.

Gruß Patrick.



Nein,



die Antworten beziehen sich nicht allein auf Fussböden.
Im Bad muss eine wasserdichte Ebene auf dem Fussboden und an allen spritzwasserbelasteten Bereichen installiert werden, mit dauerelastischen Anschlüssen zwischen Wand und Boden (System Ardaflex o.ä.).
Darauf kann dann die Oberfläche nach Wunsch aufgebracht werden. Auch mit Kalksteinplatten, wenn man die möglichen Verfärbungen und Ausblühungen akzeptiert, kann ja auch durchaus gewollt sein.
Aber mal ganz blöde gefragt: Ihr habt eine Ziegelwand und kleistert Gipsplatten drauf??? Ein für Nassbereiche denkbar ungeeignetes Material und für Fliesenbereiche auch nur zweite Wahl. Warum nicht einfach auf die Ziegel einen Kalkzementputz, und darauf den weiteren Aufbau. Das wär optimal gewesen.
MfG
dasMaurer



Vielen Dank



für die Antworten. Daß das Vorgehen suboptimal war, hätte ich mir eigentlich denken können. Werde in der Dusche jetzt, um nicht wieder alles abzureißen, eine ästhetisch nicht ideale transparente Kunststoffbeschichtung aufbringen und die nicht spritzwassergefährdeten Platten mit Lithofin versiegeln. Der Rest der (Ferien-)Wohnung ist dafür Lehm, Kalk, Hanf und Co.;)



Nachtrag



Fast drei Jahre und viel Benutzung später mal ein Feedback. Die Dusche sieht unverändert toll aus und ist absolut dicht. Der Aufbau hat sich trotz der ursprünglichen Bauschmerzen absolut bewährt...

Viele Grüße aus Sachsen:)