Regenwasserversickerung an Oberfläche oder via Sickerschacht?

10.09.2013



Ich plane für mein Haus eine Regenwasserversickerung,

der Boden besteht größtenteils aus Schwemmsand und grobem Kies und wird nur an der Oberfläche von ca. 40cm Humusschicht bedeckt. Das Grundwasser steht etwa 3m unter Geländeoberkannte an, das Grundstück und die Umgebung ist eben. Ursprünglich hatte ich vor diese Versickerungsblöcke im Boden einzubauen. Davon bin ich jetzt aber wieder abgekommen, da ich dem Plastezeug keine Langzeitstabilität zutraue. Außerdem dürfte es schwierig werden diese Blöcke im eingebauten Zustand zu reinigen etc. falls sich dort doch Ablagerungen sammeln oder Wurzelwerk einwächst. Jetzt ist die Überlegung einen zentralen Betonversickerungsschacht einzubauen in 6-10m Entfernung vom Haus. Wenn man die Regenleitung 80cm tief verlegt (frostfrei) wäre man dann am Schacht bei ca. 100cm Einlauf unter Geländeoberkante. Da diese Konstruktion nicht ganz unproblematisch ist (lange Rohrwege, großer Sickerschacht) habe ich überlegt auch eine Versickerung an der Oberfläche in Betracht zu ziehen. Garade weil im Herbst viel Laub anfällt wäre die Kontrolle und Wartung der Versickerungsstellen deutlich einfacher als bei einem geschlossenen System. Das Problem ist nun, daß ich seitlich am Haus und hinten nur 4m bis Zur Grundstücksgrenze hab. Die Literatur empfiehlt das Regenwasser erst 3-6m vom Gebäude entfernt zu versickern. Aufgrund der beengten Verhältnisse hab ich nun überlegt an jedem der vier Einläufe ca. 3m vom Haus entfernt einen oder zwei kleine Brunnenringe einzugraben, um so das Regenwasser weiter unten im Boden zu versickern. Gibt es zu diesem Thema Erfahrungen, was gut funktioniert oder würdet ihr die zentrale Versickerung empfehlen? Kann man es auch getrost in 3m entfernt vom Haus an der Oberfläche versickern, ohne den Keller dauernd zu befeuchten?

Vielen Dank für eure Anregungen.



In Berlin



wird bei offener Bauweise in der Regel die Versickerung präferiert, obgleich allgemein ein Anschlusszwang an die öffentliche Kanalisation formuliert ist.
Nichtsdestotrotz wird es gemäß Bebauungsplan Vorschriften bzgl. Grenzabständen von Versickerungsanlagen geben, eine Anfrage an das zuständige Bezirksamt sollte da Klarheit verschaffen.

Zwei fast schon skurile Praxisbeispiele (gleicher Bezirk, Köpenick, beide Grundstücke ca. 500m Luftlinie):
1. 35qm Datscha auf 400qm Grundstück, Nutzung max. 50 Übernachtungen durch 1 Person im Jahr, Abwasser in ordnungsgemäßem Dichttank, gefasstes Oberflächenwasser (30qm!) in Kiesbettverriesung auf dem Grundstück.
Hier wurde über 60m ein Anschluss an das neu gebaute Kanalsystem angeordnet.

2. EFH-Neubau auf 1200qm Grundstück, ca. 140qm gefasst. Hier sollte dem Bauherrn die Verrieselung auf dem Grundstück vorgegeben werden, statt in die nur 8m entfernte Kanalisation entwässern zu "dürfen" obgleich die Tiefbauarbeiten auf dem Grundstück ohnehin anstanden.

MfG,
sh