Gebäudeversicherung für alte Scheune "Nebengebäude"




Hallo zusammen,

ich hätte da mal eine Frage zur Versicherung eines „Nebengebäudes“.

Es handelt sich hierbei um eine alte Scheune (ca. 100-200Jahre alt) aus festen Grundmauern und fester Bedachung (Ziegel). Die Bedachung wurde vor ca. 40 Jahren erneuert. Der Bereich über den Grundmauern besteht aus Holz.

Wir haben das Wohnhaus incl. der alten Scheune vor paar Monaten gekauft und besitzen vom Verkäufer keinerlei Unterlagen (Baupläne o.ä.). Die genannte Scheune wird nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, nur als Abstellort für Fahrräder, Motorrad, Auto und einen alten Traktor.

Die Sparkasse konnte mir hier nur einen teuren Agrartarif anbieten.
Ein weiterer Versicherungsmakler bietet mir nun zwar eine „Nebengebäudeversicherung“ an, die deckt aber nur den Zeitwert ab und keine sonstigen Kosten (Abbruchkosten nach Brand usw.). Der Mindestbeitrag beträgt hier für Feuer + Sturm 69,80 EUR/Jahr.

Es ist schon schwer genug bei solch einem alten Gebäude als „Privatmann“ die Fläche und den Wert zu ermitteln, den die Versicherung ja für die Berechnung benötigt. Ich würde schätzen 120m2 Grundfläche und Zeitwert ca. 30.000EUR (??).

- Warum möchte ich die alte Scheune überhaupt versichern??
1. Um nach dem Fall X etwas ähnliches in evtl. kleinerer Form wieder aufbauen zu können (z.B. Doppelgarage + Lagerraum)
2. Um die sonstige Kosten zu decken (Aufräumungs- und Abbruchkosten, Kosten für Dekontamination von Erdreich, usw ). Hier können auch schnell mal 10.-20.000EUR zusammenkommen.

Nun schreibt mir der Makler:
„Eine Entschädigung wird im „Nebengebäudekonzept“ nur nach Zeitwert vorgenommen. Weitere Kosten (Kosten für Entsorgung von Dekontaminiertem Erdreich usw.) können auch gegen einen Zusatzbeitrag nicht versichert werden…“

A. Was kann ich mir denn als Zeitwert bei so einer alten Scheune vorstellen?
Ich versichere nun das alte Gebäude und bekomme nach einem z.B. Brand dann 500EUR?? Oder wenn ich ein Teil des Daches nach Sturm neue decken lassen muss, da kommen ja auch schnell mal paar tausend zusammen.
Ich habe da keinerlei Erfahrungswerte wie hier der „Zeitwert“ einzuschätzen ist.

B. Welche Versicherungen decken auch sonstige Kosten ab, bei der die Prämie noch bezahlbar bleibt? Es ist nicht einfach so etwas zu finden, im Internet z.B. sind meist ja nur die Wohngebäudeversicherungen abrufbar. Ich suche halte eine „gesunde“ Mischung. Das mir nach z.B. einem Brand keiner für 69,80EUR Jahresbeitrag eine nagelneue Scheune für >100.000EUR hinstellt ist mir schon klar, aber zumindest die sonstigen Kosten und eine kleine Wiederaufbauhilfe sollten schon drin sein.

Ich würde mich über Unterstützung, Erfahrungen, Empfehlungen freuen!

Gruß
Dennis



Aha...



..genau mein Problem!

Wir haben ein Grundstück, EFH+Scheune+Halle+noch ne Halle.

Das Ganze ist derzeit Brandversichert über die Sparkassen Vers..
Haben letztes Jahr gekauft und die Versicherung mitübernommen.
Die Brandversicherung kostet 375EUR im Jahr und es ist nur der Zeitwert Versichert, d.h. im Schadensfall bekommen wir rund 35t€ (wenn alles in Schutt und Asche liegt).

Nun gibt es ein Gutachten (Verkehrswertermittlung im Sachwertverfahren), dort ist die Scheune (120m² Grundfläche) mit einem Gebäudewert (ohne Grund) von 8011 EUR geschätzt, alle Gebäude zusammen auf 48t€.
Die Angaben helfen Dir vll.!
Nun habe ich dasselbe Problem:
Diue Spk Vers. bietet nur diesen Agrartarif an, der dann aber alles zum Neuwert versichert. Den hat die Spk auf ~250t€ beziffert (Anhand der Daten aus dem Gutachten). Dadurch würde die Präme bei einem 3 Jahres Vertrag um weitere 20EUR steigen:
-->395EUR/Jahr!

Das ist mir eigentlich zu viel, das Wohnhaus wird gerade saniert und soll natürlich zum Neuwert versichert werden, für Scheune Halle scheint mir das aber nicht zwingend notwendig/sinnvoll, denn wenn das alles abbrennen würde, würde ich wohl auch nicht wieder ne Scheune und 2 Hallen brauchen.

Vielleicht gibt es ja hier noch jemanden, der ein vernünftiges Konzept für so einen Fall hat!?

Viele Grüße
Michael



Wie witzig...



bis auf die Hallen also genau das gleiche!!!

Die Scheune hat ca. 120m2 Grundfläche und das Wohnhaus wurde die letzten Monate innen saniert und zum Neuwert abgesichert (236EUR bei der Domcura).

Das Nebengebäudekonzept der Domcura beinhaltet den Zeitwert ohne die sonstigen Kosten die evtl. bei einem Brand entstehen für ca. 70EUR pro Jahr. Der Preis ist ja ok, aber „sonstige Kosten“ können schnelle paar tausende oder zehntausende werden. Da habe ich halt meine Bedenken.

Außerdem weis ich nicht genau was ich als Zeitwert angeben soll. Wie soll man denn so was schätzen?? Ich kenne ja nicht mal das Baujahr… Wobei da 10-20 Jahre mehr oder weniger wohl nicht in´s Gewicht fallen.

Die Sparka wollte im Agra-Tarif um die 440 EUR. Ist mir einfach auch zu viel und ich kann deren Leistungsspektrum nicht abschätzen. Außer ich studiere tagelang die Versicherungsbedingungen.
Die Domcura ist sehr gut im Preis-Leistungsverhältnis, da weis ich (z.B. über Onlinevergleich) was drin ist und was nicht.

Ich frage mich einfach ob es Sinn macht etwas zu versichern wenn ich dann im Schadensfall 500EUR bekomme und vielleicht noch geschätzte 10.000EUR Abriss- Entsorgungs- usw. Kosten habe.
Schwieriges Thema, weil die meisten Leute entweder nichts versichern oder sich keine Gedanken drüber machen. Ich informiere mich halt gerne vorher, damit ich im Fall X ungefähr weis woran ich bin. Hat mir schon öfters geholfen die Verfahrensweise.

Also nix wie her mit Infos, Tipps usw.!!!



Dach...



Wie alt ist denn das Dach Deiner Scheune??
Das bei unserer ist nämlich "erst" ca. 40 Jahre alt (Frankfurter Pfanne) und hält bestimmt noch mal die gleiche Zeit. Das ist einer der Hauptgründe warum ich die Scheune auch erhalten möchte, weil das Dach noch gut ist.

Mein Vater hatte eine Scheune da hätte das Dach gemacht werden müssen (weil ca. 80-100Jahre alt) und da kommt ja gleich ordentlich was auf einen zu. Er hat sie dann abgerissen...

Ich tue mir halt echt schwer was ich da als Zeitwert angeben soll und auch was für eine „Nutzfläche“. Der I.Stock (ehemals Heu/Strohlager) mit ca. 40-50m2 wäre dann auch Nutzfläche? Hab halt auch keine Lust einen teuren Gutachter zu bestellen für so ein altes Teil.

Naja, darf mich nicht beschwerden, hab das Teil ja gekauft und somit gewusst was auf mich zu kommt…



Den..



..Zeitwert der Scheune legt doch im Zweifelsfall die Versicherung mit Dir zusammen fest?!
Der Vertreter der Sparkasse hat anhand der Grundfläche und irgenwelchen Faktoren annähernd den gleichen Zweitwert ermittelt, wie der Verkehrswert im Gutachten.

Das Dach wurde ~1970 neu gelattet und gedeckt, Braas Betondachsteine. Alles in allem also scheinbar durchaus vergleichbar.

Beim Wohnhaus wurde übrigens nicht die Grundfläche sondern die m³ umbauter Raum zugrundegelegt.

Ich hab jetzt mal noch einen weiteren Vor-Ort Termin mit einer anderen Vers. vereinbart. Mal sehen was dabei rauskommt...

Gruß
Michael



"Region: Hessen (Odenwald) "



Hab´s grad erst gemerkt "Region: Hessen (Odenwald) " wo ist das denn?? Unsre Scheune (und der Rest) steht auch im Odenwald/Kreis Bergstraße / Lindenfels.
Meld Dich doch mal an und stell ein Bild rein.



Internet machts möglich...



Achja in Lindenfels...
Da schreibt man in einem bundesweiten Forum und wer Antwortet und hat zufällig auch noch die gleich Konstellation? Ein Lindenfelser!!

Unser Haus+Scheune steht in Brandau, also direkt in der Nähe.

Notfalls werde ich jetzt mal das bei der Domcura abschließen und den Markt weiter beobachten. Ist ja nur
ein 1Jahresvertrag notfalls wechsele ich dann mit der Scheune zu ner anderen/besseren Gesellschaft.

Würde mich aber interessieren, was Du noch in Erfahrung bringst.

Gruss
Dennis



Spk.Vers die 2.



Hallo,

die Spk-Versicherung hat nochmal nachgelegt:
Agrar Tarif (nur Brand, ohne "Sturm-Option" für alle Gebäude zusammen, Wohnhaus, Scheune, Lagerhalle, Garage),
Versicherung zum Neuwert unter berücksichtigung des Denkmalschutzes für 280EUR/Jahr, ist allerdings ein 3Jahres Vertrag mit jährl. Zahlungsweise.
Morgen kommt noch eine andere Vers., mal sehen!

Vielleicht können ja mal ein paar andere schreiben, was die so für die Brandversicherung zahlen (Gebäudegrösse?), dann könnte man mal ein Gefühl entwickeln?!

Gruß
Michael



Liebe Leute,



für (fast) nix könnt Ihr auch keine Leistungen erwarten. Beim ersten Sturm mit Dachschaden sind die Beiträge von Jahren locker wieder drin. Abbruch- und Entsorgungskosten würde ich auf jeden Fall includieren, die steigen mit Sicherheit ständig. Für die Entsorgung der Teerpappe eines Schuppendaches hat eine Bekannte jetzt rund 3000 EUR legen müssen!

Prüft das Elementarschadensrisiko anhand Euerer Gegebenheiten.

Letztlich bringt es für Euch wenig, nacheinander Versicherungsvertreter antanzen zu lassen. Es gibt unabhängige Versicherungsmakler, die ohne zusätzliche Kosten für Euch aus einem größeren Pool von Anbietern Vorschläge bringen können. Die erklären auch das diffuse Versicherungsdeutsch des Kleingedruckten.

Grüße

Thomas



Letztlich...



..will der "unabhängige Versicherungsmakler" auch nur Geld verdienen, der macht seine Arbeit nämlich auch nicht aus reiner Nächstenliebe.
Und dann unterstelle ich einfach mal, dass auch er die Versicherung favorisieren wird, bei der er die beste Provision absteckt.
Sicher greift er auf einen größeren Pool an Möglichkeiten zurück.
Ein bisschen Vertrauen muss wohl am Ende auch dabei sein, wenn ein Versicherungsvertreter zu mir kommt, sich die Gegebenheiten ansieht, ein Angebot erstellt und mir Vor- und Nachteile seiner Empfehlung erläutert.

Einen Jahresbeitrag i.H.v. 400EUR für eine reine Brandversicherung für eine Gebäudekonstellation in der Größenordnung würde ich im übrigen nich als (fast)nix bezeichnen.
Mein bisheriger Tarif, den ich da mitübernommen hatte, kostet 375 EUR/Jahr und versichert nur den Zeitwert--> im Schadensfall bekäme ich so aktuell 35t€. Da stimmt doch dann das Verhältniss nicht oder??

Gruß
Michael



Ein unabhängiger Versicherungsmakler...



...wird zunächst nicht durch Aufschläge auf Ihren Versicherungspreis bezahlt, sondern bekommt von der Versicherung Provisionen. Für sie ist es also zur Prämienhöhe egal, ob sie direkt, oder über Makler versichern. Er wird Ihnen i.d.R. mehrere Angebote vorlegen, und Vor- und Nachteile erläutern. Genau das kann der Vertreter einer einzelnen Versicherung aber eben nicht. Er hat für eine Leistung auch nur einen Preis, und wenn es billiger werden soll, wird dann eben die Leistung beschnitten.

Ich finde es zum Beispiel angenehm, im Oktober anzurufen und zu bitten, meine KfZ-Versicherungen zu überprüfen, statt mich selber durch unterschiedliche Konditionen hindurchzuwühlen.

Zudem wird der unabhängige Makler Sie im Schadensfall besser beraten. Die Wirklichkeit hat immer ein paar Facetten, und wenn die falschen Facetten in der Schadensmeldung auftauchen, gehen Sie auch schon 'mal leer aus.

Freilich kann ich Ihnen die Mühe nicht abnehmen, einen kompetenten und vertrauenswürdigen unabhängigen Makler zu finden, die Suche ist aber lohnender, als nach einer "guten" Versicherung. Eine bestimmte Versicherung ist nie durchgängig gut, wie auch ein bestimmter Discounter nicht immer billig. Googeln Sie doch 'mal unter "fairsicherung". Ich habe mit dem Dresdner Ableger dieses Konzeptes durch die Jahre beste Erfahrungen gemacht.

Eine reine Brandversicherung ist eher nicht sinnvoll, das Risiko von Sturm und Hagelschlag können Sie nicht abschätzen, scheinbar steigt es aber durch die Jahre. Auch Hochwasser sollte man kritisch prüfen, es reicht nicht, wenn der nächste Bach ein bisschen weiter weg ist. Ich habe hier 2002 an der Elbe (aus meiner Sicht völlig unmögliche) 1,60m Wasser im Keller gehabt, mit Schäden im sechsstelligen Bereich. Mit "ach hätt ich doch" ist hinterher kein Blumentopf zu gewinnen - ich war nicht hochwasserversichert.

Grüße

Thomas



Es gibt auch andere Versicherungen als die Spk



Hallo Dennis,

frag doch mal bei der regionalen Volks- und Raiffeisenbank an. Über die VR-Banken hast Du Zugriff auf die R+V-Versicherung, welche im Bereich der landwirtschaftlichen Versicherungen sowas wie die historischen Marktführer sind. Über diese Seite http://www.ruv.de/de/servicecenter/index_1.jsp kannst Du über die Eingabe Deiner PLZ den zuständigen Berater auch direkt ermitteln. Persönlich habe ich immer gute Erfahrungen mit der R+V gemacht, kann sie also empfehlen.

Zum Thema unabhängiger Versicherungsmakler, die Damen und Herren sind auch nur solange unabhängig, wie es nicht um ihre Provision geht. Letzlich wird doch zu der Versicherung geraten, die die meiste Provision bringt. Ein wirklich schlechtes Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Ein Unabhängiger hat zur Altersversorgung zur regelmäßigen Ansparung in einen Immobilienfond geraten und Traumrenditen versprochen. Der Fond ist mittlerweile geschlossen, das Geld futsch, der Versicherungsmakler war nichtmal ordentlicher Kaufmann (hat sich dann hinterher herausgestellt), hatte keine vernünftige Ausbildung sondern war nur mal eben schnell angelernt. Soviel dazu!

MfG



@ Dominik



Wenn Dein Laden läuft, also genug und zufriedene Kunden, würdest Du Dir es dann wirklich antuen, diese auch noch über's Ohr zu hauen? Das wäre ... und ..., und außerdem gegen Deine eigen längerfristigen Interessen, falls Du nicht sowieso die Branche wechseln wolltest. Schwarze Schafe gibt es überall, bis hinein in Medizin und Justiz. Politiker scheinen sogar ganze Herden zu bilden :-(

Wie zu Arzt oder Steuerberater sollte man auch zum Versicherungsvertreter ein Vertrauensverhältnis entwickeln können. Ist letzterer unabhängig und Deines Vertrauens wert, hat er einfach mehr Optionen als ein Vertreter der Versicherung A,B oder C.

Mit versicherten Grüßen

Thomas