Lehmputz

03.02.2021 Stefan


Hallo,
erstmal Danke für die Aufnahme im Forum. Mein Name ist Stefan und ich habe vor einiger Zeit ein Fachwerkhaus aus 1719 gekauft. Dach, Böden und Fachwerk wurden bereits ausgetauscht und nun soll es an den Innenputz gehen. Da langsam die Luft raus ist, wollte ich es von einer Firma machen lassen. Es handelt sich um ca. 120qm Wandfläche wovon die hälfte mit Wandheizung ist. Ich hatte hier bereits eine Firma die es ursprünglich für ca. 10000€ machen wollte aber jetzt wo sie anfangen wollten einen Preis von 25000€ aufruft.
Der Firma abgesagt und die nächste angerufen auf dessen Angebot ich noch warte bzw. deren Lehmbauer sich es noch anschauen muss. Als Option wäre natürlich noch das selber Verputzen und dazu meine Frage. Die alten Wände habe ich abgeschliffen und die Balken alle freigelegt. Muss Ölpapier auf die Balken? Oder kann ich einfach über die Wände Streckmetall ziehen und einfach mit Lehmputz verputzen? Oder doch lieber Schilfrohrmatte (möchte gerne einen geringen Aufbau wegen den Türen und der Treppe im Treppenhaus, soll alles bleiben). Noch einfacher wäre mit "Balkenfix" dieses Glasfasergewebe mit Isolierpapier auf die Balken zu machen und die Wand zu verputzen (natürlich auch Gewebe in den Putz). Angedacht hatte ich alles mit Claytec Lehmunterputz trocken zu putzen.
Danke
Gruß
Stefan



Lehmputz



Hallo Stefan,

ich darf mal stellvertretend für alle Mitforisten Herzlich Willkommen bei Fachwerk.de! sagen.

Dass der Kollege erst einen Preis anbietet und auf das 2,5-fache ändert ist die eine Sache. Darauf will ich jetzt nicht öffentlich eingehen.
Was mich wundert ist, dass du hier darüber "laut" nachdenkst, eventuell den Lehmputz selbst aufzuziehen, gleichzeitig schreibst dass du auf ein zweites Angebot wartest, aber dann Fragen stellst, die vermuten lassen, dass du keine Ahnung von Lehmputz, bzw. generell vom Verputzen hast.
Ich empfehle dir freundlichst, begib dich bitte auf die websites der Lehmputzhersteller und informiere dich erst mal da. Denn gerade bei Claytec findest du zu allen Produkten ausführliche und laienverständliche Arbeitsanleitungen zum online lesen und downloaden.
Mache dir bitte die Mühe und lies die zuerst, dann weißt du zumindest schon zu 80 - 90% wie man Lehmputz wo aufzieht.
Dann rechne dir aus wieviele Tonnen Putz du Verarbeiten musst, wie lange du dazu brauchst und ob du das überhaupt kannst.
Wenn dann noch Fragen offen sind, bemühe erst mal die Suchfunktion in diesem Forum. Denn zu deinen Fragen stehen hier schon hunderte Antworten.
Wenn du dann immer noch nicht die richtige Antwort gefunden hast, weil deine Frage sehr speziell ist, dann kriegst du auch KONKRETE Antworten. Aber einfach nur auf: Wie geht Lehmputz? zu antworten, ist mir und den meisten Profis hier mittlerweile zu...ich nenns mal: monoton.

Ich will dich hier nicht gleich "abwürgen", darf aber mal einen der "Poweruser" des Forums sinngemäß zitieren: "Wir sind hier nicht bei facebook."
Das soll heißen, alle sind bemüht kompetente und fachlich korrekte Antworten zu geben.
Aber am liebsten auf wenigsten einigermaßen fachlich korrekte und konkrete Fragen, bzw. Problemstellungen.

Nix für ungut.
Ich hoffe trotzdem wieder hier von dir zu lesen.

Gruß,
KHH



Vorschlag für Wandheizung



Hallo

gerne stelle ich Ihnen ein neues Produkt, passende Heizkörper für Sektor Lehmbau, Unterputz und Trockenbau vor. Das Unterputz-Heizelement ist vorgesehen zum Einsinken in eine dünne Putzschicht. Dank des vom Heizungsteil abgetrennten Wassersystems, vermeidet das Unterputz-Heizelement alle bisherigen Nachteile der bisherigen Wasserwand-Systeme.

Das Heizelement ist im Ganzen aus einer industriellen Aluminiumlegierung gebaut, die gegen ein feuchtes alkalisches Umfeld resistent ist. Es enthält keine beweglichen Teile.

Die hohe Temperaturbeständigkeit des Systems (-35 °C bis 145°C) ermöglicht die Montage des Heizkörpers in Nieder- und Hochtemperatur-Bereichen sowie in gemischten Systemen in Verbindung mit konventionellen Heizkörpern.

Zweites Produkt ist Gipskartonheizplatte mit integriertem Heizelement deine Einsätze ermöglicht Bau von Trennwänden oder Wandverkleidung direkt mit integrierter Wandheizung.

Das System wird mit der Wärme aus der Zentralheizung, wie ein typisches Wassersystem versorgt, die Wärme wird jedoch in die Unterputz Heizelement oder in die Gipskartonheizplatte ohne Einsatz von Wasser, nur mit Hilfe eines Radiators übertragen.

- Unterputz Heizelement T-8,5mm, B-600mm, H-1700 mm

- Gipskartonplatte Stärke T-12,5mm, B-600mm, H-2000 mm mit integriertem Heizelement

- Dry-wall-System. Es leitet kein Wasser unter den Putz,

- 5-mal weniger Wasser in der Zentralheizung.

-Gesamte Wassermenge pro Radiator 31 ml (0,031 L)

- Gewicht des Kollektors 1,38 kg

- Heizleistung bei 35 °C: 65-80 W/m²

- Heizleistung bei 60 °C: 220-260 W/m²

- Weniger Energieverbrauch um bis zu 40 %

- Kein Wasser in den Wänden

- 100 % Sicherheit

- Renovierung / Sanierung / Neubau

- schnelle und sichere Montage.

- Montage (Verbindung zwischen Radiatoren und Heizquellen) mit TECEflex System

- Wandoberflächentemperatur innerhalb der Außenwände 30 °C bis 35 °C

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung und den weiteren Austausch.
wenn noch aktuel ist schick mir bitte die Pläne dann können wir erste Berechnung vorschlagen
Mehr Info: www.wandheizen.de

Beste Grüße



Ölpapier zwischen Balken und Lehm...



... braucht kein Mensch. Aber erstmal hallo an alle.

Mario, Du schreibst: "so soll das Ölpapier eine Belastung vom Holz mit Feuchtigkeit mindern" ... fürchtest Du, dass ein Eichenbalken aufgrund des Anmachwassers des Lehms wegfaulen könnte?

Interessant ist die Frage, was mit Wasser passiert, wenn es mal den Weg zwischen Balken und Ölpapier gefunden hat... wie kommt das wieder raus?

Ein Fachwerkhaus ist nicht angewiesen auf die "Errungenschaften" unserer modernen Welt... wie z.B. "Balkenfix".

Ihr könnt dem Holz und dem Lehm etwas mehr vertrauen :-)

Viele Grüße

Lehmbauer



Ölpapier zwischen Balken und Lehm... ???



Hallo Kollege,

".. braucht kein Mensch."
Gut dass du das so schreibst.
Genau den Gedanken hatte ich auch.

Ich denke das ist sogar definitiv kontraproduktiv.
Wie du schon schreibst, wo soll die Feuchtigkeit hin?
Mit dem Ölpapier dazwischen saugt der Lehm keine mehr aus dem Holz.
Auch nicht die, die von außen eingedrungen ist.
Die Balken können bestenfalls noch nach drei Seiten trocknen.

@Stefan,
lasse bitte das Ölpapier und sonstige Folien, usw. weg.
Der Lehmputz kommt direkt auf die Balken, damit er auch "wirken" kann.
Wenn du eine Innendämmung auf die Wand baust, musst du noch nicht mal einen Putzträger (Schilf) auf die Balken montieren. Der Lehm hält auch so, bis du die Dämmplatten angeklebt und -gedübelt hast. Danach kann er sowieso nicht mehr ab fallen.

Gruß,
KHH



Lehmputz



Hallo und Danke für die Antworten.

Sicherlich bin ich kein Putzer aber ich habe schon Wände verputzt und hatte eigentlich auch vor den Lehmputz selbst zu machen. Dachte um schneller voran zukommen eine Firma zu nehmen. Ich selbst habe ich mich natürlich über die Vorgehensweise informiert und dachte ich würde alles wissen. Leider bin ich durch die unterschiedlichen Aussagen irritiert, so dass ich hier nochmal nachgefragt habe. Ich seh Ölpapier auch als überflüssig, da es vorher auch nicht vorhanden war und es hat 300 Jahre gehalten.Diese Woche will noch ein ehemaliger Ausbilder für Lehmputz einer Denkmalschutzschule kommen und hoffe, dass ich alle Unklarheiten klären kann. Die Wandheizung ist bereits von einer Fachfirma installiert worden.

Gruß
Stefan



Lass dich nicht irritieren



Hallo Stefan,

wenn du mir nicht glaubst, dann lies halt die Arbeitsanleitungen z. B. von Claytec und Conluto.
Das sind die "größten" Lehmbaustoffhersteller in D. Die werden schon keine Unwahrheiten zu ihren Produkten veröffentlichen, für die sie garantieren müssen.

Gruß,
KHH

PS: ich bin auch zertifizierter Lehmbauer, mache sowas jeden Tag und muss dafür gewährleisten..